Reitturnier in Herfart mit spannenden Prüfungen: : Lea Schnepel gewinnt M*-Springen

Ohne Fehler: Im Stechen des M*-Springens war Lea Schnepel auf Blüte nicht zu schlagen.
Ohne Fehler: Im Stechen des M*-Springens war Lea Schnepel auf Blüte nicht zu schlagen.

Stefanie Hein auf Sunny Mood Beste in der M**-Dressur

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17. Juli 2018, 06:01 Uhr

Hochsommerliches Wetter, griffige Böden und durchweg spannender Pferdesport: Unter diesen Begebenheiten erlebten die Zuschauer 21 Prüfungen in Springen und Dressur beim zweitägigen Turnier des Reit- und Fahrvereins Kremperheide/Krempe mit. Zu den absoluten Höhepunkten zählten das M*-Springen mit Stechen und die M**-Dressur. In beiden Prüfungen gewannen Reiter von Vereinen außerhalb des Kreises Steinburg.

Zum Umlauf in der schwierigsten Springprüfung innerhalb der Veranstaltung traten 23 Paare an. Acht blieben fehlerfrei und kamen in das Stechen, zehn weitere verpassten das Finale, weil ihnen ein Springfehler unterlaufen war. Das reizvolle an der Prüfung: Die Steinburger Teilnehmer entschieden in dem gutklassigen Springen auch den Ausgang der Kreismeisterschaft in der Leistungsklasse 1-3 mit (Bericht folgt später).

Dass die Dithmarscherin Lea Schnepel gegen die Konkurrenz aus Steinburg gute Aussichten auf den Gewinn der Prüfung haben könnte, deutete sie bereits in der ersten Runde an. Auf der springfreudigen neunjährigen Hannoveraner Stute Blüte übersprang sie alle Hindernisse sehr sicher und im flotten Tempo. Gleiches ließ sich aus Steinburger Sicht aber auch von Kevin Much auf Leuchtfeuer, Henrike Blohm auf Carwitt, Katrin Magens auf Valeska und Tabea Kreft auf Goldstern sagen, auch wenn Tabea Kreft etwas Glück am letzten Hindernis hatte: Ein Huf ihres Vierbeiners schlug hörbar gegen die Stange und ließ sie wackeln. Die weiteren Stechteilnehmer: Eicke Bollmann-Paulsen auf Shirley, Bastian Müller auf Click Clack und Enrico Grünzig auf Upps to Night.

Den Anfang im Finale machten Lea Schnepel und Blüte, deren schnelle Zeit von 37,51 Sekunden dann auch von keinem fehlerlos reitenden Paar mehr unterboten wurde. Dem Dithmarscher Paar am nächsten kamen Kevin Much und Leuchtfeuer (37,96) sowie Eicke Bollmann-Paulsen auf Shirley, die ebenfalls Nullrunden ritten. Eine Gefahr für die Siegerin hätte aber Bastian Müller werden können, dem in schnellster Zeit (37,38) ebenso wie Henrike Blohm (40,46) und Tabea Kreft (41,86) ein Springfehler unterlief. Großes Pech hatte in diesem Zusammenhang Bastian Müller: Er patzte am letzten Sprung.

Angesichts der starken Konkurrenz hatte Lea Schnepel nicht erwartet den Parcours als Gewinnerin verlassen zu können. Erst nachdem immer mehr Konkurrenten Fehler unterliefen bekam sie das Gefühl, „es könnte doch noch etwas werden“. Deshalb: „Am Ende klappte es, und darüber bin ich sehr glücklich.“ Dass Kevin Much für Lea Schnepel ein großer Konkurrent werden könnte, das war ihr von Anfang an bewusst. Reitet der Nuttelner bis zum Schluss riskant schnell oder favorisiert er mit Blick auf die Kreismeisterschaft die Sicherheit? Dass er Letzteres tat, überraschte Lea Schnepel nicht wirklich: „Ich hätte es auch so gemacht.“ Sehr zufrieden war die Siegerin auch mit ihrer Stute, in die sie sehr viele Hoffnungen setzt. Auf ihr habe sie schon mehrere M*- und M**-Springen gewonnen und war sogar schon S-platziert. Ihr Eindruck von Herfart war so gut, dass sie im nächsten Jahr wiederkommen will. Während der Siegerehrung erfuhr Henrike Blohm eine besondere Ehrung. Sie zeigte auf Carwitt die stilistisch besten Ritte, stellte das Richterkollegium fest.

Nach mehrjähriger Pause wurde innerhalb des Turniers wieder eine M**-Dressur gerichtet. Der Grund für die längere Pause: Der Veranstalter hatte auf den Herfarter Wiesen nicht den Boden, den Dressurreiter für ihren Sport schätzen. Seitdem sie aber das Angebot von Magrit Friederich haben, das Viereck des Reitbetriebes Herfart nutzen zu können, ist die Nachfrage nach höheren Prüfungen auch zur Freude des Reit- und Fahrvereins Kremperheide/Krempe wieder gewachsen.

Dem Richterkollegium stellten sich auf sehr gutem Untergrund 15 Paare. Zu den am höchsten bewerteten Paaren zählten Stefanie Hein auf Sunny Mood (Wertnote 7,40), Vivien Plüschau auf Fairmont (7,30) und Inka Diercks auf Santana (7,10). Die ebenfalls mit sehr vielen Hoffnungen gestarteten Steinburger Tine Rickers auf Proud Dante Mio (6,30), Nina Rösch auf Cadiz (5,70) und Lena Marie Dühring auf Fidelia (5,20) platzierten sich nicht.

Enttäuschung insbesondere bei Nina Rösch. Ihr siebenjähriger Holsteiner Wallach von Calido „war nicht ganz bei der Sache“. Cadiz wollte „mehrfach anzackeln und im Schritt nicht loslassen, war nicht locker genug“, so das Resümee der Kremperheiderin. Hoffnungen auf ihren Vierbeiner setze sie aber dennoch: „Cadiz ist ein noch junges Pferd, das ich erst seit einem Jahr reite und mit dem ich vor zwei Wochen in Marne mit der Wertnote 7,20 Vierte geworden bin.“ Ganz auf die Zukunft ausgerichtet, trainiere sie auf Cadiz zuhause „S-Lektionen“ und plane für das Ende der Saison, an einer S-Prüfung teilzunehmen. Das Herfarter Turnier lobte sie, nicht nur wegen der Tatsache, dass sie dort 2012 auf Stallone Kreismeisterin in der Dressur LK 4+5 geworden war: „Die Bodenverhältnisse sind gut, und außerdem ist es vorteilhaft, wenn man ein Turnier in der Nähe hat.“

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