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Segel-Bundesliga : Furiose Aufholjagd aufs Treppchen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Seglervereinigung Itzehoe beim Finale der 2. Bundesliga nach schlechtem Start noch Dritter / Wiederaufstieg als Tabellenführer

von
erstellt am 22.Aug.2017 | 05:00 Uhr

Für schwache Nerven war das Finale der 2. Segel-Bundesliga auf der Flensburger Förde zumindest aus Itzehoer Sicht nichts. Der bisherige Tabellenführer lag nach dem ersten Tag nur auf Rang 15. Am Sonnabend und Sonntag folgte aber eine furiose Aufholjagd, mit der sich die Seglervereinigung Itzehoe noch auf Rang drei hievte. Damit hatten Christian Soyka, Oliver Lewin, Moritz Burmester und Ole Harder Tagessieger Flensburg die Show gestohlen. Die Gastgeber, die bis zum drittletzten Flight die Tabelle angeführt hatten, mussten sich nach drei Itzehoer Rennsiegen zum Abschluss im Gesamtklassement mit Rang zwei zufrieden geben.

Die Regatta hatte am Freitag für die Itzehoer mit Riesenproblemen begonnen. Ole Harder konnte kurzfristig wegen einer Urlaubssperre nicht antreten. Für ihn war Leon Stolp eingesprungen. Damit musste sich die Itzehoer Crew nicht nur ganz neu einstellen, sondern war auch gleich über 20 Kilogramm schwerer. Da am Freitag nur leichte, drehende Winde vorherrschten, war dies ein gravierender Nachteil für die SVI, die nach einem zweiten Platz im ersten Flight über vier fünfte und einen vierten Rang nicht hinauskam. „Trotz allem hat Leon einen guten Job gemacht. Wir hatten für die Windverhältnisse aber einfach zu viel Gewicht und deshalb stimmte bei den vielen schnellen Manövern das Gesamtpaket nicht“, erklärt Christian Soyka. Ab Sonnabend blies der Wind dann hefiger, so dass aus dem Nachteil sogar ein Vorteil geworden wäre. Nun musste aber der eigentlich gemeldete Ole Harder an Bord. Trotz erneuter Umstellung war die SVI allerdings sofort voll da. Der Start klappte mit einem zweiten Platz und einem Rennsieg hervorragend. Riesenpech dann jedoch im dritten Rennen, als bei der ersten Wende das Gennaker platzte. Ohne Vorsegel war eigentlich der sechste und damit letzte Platz schon vorprogrammiert, aber die SVI-Crew kämpfte verbissen und fuhr noch auf Rang fünf. „Das war eine super Leistung und der eine gerettete Punkt ganz wichtig“, so Christian Soyka.

Damit waren fünfte Plätze in Glücksburg aber Geschichte. Mit breiter Brust fuhren die Itzehoer danach zwei Rennsiege und einen dritten Rang heraus, womit sie sich schon auf Rang acht vorgekämpft hatten. Am Sonntag gab es in den letzten vier Flights schließlich kein Halten mehr. Nach dem zweiten Platz im ersten Rennen folgten drei Siege und die Itzehoer standen am Ende als Dritter auf dem Treppchen. „Dass wir nach dem verkorksten Start noch dort gelandet sind, war einfach nur geil“, freute sich Christian Soyka diebisch. Ein Treppchenplatz sei eigentlich schon abgeschrieben gewesen. „Jetzt sind wir natürlich total happy, dass wir Tabellenführer geblieben sind und als beste Zweitligamannschaft aufsteigen.“

Der Aufstieg war allerdings dank des großen Vorsprungs aus den ersten vier Regatten nicht wirklich in Gefahr. Als 15. nach dem ersten Tag stand die SVI-Crew immer noch im Gesamtklassement auf Platz drei. Bei vier Aufsteigern hätte das also gereicht. Als Tabellenführer feiert es sich jedoch viel besser, so auch gestern beim Empfang vor dem historischen Rathaus. „Am Freitag war ich schon ziemlich deprimiert, so wollte ich die Saison eigentlich nicht abschließen.“ Aber nun sei ja alles gut. Auf der Rathaustreppe hatten sich die am Projekt-Bundesliga beteiligten SVI-Segler versammelt und ließen sich von ihren Fans feiern. Bürgermeister Dr. Andreas Koeppen träumte bei der Begrüßung sogar schon von der deutschen Meisterschaft. Die hat Christian Soyka zwar noch nicht im Auge, gab aber als nächstes Ziel immerhin schon mal das Erreichen der Champions League aus. „Das wollen wir innerhalb der nächsten drei Jahre schaffen.“ 

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