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Breitenburger Reitertage : Lokalmatador strahlender Sieger

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Rolf-Göran Bengtsson beim Großen Preis von Breitenburg auf Crunch erfolgreich: „Es ist einfach schön, zu Hause zu gewinnen.“

von
erstellt am 20.Jun.2017 | 05:00 Uhr

Rolf-Göran Bengtsson und Chrunch: Das sind die Sieger des wichtigsten Springens bei den Breitenburger Reitertagen. Sie gewannen den Großen Preis von Breitenburg, ein Springen der Kategorie S*** mit Stechen, nach fehlerfreiem Ritt in schnellster Zeit. Auf den Plätzen folgten Miriam Schneider auf Cartagena und Carsten-Otto Nagel auf Chairman. Sie blieben zwar ebenfalls fehlerlos, waren aber langsamer in der Zeit. Aufgenommen hatten den 480 Meter langen Umlauf mit zwölf Hindernissen und 15 Sprüngen bis zu einer Höhe von 1,53 Metern insgesamt 35 Paare. Elf davon blieben ohne Abwurf oder Zeitfehler.

Nachdem im Stechen die Dänin Jennifer Fogh Pedersen auf Canstakko und Miriam Schneider auf Cartagena fehlerlos geblieben waren, folgten bereits als drittes Paar Rolf-Göran Bengtsson und der neunjährige Hengst Crunch. Bis zum dritten Sprung, ein Oxer, war der Europameister von 2011 sehr schnell unterwegs, reduzierte danach aber die Pace und ließ Sicherheit walten. Und diese Taktik ging auf und brachte ihm letztlich den Sieg. Zwar blieben auch Kasten-Otto Nagel und Chairman sowie Cassandra Orschel und Acanthya fehlerfrei, doch beide Paare waren deutlich langsamer.

Nach dem Stechen ein zufriedener Reiter aus Schweden, der für den RV Breitenburg aktiv ist: „Es ist einfach schön, zu Hause zu gewinnen. Das ist zwar nicht einfach, aber man will es doch“, sagte Rolf-Göran Bengtsson im Gespräch mit unserer Zeitung. Da er recht früh im Stechen antreten musste, habe er kaum eine andere Möglichkeit gehabt, als „auf Angriff“ zu reiten. „Wäre ich langsamer geritten, hätte es mit dem Siegen nicht geklappt.“ Dazu sei die Konkurrenz, in der auch Nisse Lüneburg, Sieger des Deutschen Springderbys von Hamburg-Klein Flottbek 2012, oder der frühere Mannschafts-Weltmeister Kasten-Otto Nagel (2010) mit von der Partie waren, zu stark besetzt gewesen. Seinen Hengst Chrunch bezeichnete Rolf-Göran Bengtsson als „ein talentiertes Pferd mit großem Vermögen“, das „für den großen Sport“ herangebildet wird. „Heute konnte man sehen, dass Chrunch auch schnell gehen kann, das haben wir bisher nicht oft miterlebt.“

Insgesamt beinhaltete der Zeitplan der viertägigen Veranstaltung sechs Prüfungen der Kategorie S bis S***. Und zu ihnen zählte auch das Finale des Youngster-Springens für sieben- und achtjährige Pferde. An der Springprüfung der Klasse S* mit Stechen nahmen 39 Paare teil. 22 davon blieben im 440 Meter langen und mit 13 Sprüngen bis zu einer Höhe von 1,40 Meter bestückten Umlauf fehlerfrei. Dazu erklärte Turniersprecher Alf Bartholomäus: „Der Parcours ist nicht zu leicht.“ Der Grund für die große Zahl an Null-Fehler-Ritten sei ein anderer: „Unsere Pferde sind in bestechender Form.“ Und das zeigte sich dann auch im Stechen, in dem gleich elf Paare fehlerlos blieben. Schnellster von ihnen war Michael Ziems, der die Prüfung auf Come to Win gewann. Bezogen auf die vielen Nuller sagte der Marner: „Wir finden hier Top-Bedingungen vor, wie wir sie in Holstein nicht oft haben.“ Und diese Vorraussetzungen ließen die Paare am Ende gut aussehen, denn auch die Pferde würden sich bei den guten Bodenbedingungen wohl fühlen und das mit entsprechenden Leistungen honorieren.

Eine gute Chance auf ein gutes Ergebnis habe sich der Sieger trotz starker professioneller Konkurrenz bereits bei Ablaufen des Parcours eingeräumt. Grund: „Mein Pferd ist bei den letzten vier Springen jeweils fehlerfrei geblieben. Entsprechend gut vorbereitet fühlte ich mich.“ Schwierigstes Hindernis sei für ihn die dreifache Kombination gewesen. Grund: Come to Win sei mit 1,81 Metern Stockmaß relativ groß und verliere beim Absprung immer etwas an Geschwindigkeit. Deshalb habe er im Parcours nicht nur an der Stelle alles auf eine Karte setzen müssen, um die großen Distanzen mit viel Galopp zu bewältigen. Dabei habe er dem Pferd dann auch die Sicherheit geben müssen, damit es über die Hindernisse kommt. „Ich bin froh, dass mein Pferd so gut mitgespielt hat.“ Sein Ziel für dieses Jahr sei, im ländlichen Bereich weitere S-Springen abzudecken und wenn möglich, im nächsten Jahr am Deutschen Springderby teilzunehmen.

Sieger eines schweren Springens wurde auch der ehemalige Breitenburger Philip Rüping. Der Sieger des Großen Preises von Breitenburg aus dem Jahre 2015 gewann diesmal auf Chalypsa die Prüfung der Klasse S**. Beim Hauptspringen selbst konnte sich der Dritte der Riders-Tour Gesamtwertung von 2016 nicht so in Szene setzen, wie er es sich gewünscht hatte. Er gab innerhalb des Umlaufes auf.

Mit dem Turnierverlauf zeigte sich Breido Graf zu Rantzau sehr zufrieden. „Dieses Jahr hat das Turnier Spaß gemacht. Wir waren gut vorbereitet und vom Wetter begünstigt“, sagte das Vorstandsmitglied im Reiterverein Breitenburg. Aufgefallen sei ihm, wie dankbar Reiter sind, „wenn ein Turnier mit so viel Herzblut gemacht ist, wie dieses“. Sehr gut sei die Beteiligung gewesen, deshalb habe ein Springen auch zusätzlich geteilt werden müssen.

Zum Sieg von Rolf-Göran Bengtsson sagte Breido Graf zu Rantzau: „Er hat in fantastischer Manier auf einem noch jungen Hengst den Großen Preis gewonnen.“ Bekräftigt wurde diese Feststellung von dem ehemaligen Weltklassereiter Sönke Sönksen, der bei den Breitenburger Reitertagen zum 25. Mal als Richter fungierte und dafür geehrt wurde: „Rolf-Gören Bengtsson ist ein Ausnahmereiter. Daran führt kein Weg vorbei.“

Positiv bewertete Breido Graf zu Rantzau auch das Mannschaftsspringen der Steinburger Vereine. „Es hat ein Team aus Nutteln gewonnen. Diese Prüfung soll auch bei den nächsten Breitenburger Reitertagen Bestandteil des Zeitplans sein.“

Bereits heute gibt es auf dem Turnierplatz des Schlosses Breitenburg weiteren hochklassigen Turniersport zu sehen. Zwischen 11 und 18 Uhr wollen sich zahlreiche Reiter mit ihren Springpferden für das nächste Bundeschampionat (30. August bis 3. September) in Warendorf qualifizieren.  

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