zur Navigation springen

Triathlon : Knalleffekt zum Karriere-Ende

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Triathlet André Beltz nimmt nach 13 Jahren Abschied vom Leistungssport, will sich aber noch einmal den Traum vom Ironman Hawaii erfüllen.

von
erstellt am 27.Jun.2016 | 12:01 Uhr

Einmal noch zum Ironman nach Hawaii, einmal noch im Feld der stärksten Triathleten der Welt mitmischen – dafür tut André Beltz seit vielen Monaten so einiges. „Ich bin seit November in der gezielten Vorbereitung“, berichtet der Wilsteraner über seine Aktivitäten, „und habe in den letzten Monaten gefühlt in jeder freien Minute dafür trainiert.“

Das ist natürlich auch notwendig, denn die Anforderungen an einen „Eisenmann“ sind immens, deshalb ist eine gründliche Vorbereitung unabdingbar. Schließlich sind 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und direkt danach noch einmal ein Marathonlauf (42,2 Kilometer) zu bewältigen.

Um das schaffen zu können hat der Athlet des SC Itzehoe, der noch vor einem eventuellen Start auf Hawaii im September seinen 37. Geburtstag feiert und vor acht Jahren seinen letzten von drei Starts auf dieser Distanz absolviert hatte, sein Trainings-Pensum gewaltig erhöht. Beltz: „Die Schwierigkeit dabei ist, vom kürzeren, aber intensiven Training, wie es zum Beispiel für die Bundesliga-Einsätze nötig ist, zu den ganz langen Ausdauer-Einheiten zu kommen.“

Den Trainingsplan hat sich der Sportlehrer selbst geschrieben und nach eigenem Bekunden auch recht konsequent befolgt. Das übliche Wochen-Pensum sah zweimal Schwimmen, dreimal Radfahren und viermal Laufen vor. An Gesamtkilometern absolvierte er seit November: 240  km Schwimmen, 5500 Kilometer Rad und 2050 Kilometer Laufen.

In einer Belastungswoche kommen dann schon mal sieben Kilometer Schwimmen, über 300 Kilometer auf dem Rad und knapp 80 Kilometer Laufen zusammen – neben Arbeit, Familie und allen sonstigen Aktivitäten. „Motivationsprobleme hatte ich zum Glück nicht“, sagt Beltz. Gelegentlich wurde es eher in die andere Richtung problematisch. „Man muss aufpassen, dass man nicht ins andere Extrem fällt und sich ständig Druck macht. Nach dem Motto: Du hast noch nicht genug getan.“

Doch für den Ironman Hawaii, der am 8. Oktober gestartet wird, kann man nicht melden, dafür muss sich jeder Athlet qualifizieren. André Beltz will sein Ticket dafür am Sonntag, 3. Juli, beim einzigen deutschen Quali-Wettkampf in Frankfurt lösen. Es wäre für den Steinburger das erste Mal, dass er auf Hawaii starten darf – quasi dem „Mekka“ des Triathlonsports. Beim letzten Versuch in Frankfurt fehlten ihm im Jahr 2008 nur eineinhalb Minuten  .  .  .

Mittlerweile ist Beltz wieder in der vor größeren Wettkämpfen so wichtigen Regenerationsphase, um erholt an den Start gehen zu können. Drei Wochen vor dem Start in Frankfurt hat er dafür das Pensum um 50 Prozent heruntergefahren.

Eine genaue Zeitnorm für die Hawaii-Qualifikation gibt es in Frankfurt nicht, es wird pro Altersklasse eine gewisse Anzahl an Startplätzen vergeben. Überschlägig wäre wohl eine Zeit von 9:15 Stunden nötig, um das Ticket zu lösen. „Das ist für mich realistisch. Die Zeiten in der Vorbereitung waren in Ordnung, das fühlt sich für mich gut an“, sagt er voller Zuversicht. „Aber viel falsch laufen darf dabei natürlich nicht. Ich hoffe, dass ich mir auf der Radstrecke einen kleinen Zeitpuffer für das Laufen erarbeiten kann.“ Als Marken hat er sich gesetzt: 52 Minuten für das Schwimmen, fünf Stunden für die Radstrecke (36 km/h Schnitt) und 3:20 Stunden für das Laufen (4:40 min/km).

Ansonsten vertraut Andre Beltz auf seine langjährige Erfahrung. Es sei wichtig, in jeder Phase des Rennens ruhig zu bleiben. „Der Schmerz kommt auf jeden Fall – früher oder später. Man muss ihn annehmen können.“ Mentale Hilfe wird ihm auch sein Unterstützerklub zukommen lassen. Freunde und Familiemitglieder wollen sich an möglichst vielen Streckenpunkten postieren, um ihn anzufeuern. Das Ironman-Projekt soll vorerst nach 13 Jahren der Abschluss der aktiven Karriere als Triathlet sein – zum Ende hin sollte es eben noch einmal ein Knalleffekt sein. „Ich will dann endlich mehr Zeit für meine Familie haben. Außerdem braucht auch die Nachwuchsarbeit im SCI viel Zeit, schließlich möchte ich meine Erfahrungen auch in Zukunft gern an den Nachwuchs weitergeben.“

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen