Traditionsclub soll wieder Aushängeschild im Fußball werden : ISV 09 kurz vor der Wiederbelebung

Treckertaufe auf dem Lehmwohld:  Beim Arbeitsdienst fühlten sich alle schon wieder als ISVer.
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Treckertaufe auf dem Lehmwohld: Beim Arbeitsdienst fühlten sich alle schon wieder als ISVer.

Auf dem Lehmwohld werden die Ärmel hochgekrempelt

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27. Mai 2015, 05:00 Uhr

„Ärmel hochkrempeln und selbst anpacken“ – das ist das Motto vom neuen Vorsitzenden des kurz vor der Wiederbelebung stehenden Itzehoer SV, Manfred Koplin. Noch laufen die Fußballer des Lehmwohldclubs als FC Itzehoe auf. In der nächsten Saison soll der Verein aber wieder ISV 09 heißen.

„Ich war angetreten, um dem Traditionsverein den alten Namen zurückzugeben. Einmal um allen Ehemaligen, die uns nach der Umbenennung verlassen haben, ihre alte Heimat zurück zu geben, aber auch damit die Stadt Itzehoe ihren ISV wieder als Aushängeschild im Fußball hat.“ Zur Zeit sei man Letzteres zwar nicht mehr, man arbeite jedoch daran, es wieder zu werden. „Das können wir allerdings nur mit Unterstützung schaffen.“ Im Verein müssten sich alle daran gewöhnen, in Zukunft zu Beginn und am Ende der Saison Arbeitsdienste auf dem Clubgelände zu leisten. „Das muss in die Köpfe rein“ so Koplin.

Der erste Schritt sei getan. Der Verein habe nicht nur rund um das Clubheim aufgeräumt, sondern auch einen neuen Trecker angeschafft, damit die Spielflächen entsprechend bearbeitet werden können. Bei der „Treckertaufe“ waren neben den Altligaspielern, die den Arbeitdienst initiiert haben, auch mehrere Akteure der Kreisligamannschaft dabei. Bislang habe man mit der Altliga und der Kreisligamannschaft zwei Säulen, die unentgeltlich Trainings- und Spieleinsatz durch ihre Arbeit gewährleisten. „Es waren noch nie so viele Ligaspieler dabei, wie die letzten zwei Mal“, freut sich Koplin darüber, dass der Verein zu einer Gemeinschaft zusammenwächst und die Dinge selbst in die Hand nimmt.

Das ist umso wichtiger, wenn man weiß, mit welchen Kosten der Lehmwohldclub durch die Instandhaltung der Platzanlage leben muss. In dieser Hinsicht fühlt man sich von der Stadt im Stich gelassen: „Es wird mit zweierlei Maß gemessen. Im Stadion am Sandberg brennt im Winter zum Beispiel jeden Donnerstag volles Licht. Auf dem Platz ist aber niemand zu sehen.“ Bezahlt werden müsse das von keinem Verein. „Bei uns gehen dagegen Strom, Mähen, Düngen und Bewässern auf eigene Rechnung.“ Das sei ungerecht, ärgert sich Achim Bünning, der zusammen mit Eggert Reuß die Platzanlage pflegt – ehrenamtlich versteht sich. „Unsere gesamten Mitgliedsbeiträge gehen für die Anlage weg, das ist eigentlich nicht Sinn eines Vereins“, fügt der ehemalige ISV-Vorsitzende Hauke Ohlsen hinzu.

„Es gibt noch viel zu tun“, weiß Manfred Koplin. Als nächstes wolle man die Tribüne restaurieren, danach sei die Bande dran. Alles natürlich in Eigenarbeit. Anders könne man sich das nicht leisten. „Natürlich wollen wir aber auch sportlich wieder mehr bieten“, so Koplin. Man hoffe in der nächsten Saison wieder eine zweite Mannschaft melden zu können und die erste Mannschaft qualitativ zu verstärken. „Das ist nicht einfach, denn verlockende Angebote können wir nicht machen. Wir wollen mit Kameradschaft punkten, um den alten Lehmwohldgeist zu erwecken. Ausgaben für Spieler gibt es bei uns aber nicht mehr“, sagt der Vorsitzende, der trotzdem hofft, dass die erste Mannschaft möglichst schnell wieder in die Verbandsliga aufsteigt. Im Moment sei es jedenfalls nicht möglich, den Spielern etwas zu zahlen. Das könne sich zwar irgendwann ändern, wofür dann aber auch Unterstützung von Sponsoren benötigt werde. In finanzielle Abenteuer wolle man sich aber nicht mehr stürzen. Damit sich sportlich wieder mehr bewegt, soll vor allem die Jugendarbeit vorangetrieben werden. „Die Spielgemeinschaft mit Heiligenstedten wird es in der kommenden Saison nicht mehr geben. Wir wollen versuchen, wieder in eigener Regie zu spielen und den Nachwuchs für den Herrenbereich selbst aufbauen und fördern“, erklärt Koplin.

Die Weichen sind gestellt. Der Antrag auf Umbenennung zurück zum Itzehoer SV liegt sowohl beim Amtsgericht Pinneberg als auch beim Landessportverband vor. Die Signale von dort, dass alles rechtzeitig über die Bühne gehen werde, seien positiv. Manfred Koplin ist sich jedenfalls sicher: „In der nächsten Saison lebt der ISV 09 wieder auf!“

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