Handball einmal anders : Inklusive Liga spielt in Horst

Die Special Haie freuen sich auf ihren Einsatz.
Die Special Haie freuen sich auf ihren Einsatz.

Special Haie erwarten acht Mannschaften zum Saisonabschlussturnier

23-524798_23-106797801_1555325825.JPG von
23. April 2019, 12:53 Uhr

Horst | Die „Special Haie“ können es kaum abwarten - am Sonntag, 28. April laden die inklusiven Handballer der HSG Horst/Kiebitzreihe zum Saisonabschlussturnier ein. 150 Spieler in acht Mannschaften von sechs Vereinen aus ganz Schleswig-Holstein treten in der „Hölle Horst“ an. Die ersten Herren übernehmen das Kampfgericht, Vertreter der Kreishandballverbände sind eingeladen, die„Haifisch-Bar“ sorgt für das leibliche Wohl und Hallensprecher Michael Schwarz wird den Tag mit sportlicher Schnauze und ganz viel Herz moderieren. Wer noch nie inklusiven Handball erlebt hat, sollte den Tag nutzen und den Teams bescheren, was sich alle Sportler von Herzen wünschen: Begeisterte Zuschauer!

Hier geht es nicht um Leistung, aber um Gewinnen und Verlieren und um Tore und Tabellen schon Astrid Tillein, Trainerin Special Haie
 

Hinter rund 30 Special Haien stehen als Trainerinnen Astrid Tillein und Brita Mehrens, die seit der Saison 2018/19 mit vielfältigen Aktivitäten, ganzheitlichem Ansatz und klarem Ziel inklusiven Handball in den Kreis Steinburg bringen. „Hier geht es nicht um Leistung, aber um Gewinnen und Verlieren und um Tore und Tabellen schon“, erklärt Brita Mehrens das „was“. Astrid Tillein ergänzt zum „wie“: „Allein kann das keiner schaffen - wir brauchen Leute, die Hand in Hand mitgestalten, gute Rahmenbedingungen schaffen und kritisch miteinander umgehen können.“ Ziel ist, in Schleswig-Holstein eine inklusive Handball-Liga mit Punktspielen aufzubauen – am Turniersonntag sind Teams aus Todesfelde, Ohrstedt, Neumünster, Munkbrarup und Lübeck dabei.

Partnerspieler

Nach eng gefassten Alters- und Leistungskriterien würde nirgendwo im Land eine Mannschaft für Handballer mit Handicap zustande kommen. Auch in Horst macht die Mischung das Spielgeschehen möglich – und Partnerspieler, die sich so viel wie nötig und so wenig wie möglich einbringen. Den Zuschauern erschließt sich erst auf den zweiten Blick, wer auf dem Spielfeld gibt, was er kann, und wer sich zurückhält, um den Mitspielern genau das zu ermöglichen. Partner helfen, das Spiel zu strukturieren und werfen auch selbst Tore. Im Tor steht immer ein Sportler mit Handicap.

Bereicherung und Entlastung

Mit Bus und Bahn zum Handballtraining: Selbständigkeit ist für die „Special Haie“ eine Art Nebendisziplin, Duschen ebenfalls. Handball findet hier nicht nur auf dem Spielfeld und zu festen Zeiten statt, sondern im größeren Rahmen: Schulungen, Freizeiten, Feiern, Ausflüge, Gemeinschaft! Als Vater einer 15-jährigen Tochter freut sich Stefan Jermies (Kiebitzreihe): „Sport hat eine große Bedeutung für unsere Familie - jetzt hat auch Jule was!“ Teilhabe könne doch nicht heißen - ich habe Spaß, aber für dich gibt es leider keine Möglichkeit dazu. Der inklusive Handball sei Bereicherung und Entlastung zugleich, denn seiner Erfahrung nach haben es Kinder mit Behinderung schwer, im Alltag Freunde zu finden.“

Bei den Special Haien erlebe ich mein Kind als Kind und nicht als ‚behindert‘ Stefan Jermies, Vater
 


zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen