Drei Spiele Anlaufzeit beim Heider SV : Hinrich Schröder erkämpft sich Stammplatz

Stammplatz beim Heider SV: Hinrich Schröder (r.) hier in der Landespokalpartie bei SC Weiche Flensburg 08.
Stammplatz beim Heider SV: Hinrich Schröder (r.) hier in der Landespokalpartie bei SC Weiche Flensburg 08.

Wackener ist als Innenverteidiger beim Fußball-Oberligist erste Wahl

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12. Januar 2020, 17:46 Uhr

Heide/Itzehoe | In der vergangenen Saison begegneten sich die alten Westküstenrivalen TSV Lägerdorf und Heider SV noch in der höchsten Fußball-Liga Schleswig-Holsteins. Aktuell trennen die beiden Klubs zwei Spielklassen – bedingt durch den Abstieg des TSV in die Landesliga und den gelungenen Aufstieg der Dithmarscher in die Regionalliga.

Von der Breitenburger an die Meldorfer Straße

Der Wackener Hinrich Schröder hat beides erlebt: Der Abwehrspieler wechselte am Ende der abgelaufenen Spielzeit von der Breitenburger Straße in Lägerdorf an die Meldorfer Straße nach Heide und ist im Defensivverbund des „kleinen“ HSV mittlerweile zu einer festen Größe geworden. „Ich hatte mich aus persönlichen Gründen entschieden, nach drei Jahren Lägerdorf zu verlassen, schon bevor die Anfrage aus Heide kam“, stellt der 29-Jährige klar. Beim Probetraining unter HSV-Coach Sönke Beiroth gewann der Steinburger dann für sich die Überzeugung, sein Glück in der vierthöchsten deutschen Spielklasse versuchen zu wollen. Fast alle Akteure aus dem HSV-Kader kommen aus der Heider Nachwuchsarbeit oder zumindest wie Schröder selbst und seine Steinburger Teamkollegen Lennart Busch (21), Calvin Ehlert (21) und Alexander Vojtenko (20) aus der näheren Region. Zur Fortsetzung der Rückserie

Zunächst noch nicht nach Wunsch

Nach dem Saisonauftakt lief es für ihn allerdings noch nicht nach Wunsch: In den ersten drei Partien hatte er noch keine einzige Minute Einsatzzeit. „Das Ganze war natürlich eine große Umstellung für mich – ein Riesensprung. Der Respekt war schon groß“, berichtet er.

Größerer Konkurrenzkampf

Auch der Konkurrenzkampf ist im Regionalliga-Kader naturgemäß noch viel deutlicher ausgeprägt. „In Lägerdorf kicken schon richtig gute Jungs. Aber in Heide sind jedes Mal mindestens 20 Leute beim Training, jede Position ist doppelt besetzt. Und alle hängen sich voll rein. Schließlich will jeder einzelne beim nächsten Spiel in der Startelf stehen.“ Es mag dem Linksfuß in die Karten gespielt haben, dass die Ergebnisse zu Beginn schlimmste Befürchtungen zu bestätigen schienen – beim 1:5 beim Hamburger SV II, dem 0:1 gegen Werder Bremen II und dem 1:6 bei Eintracht Norderstedt zahlten die Heider reichlich Lehrgeld.

Gegen Lübeck erstmals in der Startelf

Beim 0:4 gegen den VfB Lübeck am vierten Spieltag stand Schröder bereits in der Startelf. Es folgte beim 2:0 auf eigenem Platz gegen die Reserve von Hannover 96 der erste Sieg – wieder spielte Schröder von der ersten bis zur letzten Minute wie in insgesamt 14 der bisherigen 21 Partien. Zudem wurde er zweimal jeweils im zweiten Durchgang ausgewechselt. Seine festen Platz fand er dabei entweder auf der linken Seite der Dreier-Abwehr oder als linker Innenverteidiger in der Viererkette.

Torschütze

Sogar in die Torschützenliste trug sich der angehende Berufsschullehrer (Wirtschaft und Sport) ein. Beim bisherigen einzigen Auswärtssieg des Teams (2:1 beim HSC Hannover) köpfte der 1,86 große Defensivmann zum wichtigen 1:1-Zwischenstand ein. Am besten zurecht kamen die Dithmarscher auf eigenem Platz gegen die U23-Teams der Profiklubs. „Im Heider Stadion können die meist sehr jungen Spieler des Gegners ihre technische Überlegenheit nicht wie gewohnt zur Geltung bringen“, sagt Schröder. „Da hatten wir dann schon Vorteile mit unserer körperlichen Spielweise.“ Waren die Dithmarscher beim Profi-Unterbau zu Gast, wurden sie aber auch schon mal – wie beim 0:5 in Bremen – in Grund und Boden gespielt. Auch erfahrenen Teams wie Norderstedt, Drochtersen und Havelse war schwerer beizukommen.

Lernprozess

Zwar stehen die Heider in der Winterpause auf einem Abstiegsplatz. Aber dennoch haben sie mit 15 Zählern mehr Punkte auf dem Konto, als es ihnen manch ein Beobachter vor dem Saisonbeginn zugetraut hatte. „Wir lernen ständig dazu und versuchen immer, uns weiter zu verbessern. Aktuell arbeiten wir an den Defensiv-Standards. Jedes Training ist sehr intensiv“, sagt Schröder. Drei Mal die Woche bittet Coach Sönke Beiroth sein Team zu den Übungseinheiten. „Es ist immer noch alles möglich“, sagt Hinrich Schröder. „Wir streben auf jeden Fall und mit aller Kraft immer noch unser Saisonziel Klassenerhalt an.“

Zeitmanagement

Zwischen Studium und eigenem Training findet Hinrich Schröder auch noch Zeit, um die B-Jugend der SG Wilstermarsch (Oberliga SH) zu coachen. Für das Herrenteam von Alemannia Wilster war er selbst in sieben Spielzeiten aufgelaufen. „Da brauche ich schon ein gutes Zeitmanagement. Ohne die Hilfe meiner Kollegen Sebastian Drobinski und Jan Richter wäre das aber gar nicht möglich.“ Auch die bereitwillig geleisteten Fahrdienste der Eltern seiner Spieler durch ganz Schleswig-Holstein seien unverzichtbar.

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