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Aktuelles Interview : Kaysal legt viel Wert auf Teamwork

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Neuer Vorsitzender des Kreissportverbandes zieht nach einem halben Jahr erste Bilanz

von
erstellt am 28.Okt.2015 | 18:20 Uhr

Der Kreissportverband (KSV) hat im April eine neue Führung gewählt. Unter der Leitung des Kellinghuseners Himmet Kaysal wurde der Vorstand verjüngt. Nach einem halben Jahr ist es nun an der Zeit eine erste Bilanz zu ziehen. Mit dem neuen Vorsitzenden sprach unser Redaktionsmitglied Reiner Stöter.

Hallo Herr Kaysal, sie haben den Kreissportverband nach dem Tod des langjährigen Vorsitzenden Karl-Heinz Kruse schon über ein Jahr kommissarisch angeführt. Gleichzeitig mit ihrer Wahl auf dem Kreistag im April hat es eine Verjüngungskur gegeben. Wie hat sich der neue Vorstand eingearbeitet?

Das neue Team arbeitet super zusammen. Das Miteinander ist hervorragend, die Stimmung sehr gut. Wir haben bereits eine Menge angeschoben. Obwohl die Vorstandssitzungen nicht mehr monatlich, sondern einmal im Quartal stattfinden, ist die Geschäftsstelle dynamischer geworden, weil wir bei anfallenden Aufgaben sofort Telefonkonferenzen machen. So wurden Anträge bisher immer innerhalb von drei Tagen zum LSV nach Kiel weitergeleitet. Die Vereine bekamen von uns sogar schon nach zwei Tagen Bescheid ob Fördergelder fließen oder nicht.

Da sind Sie als erster Vorsitzender natürlich immer mit involviert. Das klingt nach viel Arbeit?

Das Amt ist eine Herausforderung – auch zeitlich. Besichtigung von Bauvorhaben, Vorstandssitzungen, Gespräche in Kiel wegen der Fördergelder, Sprechstunde in der Geschäftsstelle – die Palette der vielen Termine ist weit gefächert. Man lernt dabei nie aus und man muss akzeptieren, dass man in diesem Job überall angesprochen wird, wie zum Beispiel beim verkaufsoffenen Sonntag oder Kindertag in Itzehoe: Hier fehlt ein Flutlicht und da wäre ein Dressurplatz nötig. Man kann nicht sagen „Stopp ich bin jetzt Privatmensch.“ Es ist anstrengend, es macht mir aber riesigen Spaß, im Kleinen und im Großen Dinge bewegen zu können. Ich gehe freudig in den Tag. Und dass die Leute so positiv gestimmt sind, trägt seinen Teil dazu bei.

Machen sie etwas anders als ihr Vorgänger?

Ich lege mehr Wert auf Teamwork. Jeder Schriftverkehr wird dem Gesamtvorstand vorgelegt und die Aufgaben gleichmäßig verteilt. Der Vorstand hat sich auch bei Vereinen einfach mal vorgestellt. Das wurde bis dato noch nicht gemacht und kam positiv an.

Ist Ihnen etwas besonders aufgefallen?

Der gesamte Baumängel-Stau in den Sportanlagen insbesondere der Eigensportanlagen hat mich schon überrascht. Dies ist ist nicht innerhalb der nächsten zehn Jahre zu bewältigen. Fördermittel für Bauvorhaben werden zwar von uns vorrangig bearbeitet und aus Kiel werden vom LSV auch sofort Gelder zur Verfügung gestellt, aber wir sind im Kreissportverband schon zwei Jahre im Voraus in Planung. Das bedeutet, dass Anträge, die jetzt gestellt werden, erst in zwei Jahren anteilig von uns bedient werden können. Die Vereine müssen deshalb zwischenfinanzieren. Wir bräuchten eigentlich noch mehr Fördergelder für die Bausanierung, uns stehen aber nur ca. 30000 Euro im Jahr zur Verfügung.

Wie können sie die überhaupt gerecht verteilen?

Wir haben einen Ausschuss gebildet, der sich alle Bauvorhaben vor Ort anschaut und danach entscheidet, was förderfähig ist. Aufgrund unserer finanziellen Lage haben wir dabei auch schon mehrmals die Forderung gestellt, ein zweites Angebot einzuholen, um Geld einzusparen. Das kam bei einigen Vereinen nicht so gut an, weil das vorher noch nie verlangt wurde.

Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?

Ich möchte die Zusammenarbeit mit den Vereinen wiederbeleben. Fördermittel sollen möglichst schnell gerecht verteilt werden. Der KSV ist zwar nicht für sportliche Aktivitäten speziell zuständig, sondern mehr für die Finanzen in unserem Kreis, wir wollen trotzdem versuchen sportartübergreifend Förderkurse anzubieten, um damit den Vereinen zuzuarbeiten. Außerdem werden wir 2016 nach gut 20 Jahren wieder ein Sommerjugendlager veranstalten. Das wird in Schönhagen an der Ostsee stattfinden.

Die Mitgliederzahlen in den Sportvereinen schrumpfen allgemein. Wie sieht es in unserem Kreis aus?

Die Mitgliederzahlen gehen bei uns nicht so gravierend zurück, wie in anderen Kreisverbänden. Allerdings hatten wir in diesem Jahr erstmals einen Rückgang von 1,9% zu beklagen. Grund dafür war der Austritt des Sportanglervereins Itzehoe aus dem uns angeschlossenen Sportfischerverband. Das waren dann gleich über 1000 Leute weniger. Ohne diesen Verlust hätten wir auch in diesem Jahr gut dagestanden.

Wie muss sich der Sport im ländlichen Raum im Hinblick auf den demographischen Wandel in Zukunft aufstellen?

Das Thema ist derzeit zweitrangig, weil wir jetzt erst einmal die vielen Flüchlinge integrieren müssen. Das ist eine Herkulesaufgabe und ich stehe den Vereinen gern mit Ratschlägen zur Verfügung.

Was können Vereine insgesamt besser machen? Welche Möglichkeiten haben sie um z. b. Fördermaßnahmen anzuschieben?

Erstmal müssen Anträge rechtzeitig gestellt werden. Viele Vereine haben aber noch bei der Antragstellung Hilfebedarf. Deshalb haben wir auf unserer Homepage einen Downloadbereich eingerichtet, wo alle Anträge vorhanden sind. Unsere Geschäftsstelle ist auch verlässlich dienstags und donnerstags von 16 bis 18 Uhr besetzt, Unterlagen können direkt vor Ort besprochen werden.

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