Faustball : Hochspannung vor großer Kulisse

Lieferten Spiele, die an Spannung teils nicht zu überbieten waren: die Spieler bei der Faustball-U18-Europameisterschaft wie auch im finale zwischen Deutschland und Österrich. Fotos: Hinz (2)
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Lieferten Spiele, die an Spannung teils nicht zu überbieten waren: die Spieler bei der Faustball-U18-Europameisterschaft wie auch im finale zwischen Deutschland und Österrich. Fotos: Hinz (2)

Die deutsche männlich U18 holt sich in Kellinghusen im Finale gegen Österreich den EM-Titel, die deutschen Mädchen kommen auf Rang zwei.

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14. Juli 2015, 11:36 Uhr

Länderspiel-Stimmung in Kellinghusen: Vor einer lautstark feiernden Zuschauerkulisse mit Trommeln, Tröten und Fahnen schnitten die beiden deutschen Teams bei der U18-Europameisterschaft im Faustball zumindest teilweise so erfolgreich ab, wie sie es sich erwünscht hatten.

Auf dem Gelände des VfL Kellinghusen gelang dem männlichen Team am Wochenende der ausgiebig gefeierte Titelgewinn mit einem 3:0 im Finale gegen Österreich. Die weibliche Mannschaft musste sich mit einem zweiten Platz nach einem 0:3 im Finale, ebenfalls gegen Österreich, begnügen, was sie bei genauerem Hinsehen aber auch als Erfolg verbuchen kann.

Beide als amtierende Weltmeister und Zweite der vorherigen EM angetreten, trafen sie mit Österreich und der Schweiz auf die derzeit stärksten Nationen in Europa. Die 500 und 600 Zuschauer am ersten und zweiten Tag erlebten Spiele von insgesamt 60 Sportlern, die teils an Spannung kaum zu überbieten waren.

In der Vorrunde der Damen trafen nach einem deutschen Sieg gegen die Schweiz (3:0) im Duell um den direkten Finaleinzug Weltmeister Deutschland und Europameister Österreich in der Neuauflage des letzten EM-Finales aufeinander.

Im Angriff startete auch Lokalmatadorin Jacqueline Böhmcker vom VfL Kellinghusen mit mehreren Assen in einem lange sehenswerten Spiel, das Deutschland mit 3:0 gewann und als erster Finalteilnehmer fest stand.

Nachdem Österreich gegen die Schweiz das Halbfinale um den zweiten Startplatz für das Endspiel mit 3:0 gewann, stand auch der Finalgegner von Deutschland fest.

Im Finale allerdings ein anderes Bild. Das gewannen die Österreicherinnen nämlich recht schnell und für die Deutsche Mannschaft enttäuschend mit 3:0. „Die Defensivleistung war entscheidend für die Niederlage“, sagte Organisator Bernd Schneider. „Sie spielten plötzlich nervös und ungenau konnten ihre Leistung nicht mehr abrufen“, kommentierte er.

Die Kellinghusenerin Jacqueline Böhmker (18), war hinterher etwas enttäuscht: „Im Endspiel waren wir zu stark unter Druck geraten, den wir so nicht erwartet hatten“, sagte sie. „Aber dass wir im Endspiel waren, war ja schon gut.“

Erfolgreicher lief es bei den Jungen. Nachdem sie in der Vorrunde die Schweiz noch mit 3:0 geschlagen hatten, verloren sie ihr Spiel gegen Österreich allerdings mit 0:3 und mussten den Umweg ins Finale über das Halbfinale am folgenden Tag erneut gegen die Schweiz antreten.

Mit dem nach Verletzung erst eingewechselten Kellinghusener Rouven Kadgien kam die Wende, als die deutsche Mannschaft mit großem Kampf aus einem 0:2-Satzrückstand noch ein 3:2 machte, wobei der Entscheidungssatz mit dem knappsten aller Ergebnisse endete: 15:14. Damit stand der deutsche Finaleinzug fest.

Im ewigen Duell Deutschland gegen Österreich wurde im Finale der neue Europameister gesucht, der nach klarem Spielverlauf mit 3:0 für die deutsche Mannschaft schnell fest stand, wo vor allem der bullige Cedric Trinemeier den Sack mit seinen Punkten zu machte.

Ebenso wie im Frauenfinale dominierte hier die Mannschaft, die man vor dem Spiel als Außenseiter abgetan hatte, das Spiel und holte sich am Ende den Titel. Ein überglücklicher Rouven Kadgien (17) kommentierte: „Am zweiten Tag lief es für uns komplett anders: Wir haben richtig gut aufgespielt und gegen Österreich alles getroffen. Wir haben alle an einem Strang gezogen. Es lief einfach gut für uns.“

So überwog bei der Siegerehrung auch nur Lob. Bürgermeister Axel Pietsch, der auch Schirmherr der Veranstaltung war, dankte den Fans und den Spielern, die nie aufgegeben haben: „Es war eine super Kulisse.“ Jürgen Albrecht vom Internationalen Faustballverband sagte: „Dies war eine Werbung für den Faustballsport.“

Der VfL-Vorsitzende Detlev Rehmke lobte: „Wir haben ein tolles Wochenende mit europäischem Spitzensport erlebt. Alle haben technisch hervorragend gespielt und Großes geleistet.“

Organisator Bernd Schneider befand: „Die Stimmung und die Zuschauer waren super. Das Wetter hat gehalten, auch wenn es hier und da mal geregnet hat. Es war eine runde Veranstaltung.“

 
I

nternet: www.vfl-kellinghusen.de, www.sportdeutschland.tv, http://em2015.vflfausti.org

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