Leichtathletik : Hitzeschlacht in Kellinghusen

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Die Schnellsten im Frauenrennen über 5,4 Kilometer (v. l.): Lina Rohwer (2.), Pia Lenkeit (1.) und Caroline Than (3.).
Die Schnellsten im Frauenrennen über 5,4 Kilometer (v. l.): Lina Rohwer (2.), Pia Lenkeit (1.) und Caroline Than (3.). Fotos: Hermann Schwichtenberg

Beim 24. Liliencronlauf gab es über die beiden Strecken klare Siege.

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25. August 2019, 11:27 Uhr

Kellinghusen | Bei der 24. Auflage des Liliencronlaufes begrüßte der Veranstalter VfL Kellinghusen rund 200 Starter. Bei hochsommerlichem Wetter mit Temperaturen knapp unter 30 Grad setzten sich die Sieger klar durch. Auf der 10,1 Kilometer langen Strecke waren Veronika Muhra (41:17) und Tobias Klähn (37:50) die Schnellsten, und über 5,4 Kilometer lagen Pia Lenkeit (20:58) und Viktor Kirsch (16:50) vorn.

Muhra baut Vorsprung Meter um Meter aus

Der klarste Sieg gelang Veronika Muhra (30). Die Volkssportlerin aus Barmstedt, die bei Übungsläufen ihre beiden kleinen Kinder im Babyjogger mitnimmt und nur sporadisch trainiert, setzte sich gleich nach dem Startschuss an die Spitze aller Konkurrentinnen. Meter um Meter baute sie ihren Vorsprung aus und gewann am Ende klar vor Petra Kayßer (47:17) und Natalie Willsch (47:30).

Rennen meist allein gestaltet

Bei ihrem Siegeslauf in einer Zeit, die besser war als die der schnellsten Schleswig-Holsteinerin des Vorjahres über zehn Kilometer innerhalb der Altersklasse W30, war Veronika Muhra meist auf sich alleine gestellt. Lediglich den ersten und letzten Kilometer gestaltete sie gemeinsam mit Michael Michaelsen, der sich zwischen den Distanzen meist deutlich hinter der Siegerin aufhielt. Gerne hätte sie es gehabt, von einem schnelleren Laufpartner begleitet zu werden. Spannender verlief der Kampf um die beiden nächsten Podiumsplätze. Natalie Willsch bemühte sich dabei nach Kräften, die zwischenzeitlich entstandene Lücke zu Petra Kayßer zu schließen, doch letztlich gelang ihr das Vorhaben nicht.

Tobias Klähn setzt sich früh ab

Bei den Männern setzte sich Tobias Klähn nach noch nicht einmal einem Kilometer von dem Rest des Feldes ab und hatte am Ende deutlichen Vorsprung vor Sven Teegen (38:28) und Stefan Hintze (39:19). Trotz des Erfolges war es für den Sieger kein leichtes Rennen: „Ich hatte keine Schwierigkeiten, mich abzusetzen, aber vorn zu bleiben. Lediglich auf den ersten drei Kilometern konnte ich das Tempo laufen, das ich mir vorgenommen hatte.“ Danach wurde er langsamer, konnte sich bei dem kräftezehrenden Lauf aber dennoch vorne halten.

Entscheidung um Rang zwei nach vier Kilometern

Hinter dem Führenden kämpften Sven Teegen und Stefan Hintze um die Plätze. Die Entscheidung um Rang zwei leitete Sven Teegen nach rund vier Kilometern ein, als er sich peu á peu von Stefan Hintze absetzte. Im Ziel bekundete Stefan Hintze: „Der Vorsprung von Sven baute sich allmählich immer mehr auf. Ich hatte keine Möglichkeit, ihm zu folgen und war froh, dass direkt hinter mir niemand war.“ Einen spannenden Zweikampf lieferten sich hinter dem Führungstrio Dennis Geertz (40:20) und Marc Reimers (40:23), die im Ziel lediglich drei Sekunden auseinander lagen.

Viktor Kirsch feiert sein Comeback

Gesamtsieger über 5,4 Kilometer wurde der mehrfache Deutsche Seniorenmeister und ehemalige Europameister seiner Altersklasse Viktor Kirsch. Nach langer Trainingspause, hervorgerufen durch eine Verletzung bei den Deutschen Crossmeisterschaften im März, deutete der Seniorenläufer aber an, dass zukünftig wieder mit ihm zu rechnen sein wird. „Ich bin erst bei 70 bis 75 Prozent meines Leistungsvermögens“, sagte Viktor Kirsch.

Ernährungstipp an die Konkurrenz

Beim Liliencronlauf hätte er sich allerdings mehr Konkurrenz gewünscht. Lediglich auf den ersten 800 Metern hatte er in Patrick Hintze (18:15) und Lars Lassen (18:42) die Begleitung, die ihm lieb war. Gelegen kam Viktor Kirsch der Alleingang über mehr als vier Kilometer aber nicht, deshalb sein Rat an die Konkurrenz: „Sie müssen mehr Karotten essen.“ Zudem sei ein harter Tempolauf auch „eine Kopfsache“. Hinter dem Führenden gestalteten Patrick Hintze und Lars Lassen das Rennen zunächst gemeinsam. Doch nach zwei Kilometern setzte sich Patrick Hintze von seinem Laufpartner ab und baute schon bald einen Vorsprung zu Lars Lassen auf, der sich zum Ende des Rennens hin konstant blieb.

Handballerin Pia Lenkeit vor den Spezialistinnen

Bei den Frauen siegte überraschend die Handballerin Pia Lenkeit vor den Spezialistinnen Lina Rohwer (21:45) und Caroline Than (22:29). Den Grundstein für den Erfolg setzte Pia Lenkeit bereits während der Startphase. Zwar versuchte Carolinie Than, das flotte Anfangstempo mitzugehen, übernahm sich dabei aber. Nach knapp zwei Kilometern verlor sie den Anschluss und wurde bei Kilometer vier auch noch von Lina Rohwer überholt. Pia Lenkeit selbst orientierte sich bei ihrem Rennen zunächst an Caroline Than: „Als die weg war, suchte ich mir neue Ziele.“ Und das waren Männer, von denen sie einige sogar noch überholen konnte. Anerkennender Kommentar von Langstreckler Viktor Kirsch: „Megageil.“

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