Leichtathletik : Je länger, desto besser

40 Läufer aus vier Bundesländern beteiligten sich am 12.  „Steinburg-Ultra-Marathon“.
40 Läufer aus vier Bundesländern beteiligten sich am 12. „Steinburg-Ultra-Marathon“.

Zwölfter Steinburg-Ultra-Marathon zog auch Läufer aus Brandenburg an.

shz.de von
02. Juni 2014, 05:13 Uhr

Der vom Hohenasper SC veranstaltete Steinburg-Ultra-Marathon hat in der Laufszene einen guten Ruf: In diesem Jahr zogen die geführten Gruppenläufe über 43,1 und 50,8 Kilometer rund 40 Läufer aus Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen und Brandenburg an. „Gelaufen wurde zu Beginn in einem Tempo von sieben Minuten pro Kilometer. Ab Mehlbeker Tonkuhle auch im Sechs- beziehungsweise Acht-Minuten-Schnitt“, erläuterte Veranstaltungsleiter Uwe Weidenmüller die Belastungsgrößen.

Bei den meisten Aktiven handelte es sich um Langstreckler, für die die Teilnahme an ultra-langen Läufen (über 42,195 Kilometer) nichts Ungewöhnliches ist – so zum Beispiel für die Mitglieder des „100 Marathon Club Deutschland“. Unter ihnen nimmt Hans-Joachim Meyer eine besondere Stellung ein. Der Hamburger hat bereits 1537 Ultras in den Beinen und liegt mit dieser Leistung an fünfter Stelle der Weltrangliste. Meyer lief schon in Etappen von Rügen nach Basel (1234 km/17 Etappen) oder von der Bretagne bis ans Mittelmeer (1150 km/18). Mit dabei war er auch, als es in einem Rutsch von Athen nach Sparta ging (245 Km) und als 48 Stunden lang ununterbrochen gelaufen wurde: 333 Kilometer konnte sich der Laufenthusiast danach in seine Statistik eintragen. Zu Recht sagte er im Gespräch mit unserer Zeitung über sich selbst: „Der 100-Kilometer-Lauf ist meine Mitteldistanz.“

Zu seinem eigenen Bedauern beendete Hans-Joachim Meyer den diesjährigen Steinburg-Ultra-Marathon bereits nach 29,3 Kilometer. Ihn plagten Beinprobleme: „Ich hätte von Beginn an mit Rolf Frank aus Hohenaspe mitlaufen sollen, der lief von Anfang an ein langsameres Tempo. Mit ihm zusammen wäre ich wohl ins Ziel gekommen.“ Hans-Joachim Meyer war dann auch der Einzige, der sein Soll nicht erfüllt hatte. Besser lief es bei Natalie Keiser (Hohenaspe), Silke Bünz (Breitenberg) oder Malte Hippe (Itzehoe), die ihren ersten ultra-langen Lauf beendeten.

Früher Rennradfahrerin bei den „HEW-Cyclassics“ in Hamburg oder „Rund um Köln“, beteiligt sich Natalie Keiser seit eineinhalb Jahren als Läuferin im Lauftreff von Rolf Frank mit Längen bis zu zehn Kilometer. In Vorbereitung auf ihren ersten Ultra lief sie zweimal über diese Distanzen hinweg: „Einmal 16 und einmal 25 Kilometer.“ Trotz „mangelnder Vorbereitung“ war die Hohenasperin überzeugt, den Steinburg-Ultra-Marathon auch beenden zu können. Sicherheit in dieser Hinsicht hätte sie den Erfahrungen aus den Radrennen entnommen: „Sonst hätte ich es mir auch nicht zugetraut.“

Im Gegensatz zu Natalie Keiser dürfen sich Silke Bünz und Malte Hippe als Lauffortgeschrittener bezeichnen. Während Silke Bünz seit 2006 schon mehrmals zwischen Hörnum und List (33,333 km) unterwegs war und die Halbmarathondistanz beim Störlauf erfolgreich beendet hatte, suchte sie jetzt eine neue Herausforderung: „Ich wollte es mal ausprobieren, nachdem mir Laufkollegen diese Veranstaltung schmackhaft gemacht hatten.“ Außerdem sei sie gut für Anfänger, weil sie kein Wettkampf ist. Unterstrichen wurde diese Auffassung von Malte Hippe, der längstens bei den Stadtmarathons von Frankfurt und Hamburg unterwegs war. „Der Kurs ist fast flach und hat wenige Hügel.“ Für Neueinsteiger also bestens geeignet, zumal der Hohensaper SC viele Verpflegungsstationen eingeplant hatte. „Man fühlte sich bestens versorgt.“

Die weiteste Strecke, um in den Kreis Steinburg zu gelangen, hatten Alois Pielok (Nauen) und Jens Hunhold (Rathenow) zurückgelegt. Was die beiden Brandenburger bewegte, war die Aussicht auf einen Lauf durch die Landschaft mit geringer Läufer-Beteiligung. Beide sprachen sich lobend über das Engagement des Hohenasper SC aus: Frühstück mit belegten Brötchen, Nudeln, Kaffee und Kuchen für 22 Euro Startgeld: Wo bekäme man so etwas noch?

Mit dem Gesamtverlauf der Veranstaltung war Uwe Weidenmüller hochzufrieden: „Die Stimmung war super. Alle waren gut drauf und hatten Spaß gehabt.“ Angekommen sei auch die Strecke, die unter anderem durch die Waldgebiete von Hungriger Wolf, Drage und Looft geführt habe und über die der Mitorganisator Bernhard Baasch so urteilte: „Am schönsten war es in Drage, das Blankenese von Hohenaspe.“

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