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Querpass : Fußball steht am Scheideweg

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Eine wahre Flut von Roten Karten beklagen die Verbände im Jugendfußball. Ein Anti-Aggressions-Training mit Tim Cassel in der Wellenkamper Begegnungsstätte soll Lösungswege aufzeigen – ein Kommentar.

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erstellt am 14.Sep.2013 | 05:00 Uhr

Es liegt einiges im Argen im Jugendfußball. In erster Linie die A-Junioren machen dabei den Kreisfußball-Verbänden Dithmarschen und Steinburg großes Kopfzerbrechen. In der abgelaufenen Saison hatte es in dieser Altersklasse 67 Ordnungsgelder und 46 Ordnungsverfahren gegeben.

„Eine Zahl, die einfach unbeschreiblich ist“, hatte der damalige Staffelleiter Jörg Kunze zu Recht moniert. Vor allem diese Auswüchse waren der wesentliche Grund dafür, dass der Wellenkamper nach zehn Jahren seine Mitarbeit im KFV-Jugendausschuss eingestellt hatte. Viel besser scheint es aber auch in der neuen Spielzeit nicht zu werden: Der kommissarische Jugendobmann Sven Timmermann berichtet bereits wieder von acht Roten Karten nach dem vierten Spieltag.

Die beiden Verbände an der Unterelbe taten gut daran, schon früh eine gemeinsame Schulung unter dem Motto „Keine Gewalt am Ball“ mit Dr. Tim Cassel, dem SHFV-Projektleiter „Schleswig-Holstein kickt fair“, zu initiieren. Sie findet heute in der Begegnungsstätte Wellenkamp statt. Adressaten sind A- und B-Jugend-Teams aus beiden Kreisen – teilnehmen können je zwei Spieler und ein Trainer oder Betreuer pro Mannschaft. Damit jeder teilnehmen kann, gibt es an diesem Wochenende weder Punktspiele noch Freundschaftspartien.

Die Hoffnung, dass dieses Anti-Aggressions-Training nachhaltig wirkt, ist groß. Der Fußball steht an einem Scheideweg, das müssen sich alle Beteiligten klarmachen. Es wird allerhöchste Zeit, dass Respekt und Achtung vor Gegnern und Schiedsrichtern endlich wieder selbstverständlich sind.

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