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Interview : „Kommen so langsam in Schwung“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Der Neuzugang vom SV Tungendorf spricht unter anderem über die aktuelle Situation beim MTSV Hohenwestedt und seine verhinderten Profi-Ambitionen.

Fußball-Verbandsligist MTSV Hohenwestedt scheint nach dem 4:2-Sieg beim FC Torpedo 76 Neumünster und dem 2:2 gegen den SV Schackendorf langsam wieder in Schwung zu kommen und ist offenbar auf dem besten Wege, die vergangene schwache Saison vergessen zu machen. Einer, der mit bislang vier erzielten Toren seinen Anteil daran hat, ist Neuzugang Jan-Jürgen Künstler. Der 29-Jährige kam vom SV Tungendorf zum MTSV und blickt auf eine bewegte Vergangenheit zurück. Der Offensivmann weckte 2009 sogar das Interesse von Dynamo Dresden und spielte 2010 beim VfR Neumünster in der SH-Liga, ehe ein Kreuzbandriss eine mögliche Profi-Karriere stoppte. Im Interview mit unserem Mitarbeiter Gunther Schöniger erinnert er sich an diese Zeit und blickt auf die Gegenwart mit dem Verbandsliga-Heimspiel am heutigen Sonnabend um 16 Uhr gegen die Kaltenkirchener TS.

Hallo Herr Künstler, sind Sie mit dem bisherigen Verlauf bei ihrem neuen Verein MTSV Hohenwestedt zufrieden?

Abgesehen davon, dass die Vorbereitung nicht ideal für uns war, bin ich sehr zufrieden. Man merkt, dass wir langsam in Schwung kommen. Ich denke, wir brauchen aber noch ein klein wenig Zeit.

Sie sind ja mit dem SV Tungendorf Kreisliga-Meister geworden und hätten auch dort jetzt Verbandsliga gespielt. Wie kam es zum Wechsel nach Hohenwestedt?

Ich schätze den Trainer sehr, der mich schon seit zwei Jahren befragt, ob ich nicht wieder mit ihm zusammenarbeiten möchte. (Anm. der Red: Jan-Jürgen Künstler trainierte und spielte bereits zwischen 2008 und 2010 beim TuS Nortorf unter Dierk Schröder.) Ich habe mir die Truppe einige Male angesehen. Ich wollte mit etablierten Verbandsliga-Spielern zusammenspielen. Die MTSV-Verantwortlichen konnten mich letztlich vom Konzept her überzeugen. Da ich von Neumünster nach Gettorf gezogen bin und ich dadurch weiterhin in der Nähe von Neumünster Fußball spielen kann, hat sich das gut für mich gefügt.

Ihre bisherige Laufbahn ist ja recht abwechslungsreich. 2009 haben Sie sogar ein Probetraining beim Drittligisten Dynamo Dresden absolviert. Erzählen Sie doch mal. Wie kam es dazu?

Ich habe in der Zeit in Nortorf bei einer Dachdeckerfirma gearbeitet und der Bäcker nebenan, der früher Jugendnationalspieler war, hatte Beziehungen zu höherklassigen Klubs. Er hatte mich gesehen und mich gefragt, ob wir es nicht mal versuchen wollen, mich im Profi-Bereich unter zu bringen. Da habe ich natürlich ja gesagt. Dadurch kam es dazu, dass wir nach Dresden gefahren sind.

Und wie ging es dann weiter?

Nach dem Probetraining haben die Dresdener mich weiter beobachten lassen. Als sie dann mitbekamen, dass ich zum VfR Neumünster gewechselt bin, wurden sie noch mehr hellhörig. Dann habe ich mir aber leider in der Saison 2010/11 Ende September nach zwei Monate beim VfR das Kreuzband gerissen. Und damit war es dann vorbei.

Wie ging es beim VfR Neumünster weiter?

Leider war es dann so, dass ich unter Trainer Ervin Lamce nach meiner Verletzung keine Chance mehr hatte, Stammspieler zu werden. Das hat mir die Lust genommen und ich entschied mich, nachdem ich noch ein halbes Jahr in der zweiten Mannschaft des VfR gespielt habe, zu meinem Heimatverein, dem SV Tungendorf, zurückzugehen und wieder ganz von unten anzufangen.

Ein Spieler mit Torjägerqualitäten hat dem MTSV zuletzt gefehlt. Werden Sie den MTSV in dieser Richtung weiterbringen können?

Ich denke, eine Mannschaft lebt nicht vom Torjäger alleine, da muss schon alles zusammenpassen. Aber ich habe in der Saison 2012/13 immerhin 36 Tore für Tungendorf geschossen und das ist selbst für Kreisliga-Verhältnisse schon viel. In der vergangenen Serie waren es zehn Treffer. Da habe ich aber auch im zentralen Mittelfeld gespielt. Sagen wir mal so: Ich weiß, wo das Tor steht.

Welche Ziele würden Sie für sich persönlich mit dem MTSV in dieser Saison formulieren?

Die Mannschaft ist noch ein wenig verunsichert von der letzten Saison. Aber ich denke, wenn man das schnell aus den Köpfen raus bekommt, würde ich uns im guten Mittelfeld ansiedeln.

Heute geht es gegen die Kaltenkirchener TS. Eine lösbare Aufgabe?

Ich kann mich erinnern, dass die Kaltenkirchener immer ziemlich gut waren, wenn ich damals mit Nortorf gegen sie gespielt habe. Ich glaube, dass wird schon eine enge Partie. Aber wenn man uns gegen Schackendorf gesehen hat, denke ich, dass sich die KTS warm anziehen kann.

Nach dem Fast-Sieg gegen Schackendorf muss doch ein „Dreier“ jetzt das Ziel sein, oder?

Ich finde, man sollte erstmal versuchen, einen Punkt festzuhalten. Die Null soll hinten stehen und was nach vorne passiert, das wir man dann sehen. Ein Unentschieden würde uns erstmal reichen.

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