Reitsport : Kinder an das Pferd heranführen

Jungen Reitern eine wichtige Stütze: Britta Kneetz – hier auf dem „Gestüt Tannenhof“ ganz vertraut mit „Tannenhofs Gasal“.
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Jungen Reitern eine wichtige Stütze: Britta Kneetz – hier auf dem „Gestüt Tannenhof“ ganz vertraut mit „Tannenhofs Gasal“.

Auf dem Gestüt Tannenhof verschafft Britta Kneetz jungen Menschen Freude auf Pferden und Ponys.

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15. Januar 2015, 05:16 Uhr

Wer sich mit Pferden und Ponys und dem breitensportlichen Reiten in der hiesigen Region beschäftigt, dem wird der Name Britta Kneetz schnell geläufig werden. Zum einen im Zusammenhang mit der Ausbildung von jungen Menschen zu Reitern, zum anderen aber auch als Leiterin vom „Gestüt Tannenhof“, das sie seit 1996 mit ihrem Ehemann Rainer Krüger als eigenen Hof in Horst führt. In der Zeit davor und nach ihrer Ausbildung in Heist hatte sich die ausgebildete Reitwartin für fünf Jahre in Lutzhorn niedergelassen.

Auf ihrem Anwesen stehen zwei geräumige Reithallen – die eine in den Maßen 20 mal 40 Meter und die andere in einer Größe von 18 mal 36 Meter. Dazu gibt es auf dem Gestüt-Gelände mehrere Außenpaddocks, Reitplätze und Koppeln und neben dem Wohngebäude auch einen Gemeinschaftsraum für verschiedene Aktivitäten. Ihren Reitschülern, 95 Prozent stehen im Alter zwischen vier und neun Jahren, stehen zirka 30 Ponys und Pferde aus eigener Zucht zur Verfügung. Mitglied ist sie zusammen mit ihrem Gestüt im Reitverein Kollmar: „Das passt, der Verein macht viel für Kinder, und das kommt mir in meiner Arbeitsweise entgegen.“

Zur Hauptaufgabe gesetzt hat sich Britta Kneetz insbesondere, „Kinder an das Pferd heranzuführen und sie zu Reitern auszubilden“. Deshalb veranstaltet sie auch regelmäßig Reitabzeichenlehrgänge einschließlich des Pony-Führerscheins, hat Nachtreiten oder sonstige Austritte im Angebot und bereitet ihre Schützlinge mit sehr viel Engagement auf das beliebte Weihnachtsreiten vor.

Zudem bietet sie an, mit dem reiterlichen Nachwuchs zu ländlichen Turnieren zu fahren, damit er bei Führzügel-, Reiter-, Dressur- und Springwettbewerben erste Erfahrungen im Turniersport sammeln oder bereits erworbene Fähigkeiten ausbauen kann. „Wir sind oft im Jahr unterwegs“, sagt Britta Kneetz mit Blick in den Terminkalender, der die Turnierorte nennt, die sie und ihre Reiter aufsuchen. „Im Sommer sind wir praktisch jedes Wochenende bei einer Veranstaltung.“ So zum Beispiel in Kellinghusen, Nutteln, Glückstadt oder Dingerdonn. Dort oder anderswo habe sich dann gezeigt, wie erfolgreich der Reitunterricht war und welche Fortschritte die Schüler – 95 Prozent sind im Alter zwischen vier und neun Jahren – gemacht hätten. „Es ist für die Mädchen und Jungen, aber auch für die Älteren wichtig, ein Ziel zu haben und zu wissen, wofür trainiert wird“, betont Britta Kneetz. Dass dabei auch der Erfolg in Form von Siegen oder Platzierungen ein guter Motivator sein kann, wissen alle, die sich dem Turniersport verschrieben haben und entsprechend trainieren.

Nun lässt sich Erfolg im Pferdesport nicht zwangsläufig programmieren, und sicherlich müssen Mensch und Vierbeiner harmonieren. Doch dass eine gute Vorbereitung und eine positive Einstellung zum sportlichen Reiten Ergebnisse beeinflussen können, das zeigt sich an Annika Keitel und Robin Harz: Beide Schützlinge von Britta Kneetz belegten im vergangenen Jahr bei den Pony-Kreismeisterschaften hervorragende Plätze. Während sich Annika Keitel auf „Tannenhofs Marabu“ in Nutteln den Sieg in der Dressur holte, belegte Robin Harz auf „Tannenhofs Maestoso“ im selben Wettbewerb Rang zwei. Das erstaunliche an diesem Abschneiden: „Sowohl Annika als auch Robin ritten auf Schulponys gegen Kinder, die eigene Tiere reiten“, bemerkte die Trainerin. In der Praxis hieße das, dass diejenigen, die sich auf eigenen Vierbeinern den Prüfungen stellen, in der Regel öfter trainieren als diejenigen, die kein eigenes Pony oder Pferd besitzen. „Während die meisten Pferde- oder Ponybesitzer bis zu siebenmal pro Woche trainieren, sitzen die anderen meistens nur zwei- bis dreimal wöchentlich im Sattel.“ Auf die Dauer mache sich das natürlich bemerkbar.

Und dennoch: Wenn Britta Kneetz einen Blick in die Turnierergebnisse wirft, dann stellt sie nicht unzufrieden fest, dass ihre Schützlinge doch schon ein „recht hohes Niveau“ haben. Nicht selten stünden sie am Ende als Sieger oder Platzierte fest. „Und das auf Schulpferden, während andere doch schon auf eigenen Tieren reiten.“ Sie schließt daraus: „Sie haben viel gearbeitet, und das, was ich ihnen gesagt und gezeigt habe, haben sie gut in sich aufgenommen.“

Die individuelle Ausbildung ist aber nur eine Seite der Medaille auf dem „Gestüt Tannenhof“. Bereits zu Lutzhorner Zeiten hatte sich Britta Kneetz auf den Mannschaftssport, insbesondere auf das Quadrille-Reiten konzentriert, und dieses Interesse ist ihr auch in Horst nicht abhanden gekommen. Deshalb waren auch in diesem Jahr Mannschaften vom „Gestüt Tannenhof“ dabei, als es in Horst, Elmshorn und Segeberg darum ging, sich für das Landes-Quadrille-Finale in Elmshorn zu qualifizieren. Dass die Schützlinge von Britta Kneetz Vergleiche nicht zu scheuen brauchen, zeigte sich innerhalb der Prüfungen. In der 4er-Quadrille der Klasse E belegten die von ihr vorgestellten Teams die Plätze eins und zwei, und in der 8er-Quadrille der Klasse E erritten sie sich die Ränge zwei und drei.

Dafür trainiert hatten die Tannenhof-Reiter über das gesamte Jahr, neben dem normalen Reitunterricht einmal pro Woche. Dass alle Mannschaftsmitglieder auch am Springunterricht teilnehmen, erwies sich für die Quadrille als Vorteil: „Für die Balance und die Reaktionsfähigkeit ist das sehr gut, und auch der Überblick der Reiter auf das Gesamtgeschehen wird besser“, beschreibt Britta Kneetz die Vorteile einer breiteren Reitausbildung.

Wenn sie sich in punkto Quadrille-Turniere etwas wünschen dürfte, dann das: „Es wäre für alle von Vorteil, wenn sich insgesamt mehr Mannschaften beteiligen würden.“ Mehr Konkurrenz innerhalb der Turniere und mehr Turnierangebote landesweit könnte das Quadrille-Reiten nur voranbringen.  

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