Kreismeisterschaften der Pony-Reiter und Kombinierer : Harmonie zwischen Reiter und Pferd

So sehen Sieger aus (v.l.): Beeke Reimers auf Chello, Hauke Postel, Pia Sophie Haensel auf Arvalon Hugo Boss, Bettina Rickers-Hass, Lucy Mohr auf Dante und Birgit Lamke nach erfolgter Ehrung der neuen Kreismeister.
So sehen Sieger aus (v.l.): Beeke Reimers auf Chello, Hauke Postel, Pia Sophie Haensel auf Arvalon Hugo Boss, Bettina Rickers-Hass, Lucy Mohr auf Dante und Birgit Lamke nach erfolgter Ehrung der neuen Kreismeister.

Lucy Mohr, Pia Sophie Haensel und Beeke Reimers krönen sich in Nutteln zu neuen Titelträgern.

Avatar_shz von
13. August 2019, 17:04 Uhr

Nutteln | Bereits zum 31. Mal in Folge richtete der Reit- und Fahrverein Nutteln im Rahmen seines Großen Turniers die Pony-Titelkämpfe für den Reiterbund Steinburg aus. Siegerin in der Dressur wurde Lucy Mohr (12/RV Breitenburg) auf dem zwölfjährigen Deutschen Reitpony Dante. Bei den Springreitern verteidigte Pia Sophie Haensel (10/RuFV Nutteln) ihren Titel aus dem Vorjahr auf dem zehnjährigen Welsh-Pony Arvalon Hugo Boss.

In die Turnierabfolge integriert waren auch die Meisterschaften für die Kombinierer (LK6), die auf ihren Pferden sowohl eine Dressur- als auch eine Stilspringprüfung zu absolvieren hatten. Es siegte Beeke Reimers (15/RuFV Nutteln) auf dem sechsjährigen Holsteiner Wallach Chello.

Zum ersten Mal bei einer Kreismeisterschaft dabei war Dressurreiterin Lucy Mohr. Die Breitenburgerin sitzt seit sieben Jahren im Sattel, hat seit rund zwölf Monaten ihr Sieger-Pony unter sich und reitet täglich. Da kommt der Erfolg nicht zufällig. In Zahlen drückt er sich so aus: Von drei Wertungsprüfungen gewann sie drei und lag am Ende mit 150.00 Wertungspunkten vor Rebecca Keller (144.00/RV Kollmar) und Beeke Lole Böge (138.00/RuFV Nutteln).

Über den Grund ihre beeindruckende Siegesserie sagte die neue Kreismeisterin: „Ich habe mich im Training bei Monika Schreiber gut vorbereitet.“ Ihr Ziel sei gewesen, beim ersten Auftritt bei Kreismeisterschaften unter die ersten Drei zu kommen. Mit drei Siegen in allen drei Teilprüfungen habe sie deshalb auch nicht gerechnet. Respekt sollte sie dem Pony Dante: „Er hat sich im Viereck gut benommen. Deshalb war es mir auch möglich, ihn leicht zu führen.“

Für sie seien die Kreismeisterschaften „Saisonhöhepunkt“ gewesen mit einer Konkurrenz, die sie als sehr stark empfunden habe. „Ich musste mich sehr konzentrieren, um Erfolg zu haben.“ Nun hofft Lucy Mohr, dass sie noch einige Jahre Ponyreiterin bleiben kann, ehe sie aufs Großpferd umsteigt.

