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Fussball : „Kritik muss immer sachlich bleiben“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Steinburgs Schiedsrichter des Jahres Thorsten Möller spricht über seine Erfahrungen als Unparteiischer.

shz.de von
erstellt am 12.Dez.2013 | 17:00 Uhr

Auf der traditionellen Weihnachtsfeier der Steinburger Fußballschiedsrichter am letzten Lehrabend des Jahres wurde in Breitenberg (Bredenbarger Kroog) der Schiedsrichter des Jahres 2013 gekürt. Diesmal fiel die Wahl auf den für den VfL Kellinghusen pfeifenden Thorsten Möller (36). „Alles, was er anpackt, hat Erfolg“, betonte in seiner Laudatio der Ausschuss-Vorsitzende Reinhold Lange und führte weiter aus: „Ein anerkannter, hochbegabter Schiedsrichter, der nie nein sagen mag.“ Wanderpokal, Plakette mit den Ehrendaten und Urkunde nahm Möller dankend entgegen. Mit dem Bankkaufmann der Sparkasse in Kellinghusen führten wir im Anschluss an die Ehrung das folgende Gespräch.

Wie fühlt man sich mit einer solchen Auszeichnung, für seine Aufgabe als Schiedsrichter Anerkennung zu erfahren?

Über so eine Auszeichnung freut man sich schon sehr. Ich bin jetzt mehr als zehn Jahre dabei. Die Anerkennung zeigt mir, dass es sich lohnt jede Woche auf dem Platz zu stehen und Leistung zu zeigen.

Ist die Schiedsrichterei für Sie ein Traum-Job?

Ja, ich muss auch sagen, die Schiedsrichterei bringt mir viel für mein berufliches Umfeld im Entscheidungsverhalten. Das ist ein toller Job. Ich glaube, so lange ich laufen kann, werde ich dieses Hobby betreiben. Vielleicht nicht in der Intensität, wie ich das in den letzten Jahren immer gemacht habe, weil meine Freundin und ich im März ein Kind erwarten und der Bau eines Hauses bevorsteht. Somit warten neue Herausforderungen auf mich.

Waren Sie früher selbst als Fußballer aktiv?

Ja, als kleines Kind bin ich angefangen Fußball zu spielen. Wir waren vier Kinder zu Hause und dementsprechend haben wir fast jeden Tag gebolzt und hatten den Fußballplatz meines Heimatvereins VfL gleich nebenan.

Haben Sie noch andere Funktionen in Ihrem Verein oder im Kreisfußballverband?

Ich habe im letzten Jahr das 150-jährige Vereinsjubiläum des VfL Kellinghusen organisiert, bin als Fußballobmann und im erweiterten Vorstand aktiv. Im Kreisfußballverband habe ich das Amt des Kassenprüfers übernommen. Als Bänker ist man dafür natürlich prädestiniert.

Welche Höhepunkte haben Sie als Schiedsrichter bisher erlebt?

Höhepunkte waren ganz sicher die Spiele des FC St. Pauli in Heiligenstedten und Heide. Außerdem hat das Westküstenturnier im Hallenfußball immer sehr viel Spaß gemacht. Ich pfeife gerne in der Halle.

Welche Erfahrungen würden Sie an den Nachwuchs weitergeben?

Sie sollen auf jeden Fall bei der Stange bleiben und nach Misserfolgen nicht den Kopf in den Sand stecken.

Was sagen Sie dazu, dass es immer schwieriger wird, ausreichend viele Schiedsrichter auszubilden und vor allem bei der Stange zu halten?

Wichtig ist erst mal, dass die Vereine auf die Leute zugehen und Schiedsrichter werben. Und dann auch die Jung-Schiris begleiten. Da hilft es nicht nur, die Sportfreunde zur Ausbildung zu schicken. Die müssen einen erfahrenen Ansprechpartner im Verein bekommen, der dann auch mitfährt und an der Seitenlinie im Bedarfsfall für Ruhe sorgt, wenn auf dem Platz „Alarm“ ist.

Was würden Sie sich von den Vereinen und Spielern wünschen, damit die Pfeiferei auch weiterhin Spaß bringt?

Ich finde, man sollte den Schiedsrichter so behandeln, wie man auch selbst behandelt werden möchte. Was auf dem Platz gesagt wird, sollte auch dort bleiben. Anschließend kann man gerne bei einem Bier diskutieren.

… und von den Fußballfans am Spielfeldrand?

Es sollte sich jeder mal selbst zum Beispiel bei einem Jugendspiel auf den Platz stellen und pfeifen, um zu erkennen, wie schwierig es ist, ein solches Amt auszuführen. Man sollte aufpassen, dass die Kritik sachlich bleibt und nicht ins Persönliche geht.

Das Hobby Fußball – egal in welcher Funktion – prägt ja nicht zuletzt Freizeit und Familienleben am Wochenende. Wie gehen Sie im Hinblick auf Ihre künftige Familie mit diesem Thema um?

Meine Freundin hat mich ja nicht anders kennengelernt. Aber das ist schon manchmal ein Streitthema – ganz klar. Wenn man in der Verbandsliga ran muss, ist man auch acht, neun Stunden unterwegs, so dass das Familienleben dann schon auf der Strecke bleibt. Wenn unser Kind im März 2014 auf die Welt kommt, sind dann schon andere Werte gefragt und dann werde ich nicht mehr so viele Spiele pfeifen wie jetzt.


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