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Pellkartoffellauf : Gewinner siegen mit großem Vorsprung

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

In Hohenlockstedt laufen bei den Männer Alexander Schilling und Andreas Ehlers die besten Zeiten, die schnellsten Frauen sind Nina Gründel und Jutta Glöde.

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erstellt am 30.Sep.2014 | 05:28 Uhr

Massenbewegung beim Pellkartoffellauf des TSV Lola: Dem Veranstalter konnte das nur recht sein. Mit mehr als 600 Teilnehmern waren die Wettbewerbe quantitativ gut besetzt, und auch das Sportliche konnte sich sehen lassen. Während bei den Männern über fünf und zehn Kilometer Alexander Schilling (17:49) und Andreas Ehlers (36:38) mit guten Resultaten siegten, waren bei den Frauen Nina Gründel (21:13) und Jutta Glöde (42:39) nicht zu bezwingen. Allen gemeinsam: Sie gewannen unangefochten mit großem Vorsprung vor der übrigen Konkurrenz.

Den ersten Paukenschlag setzte Alexander Schilling: Der Hingstheider, der sich in direkter Vorbereitung auf die Landesmeisterschaften im Halbmarathonlauf am kommenden Wochenende in Neumünster befindet, nutzte sein Rennen im ersten von zwei fünf Kilometer Läufen als Tempodauerlauf und machte doch nicht mehr als im Training daraus. Dennoch trennten ihn und den Rest der Teilnehmer Welten. Da konnten sich Tim Lüders (18:37), Jürgen Handwerger (18:43), Torben Lehr (18:46) Marten Möller (19:01) und Sven Lüders (19:29) noch so sehr anstrengen: An die von Alexander Schilling vorgelegte Bestzeit kamen sie nicht heran.

Weil mit Ausnahme von Alexander Schilling und Torben Lehr die Schnelleren im zweiten Fünfer starteten, entwickelte sich dort auch die meiste Spannung. Insbesondere Tim Lüders und Jürgen Handwerger schonten sich auf dem Weg ins Ziel nicht: Jeder wollte die Linie als Erster überqueren. Doch bevor das soweit war, gab Jürgen Handwerger auf der Strecke alles und übernahm über weite Strecken die Führungsarbeit, und das hatte aus Sicht von Tim Lüders einen plausiblen Grund: „Wegen meiner Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften des DTB im leichtathletischen Fünfkampf hatte ich zuletzt insbesondere für das 2000 Meter Bahnrennen trainiert. Ich wusste also nicht, ob in Hohenlockstedt die Kräfte für eine längere Distanz reichen würden.“ Letztlich hielten sie, und Tim Lüders, der zwischendurch nur einmal die Führungsarbeit übernommen hatte, konnte sich auf seinen Schlussspurt verlassen und zog kraftvoll an Jürgen Handwerger vorbei.

Spannung auch beim Rennen der Frauen über fünf Kilometer, in dem die spätere Zweite, Johanna Grell (21:58), zunächst das Tempo vorgab. Als es Sarah Kahre (21:59) zu langsam wurde, ging die spätere Dritte nach vorn und bestimmte auf den nächsten 1500 Metern die Pace. Doch alle Flucht nach vorn zahlte sich nicht aus, denn Sarah Kahre musste ihrem scharfen Tempo Tribut zollen. Sie wurde von Johanna Grell ebenso eingesammelt wie von Nina Gründel. Dennoch kein Grollen über den Ausgang des Rennens bei Sarah Kahre: „Ich habe einfach geguckt, was geht, und bin mit meinem Platz zu frieden.“ Das waren auch Johanna Grell und Nina Gründel.

Im Ziel sah die Siegerin die entscheidende Phase des Rennverlauf so: „Ich wollte mich nach zweieinhalb Kilometern von Sarah und Johanna absetzen und habe das auch geschafft. Später bin ich dann langsamer geworden.“ Doch da hatte auch Johanna Grell keine Luft mehr, um Nina Gründel doch noch gefährlich werden zu können.

Im Rennen der Frauen über zehn Kilometer begab sich zunächst Susanne Schönebeck (44:14) an die Spitze des Feldes. Bei Kilometer zwei, an einer Steigung, wurde die Triathletin aus Kremperheide jedoch von Jutta Göde überholt, die die Spitze von da an allein behauptete und mit deutlichem Vorsprung vor Susanne Schönebeck über die Ziellinie lief. Hinter den beiden Erstplatzierten folgten Maike Lassen (46:11), Christine Leppert (46:37), Iris Koch (46:46) und Brita Hünnefeld (46:55) mit guten 46er Zeiten.