Springreiterin Pia Sophie Haensel, die jeden Tag zumindest auf einem Vierbeiner sitzt, ist das Reiten sozusagen in die Wiege gelegt worden. „Ich saß schon auf einem Pferd, bevor ich überhaupt laufen konnte“, sagt sie. Obwohl sie am Ende nach den gewonnenen drei Teilprüfungen innerhalb der Meisterschaftswertung mit 150.00 Punkten relativ sicher vor Milan Much (143.00/RuFV Nutteln) und Lara Musfeldt (142.00/RuFV Wilster) rangierte, betrachtete sich die Konkurrenz als „sehr eng“, denn zwei Fehler in der finalen Prüfung hätten ausgereicht, um das Klassement noch auf den Kopf zu stellen. Aber das verhinderte ein fehlerfreier Ritt innerhalb der dritten Runde. „Bei allen Teilprüfungen war ich mit meinem Pony zufrieden.“

Geplant seien für sie nach ihrem Auftritt in Nutteln noch einige Vielseitigkeitsprüfungen. Diese Disziplin betreibe sie bereits seit geraumer Zeit. Weil dazu auch die Dressur gehört, müsse sie sich ebenfalls mit den Lektionen auseinander setzen, die sie innerhalb der Vielseitigkeit zu reiten habe. Dass Pia Sophie Haensel innerhalb der Dressur ebenfalls konkurrieren kann, beweist die Tatsache, dass sie bei den Pony-Kreismeisterschaften als Fünfte nur einen Punkt hinter der Dritten rangierte.

Kombiniererin Beeke Reimers reitet seit rund zweieinhalb Jahren und beteiligte sich erstmals an den Titelkämpfen. Entsprechend ihrer Disziplin trainiert sie Springen und Dressur an vier bis fünf Tagen die Woche in einem ausgeglichenen Verhältnis. Besser laufe bei ihr das Springen – auch in Nutteln mit der Wertnote 7.80 gegenüber der Dressur, für die die Wertungsrichter ihr eine 6.70 gaben. Letztlich reichten die 14.50 Punkte, um sich vor Melina Steinleitner (13.90/RV Breitenburg) und Sonny Thode (13.10/RFSch Kellinghusen) zu behaupten. Dass sie und Chello erstmals bei Titelkämpfen dabei waren, hätte einen Grund: „Mit uns klappt es bei Turnieren erstmals in diesem Jahr.“ Im Gegensatz zu bisherigen Saisonverläufen war die laufende bislang mit mehreren Platzierungen durchaus erfolgreich.

Die Erwartungen der neuen Kreismeisterin waren vor dem Turnier nicht euphorisch. „Man hofft zwar immer, dass man gewinnt, aber das klappt ja nicht immer.“ Zudem habe sie in Nutteln auch starke Konkurrenz gehabt, die sie vorher aber nicht genau einschätzen konnte: „Die Zweite und Dritte kannte ich nicht. Sie waren aber megastark, so dass ich mich schon mega konzentrieren musste.“

Belastet habe sie dass in den Prüfungen nicht. „Mein Pferd war in beiden Teilprüfungen sehr aufmerksam. Wir sind zu einer Einheit gewachsen.“ Weil Beeke Reimers im Herbst das Abzeichen für die Leistungsklasse 5 ablegen will, habe sie sich auch letztmalig an den Titelkämpfen in der Kombination beteiligen können. Jetzt freue sie sich darauf, die Saison auf A-Niveau zu Ende reiten zu können und auf einen Lehrgang im Oktober bei der ehemaligen Mannschafts-Welt- und Europameisterin Janne Friederike Meyer-Zimmermann. Den hatte sie sich in Herfart bei einem Stilspringen verdient, das sie mit der Wertnote 8.2 abschloss.

Im Rahmen der Siegerehrung verabschiedete der Reit- und Fahrverein Nutteln seinen langjährigen Stadionsprecher Gerd-Günter Johannsen, der die Tätigkeit auf dem Großen Turnier rund 20 Jahre lang ausgeübt hatte. Seine Nachfolgerin, Anke Sachau-Franzenburg, betonte innerhalb der Veranstaltung gegenüber den Teilnehmern: „Kreismeister – so dürft ihr euch ab heute nennen. Vielleicht der erste große Höhepunkt in eurer Reiterlaufhahn. Verfolgt weiter euren Weg. Seid dabei immer respektvoll zu eurem Vierbeiner; ihr seid für sie verantwortlich. Das Ziel der Ausbildung ist die größtmögliche Harmonie zwischen euch. Davon haben wir an diesen Tagen schon viel gesehen.“

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen