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Leichtathletik : Hitzeschlacht beim City-Lauf

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Rike Friedrichs und Michael Mankus liegen in Glückstadt über zehn Kilometer vorn, Johanna Grell und Fynn Sänger gewinnen den „Fünfer“.

Welch eine Hitze bei der 24. Auflage des Glückstädter City-Laufs. Fast 30 Grad Celsius zeigte das Thermometer an, als die rund 500 Teilnehmer auf die Strecken von 250 Meter bis zehn Kilometer gingen. Bereits vor dem Start war klar, dass an super Rennzeiten nicht zu denken war. Deshalb: Alle strengten sich an, richteten ihr Tempo aber nach den hochsommerlichen Temperaturen.

Nachdem der Nachwuchs seine kurzen Runden um Marktplatz beziehungsweise Fleth gedreht hatte, waren die Langstreckler an der Reihe. Sowohl über zehn als auch über fünf Kilometer setzten sich die Besten jeweils klar durch.

Den längeren Törn begann der spätere Sieger Michael Mankus (38:25) mit schnellen Schritten: „Viel zu schnell“, gab der Ultraläufer im Ziel dann auch zu. Nach etwa zwei Kilometern habe er dann aber doch sein Tempo gefunden, um den herausgelaufenen Vorsprung „sicher zum Ziel hinzuretten“. Und dennoch: Gefährdet war Michael Mankus zu keinem Zeitpunkt. Die zunächst Folgenden – Andreas Ehlers (39:28), Nils Meyer (42:18), Robin Muxfeldt (42:18) und Bodo Praefke (43:25) – machten angesichts der Temperaturen keine Anstalten, um dem Führenden näher zu kommen. Nicht ohne Freude betonte der: „Ich habe keinen hinter mir gesehen“, denn zurückgeblickt habe er nicht: „Umsehen bedeutet Schwäche“, und die Blöße habe er sich nicht geben wollen.

Hinter Michael Mankus kämpften Andreas Ehlers und Nils Meyer zwei Kilometer lang auf Augenhöhe, dann setzte sich Ehlers ab, nachdem Meyer das Tempo rausgenommen hatte. Die interessantesten Zweikämpfe bei den Männern entwickelten sich hinter dem Führungstrio: Im Ziel lagen Uwe Fleischer (43:36), Thomas Fuß (43:41), Axel Kamp (43:41) und Bernd Wiggers (43:42) nur ganz knapp auseinander.

Die endgültige Entscheidung um Sieg und Platzierung fiel aus Sicht des späteren Zweiten nach der ersten von zwei Runden: „Ich bin deutlich langsamer geworden. Die Wärme machte mir Schwierigkeiten“, sagte Andreas Ehlers im Ziel. Nur noch durchkommen wollte auch Nils Meyer – und zwar auf Platz drei: „Damit bin ich zufrieden.“ Deshalb auch gar nicht erst der Versuch, sich weiter nach vorn zu arbeiten: „Man muss ja nicht höher springen, als man muss.“

Beim Frauenlauf erwies sich Rike Friedrichs als eine Klasse für sich: „Ich habe schnell gemerkt, dass ich alleine war, aber zum Schluss war ich mir meines Erfolges dann doch nicht mehr ganz sicher.“ Grund zum Zweifeln hätte die Itzehoerin aber nicht haben müssen, denn sowohl die Magdeburgerin Elke Grabe als auch die Glückstädterin Godje Roß konnten dem Tempo der Siegerin zu keinem Zeitpunkt folgen. „Ich hatte nur in der ersten Runde Sichtkontakt zur Siegerin“, sagte Elke Grabert im Ziel. Zunächst sei sie noch hinter Godje Roß gelaufen: „Doch noch vor dem Ende der ersten Runde habe ich sie überholt.“

Glücklich im Ziel war auch Godje Roß, für die die letzten drei Kilometer nicht nur wegen der Hitze zur Tortur wurden: „Ich bekam Seitenstiche.“ Den Vorstoß von Elke Grabert erlebte sie so mit: „Ich versuchte zu folgen, hatte aber keine Chance dranzubleiben. 500 Meter lang hatte ich es versucht, doch dann ging nichts mehr“, betonte die nicht enttäuschte Dritte. Trotz der hohen Temperaturen empfand sie ihren Lauf als „cool“.

Bei den Frauen bestimmten über fünf Kilometer Johanna Grell (20:27), Birgit Friedrich (21:04) und Lea Allenberg (22:35) das Tempo. Dass Grell am Ende vorn liegen würde, damit hatte die Glückstädterin selbst nicht gerechnet. „Ich bin schon in Heide gelaufen, und wusste nicht, wie stark ich sein würde“, sagte sie im Ziel. Sicherheit bekam sie erst zum Schluss: „Ich habe gemerkt, dass niemand dicht hinter mir war.“

Für Birgit Friedrich – sie hatte in früheren Jahren in Glückstadt schon gesiegt – war die die Welt dennoch in Ordnung: „Ich bin mit meiner Leistung rundum zufrieden.“ Mit Blick auf die ebenfalls aus dem Kehdinger Land stammende deutlich jüngere Lea Allenberg sagte Birgit Friedrich: „Demnächst wird sie an mir dranbleiben können.“ Die läuferischen Mittel werde sie sich antrainieren.

Den Fünfer der Männer gewann Fynn Sänger (17:29) vor Xhevat Kransiqi (17:55), Tim Berkhahn (18:19) und Marcel Krüger (18:23). Dem Sieger folgen konnte lange Zeit nur Xhevat Krasniqi: „Mein Ziel war, Fynn nicht aus den Augen zu verlieren.“ Und diese Rechnung ging lange Zeit auf – bis zum Ende des dritten Kilometers, nach dem sich Fynn Sänger mehr und mehr absetzte: „Ein unbedingtes Folgen hätte wohl nichts gebracht, denn Fynn hätte sicher noch zusetzen können“, so der Zweite im Ziel.

Von Anfang an hinter den beiden Führungsläufern lief Tim Berkhahn, der nach dem dritten Kilometer rund 200 Meter hinter ihnen lag, den Rückstand zu Xhevat Kransniqi aber doch noch um rund 100 Kilometer verkürzen konnte. Tim Berkhahn: „Zwischenzeitlich hatte ich sogar das Gefühl, ich könnte Xhevat ganz erreichen. Doch dann blieb der Abstand konstant.“

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