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Irritation nach Quasi-Freispruch

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shz.de von
erstellt am 04.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Wer soll sich da noch auskennen? Die Sportgerichtsbarkeit im Schleswig-Holsteinischen Fußballverband wirft in diesen Tagen einige Fragen auf. Hatte das Sportgericht den SHFV-Beobachtungswart Dr. Stefan Klaus wegen grober Unsportlichkeit bestraft, erhielt er nun vom Verbandsgericht quasi einen Freispruch. Aus einer groben Unsportlichkeit mit dem Vorwurf der Urkundenfälschung wurde jetzt eine geringfügige Unsportlichkeit, die keiner Bestrafung bedarf. Dass sich das Blatt so wenden würde, war allerdings vorauszusehen, nachdem sich der Vorstand in die Angelegenheit eingeschaltet und Dr. Klaus trotz der Verurteilung des Sportgerichtes zu einer fünfmonatigen Sperre sein Vertrauen ausgesprochen hatte. Jeder Politiker hätte nach einem solchen Urteilsspruch seinen Hut nehmen müssen, doch beim SHFV ticken die Uhren offenbar anders. Fakt ist, dass Dr. Klaus eine von Beobachter Egon Biere vergebene Note ohne Rücksprache geändert hat. Versehentlich sei dies geschehen, wofür sich Dr. Klaus entschuldigt habe, beteuert der mitbelastete Schiedsrichterausschuss um den Vorsitzenden Holger Wohlers. Das Sportgericht kam jedoch nach gründlicher Recherche zu der Auffassung, dass es sich mitnichten um ein Versehen gehandelt habe. Dass das angebliche Versehen niemals rückgängig gemacht wurde, ist ein weiteres Indiz für das Gegenteil. Warum es keine Rückfrage gab, dürfte mittlerweile jedem klar sein, denn es ist hinlänglich bekannt, dass das Verhältnis zwischen Dr. Klaus und Biere zerrüttet ist. Biere hätte niemals einer Änderung seiner Benotung zugestimmt. Also wurde er erst gar nicht gefragt. Dass aus dieser vorsätzlichen Handlung eine Kleinigkeit gemacht worden ist, löst schon einige Verwunderung aus. Steinburgs Kreisgerichtsvorsitzender Hans Biehl, der die Klage gegen Dr. Klaus eingereicht hat, ist aber nicht nur deshalb verärgert, sondern auch, weil vom Schiri-Ausschuss der Zeuge Egon Biere und nicht der eigentliche Täter Dr. Klaus als Buhmann hingestellt wird. Außerdem, so Biehl, seien Beobachtungen in Zukunft überflüssig, da dieser Fall deutlich mache, dass der Schiedsrichterausschuss sich das Recht herausnehme, Benotungen willkürlich zu verändern. Man müsse sich nicht wundern, wenn das Misstrauen an der Basis wachse.

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