Dass die Hamburgerin Jutta Göde überhaupt nach Hohenlockstedt kam, ist ihrem Partner Thomas Ebel zuzurechnen. Er habe sie „mitgeschnackt“, erst Freitagabend hätte sie sich entschieden, den Pellkartoffellauf mitzulaufen. Bereut habe sie die Entscheidung nicht: „Das war ein schöner Lauf auf wunderschöner Strecke. Er hat Spaß gemacht.“ Weil Jutta Göde die Konkurrenz in Hohenlockstedt nicht einschätzen konnte, hatte sie sich vorgenommen lediglich „ein gutes Rennen“ zu laufen: „Deshalb lief ich auch nur auf Platzierung.“ Dass dann auch noch der Sieg dabei herauskam, „macht mich sehr zufrieden“.

Für Susanne Schönebeck geht der zweite Platz absolut in Ordnung. Sie habe nach dem zweiten Kilometer gemerkt, dass sie mit der späteren Siegerin nicht Schritt halten könne. „Weil ich keine Chance hatte, heranzukommen, bin ich mein eigenes Tempo weitergelaufen. Das Ergebnis ist für mich total super. Ich bin zufrieden.“

Das war nach dem Lauf auch Maike Lassen, die für die Hochschule Biberach an den Start ging. „Auf die ersten beiden Läuferinnen hatte ich gar nicht geachtet. Ich bin mein Tempo durchgelaufen.“ Gefreut habe sie sich über die Hilfe zum Schluss durch Rüdiger König: „Er hat mich gezogen und zugerufen, schneller zu laufen, weil bald das Ziel käme.“ Dieser Ansporn habe sie zusätzlich motiviert.

Beim Zehner der Männer setzte sich zunächst eine Dreiergruppe, bestehend aus Kai Neumann (37:01), Alexander Schilling (37:18) und Andreas Ehlers, an die Spitze des Feldes. Zwischen dem zweiten und dritten Kilometer gesellte sich Thomas Ebel (37:42) dann dazu, und dicht an dicht wurden die nächsten Kilometer in Angriff genommen. Zwar drückte Kai Neumann aufs Tempo und hatte sich zwischenzeitlich auch leicht abgesetzt, doch entscheidend für den Ausgang des Rennens war der Vorstoß des Itzehoers nicht. Grund: Andreas Ehlers sah nach dem sechsten Kilometer eine Möglichkeit, an seinem Konkurrenten vorbeizukommen und praktizierte das dann auch.

Doch Platz zwei, den wollte Kai Neumann unbedingt behaupten und behielt letztlich die Oberhand vor der wahrlich nicht langsamen Konkurrenz. Auch wenn Alexander Schilling beim vorhergehenden fünf Kilometer Lauf Kräfte gelassen hatte und der Deutsche Mannschaftsmeister im Marathonlauf der Klasse M45 des Vorjahres, Thomas Ebel, aus beruflichen Gründen momentan nicht so trainieren kann, wie es für einen Leistungssportler üblich ist: Beide hinter sich zu lassen, verdient schon Respekt. Nicht von ungefähr sprach Andreas Ehlers von einem guten Lauf, den Kai Neumann hingelegt habe: „Es gab Zeiten, da ist er eher eingebrochen.“ Sich selbst hatte Andreas Ehlers vor dem Lauf nicht an der Spitze gesehen. Für ihn wären Alexander Schilling und Thomas Ebel eher für den Sieg infrage gekommen.

Im Gefolge des Spitzerquartetts: Bodo Praefke. Der Seniorenläufer (M55) schloss den Zehner als Gesamt-Fünfter ab und unterbot mit 39:38 Minuten die 40 Minuten Grenze noch klar. Mit ihm hat der LC Oase Hingstheide einen schnellen Läufer hinzugewonnen, der auch auf Landesebene konkurrenzfähig ist.

Gerannt wurde auch über 2800 Meter. Auf dieser Strecke war überwiegend der jüngere Nachwuchs aktiv: Bei den Mädchen siegte Sophie Profé (11:54), und bei den Jungen hatte Simon Manthay (11:26) die Nase vorn.


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