World Police & Fire Games : Fünfmal Gold für Stefanie Wasmundt

Stefanie Wasmundt gewann bei den World Police & Fire Games in den USA sechs Medaillen.
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Stefanie Wasmundt gewann bei den World Police & Fire Games in den USA sechs Medaillen.

Itzehoer Polizeibeamtin räumt in Fairfax/USA trotz schwieriger Vorbereitung groß ab – insgesamt sechs Medaillen

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30. Juli 2015, 05:00 Uhr

Stefanie Wasmundt, Präventionsbeamtin bei der Polizeidirektion Itzehoe und im Radsport startberechtigt für den Sportclub Itzehoe (SCI), hat bei den World Police & Fire Games in Fairfax/Virginia sechs Medaillen gewonnen. Sie holte sich in ihrer Altersklasse W30 in den Einzelwettbewerben Sprint (600 m), Kriterium (35 Minuten), Zeitfahren (16 Kilometer) und Straßenrennen (46 Kilometer) jeweils Gold und landete im Bergzeitfahren auf dem Silberplatz. Ihre Resultate führten zudem dazu, dass sie auch die Omnium-Wertung gewann, die alle Endergebnisse berücksichtigte.

Dass die Rennfahrerin auch gegen andere Altersklassen konkurrenzfähig war, beweisen ihre Platzierungen in den Gesamtwertungen: Sie war Beste im Sprint und beendete das Kriterium und das Zeitfahren jeweils als Zweite und das Bergzeitfahren als Dritte. Zudem fuhr Stefanie Wasmundt im Straßenrennen die viertschnellste Zeit.

„Die Ergebnisse sind für mich persönlich zufriedenstellend, weil ich krankheitsbedingt nicht austrainiert zu den Spielen reisen konnte“, beurteilt die Itzehoerin ihre Erfolge. Einen Monat habe sie wegen eines Unfalls nicht auf dem Rennrad sitzen können. Zudem sei das in Italien vorgesehene Bergtraining wegen starker Regenfälle für sie sprichwörtlich ins Wasser gefallen. „Wenn so viel Zeit an Vorbereitung fehlt, sind andere Resultate in den Gesamtwertungen nicht möglich und dann ‚verliert‘ man in seiner Klasse auch das Bergzeitfahren.“

Realistisch erkennt Stefanie Wasmundt aber an, dass sie diejenigen, die am Ende vor ihr lagen, auch mit besserer Vorbereitung kaum hätte gefährden können – aber möglicherweise wären die Abstände geringer gewesen. Deshalb: „Ich habe keinen Grund zum Jammern oder mich aufzuregen. Mehr geht dann auch nicht, wenn man gegen Profis fährt, die sich ganz auf ihren Sport konzentrieren können und als Mitglieder von Nationalmannschaften an internationalen Wettbewerben wie den Südostasien-Meisterschaften teilnehmen.“

Neben der Konkurrenz aus ebenfalls erfahrenen Radsportlern hatte Stefanie Wasmundt im amerikanischen Bundesstaat Virginia aber noch gegen einen anderen Gegner zu kämpfen – und das war das Klima mit hoher Luftfeuchtigkeit von über 90 Prozent und Temperaturen zwischen 25 und 37 Grad. „Für mich und andere war das sehr gewöhnungsbedürftig, darauf musste man sich erst einstellen.“ Zudem lagen ihre Starts regelmäßig zwischen 7 und 8 Uhr in der Frühe – da hieß es, das Bett zeitig zu verlassen, um die Rennen hellwach aufzunehmen.

Der härteste Wettbewerb für Stefanie Wasmundt insgesamt – das Straßenrennen, „weil der Kurs so schwierig war“. Er bestand aus vier Runden von jeweils 11,5 Kilometer Länge. „Er war in Teilen wellig und im Bereich von knapp vier Kilometern selektiv. In der Praxis bedeutete das, dass man versuchen musste, sich auf den welligen Passagen zu erholen, um im Steilstück nicht aus der Gruppe zu fallen.“

Das, was Stefanie Wasmundt als selektives Teilstück bezeichnete, sah im Profil so aus: Starke Gefälle und Gegensteigungen mit Rampen von zwölf Prozent einschließlich Spitzkurve, nach der es dann wieder bergan ging: „Horror, da wäre man fast umgekippt“, erinnert sich die Itzehoerin an Herausforderungen, auf die sie sich trainingsmäßig im Kreis Steinburg nicht einstellen kann. Dennoch kannte sie das Profil, auf das sie in Fairfax treffen wird, natürlich aus den Unterlagen und wusste, was auf sie zukommt. „Doch in Natura ist das etwas ganz Anderes, zumal wir in den Gefälleteilen auch Geschwindigkeiten von 70 km/h erreicht hatten. Bei dieser Geschwindigkeit geradeaus zu fahren, ist ja gut, aber wenn dann auch noch Kurven drin sind, müssen alle sehr aufpassen.“

Dass die Streckenführung beim Straßenrennen anspruchsvoll war, stellte sich spätestens nach dem nachfolgenden Rennen der Männer heraus. Ein Brasilianer stürzte tödlich, nachdem ihm ein Reifen geplatzt war, ein anderer Rennfahrer verunglückte so sehr, dass er ins Koma fiel – Umstände, über die auch die New York Times berichtete.

Dankbar ist Stefanie Wasmundt dafür, dass sie im Vorfeld der World Police & Fire Games in Steffen de Vries einen verlässlichen Trainingspartner hatte, der mit ihr zusammen die Vorbereitung im Kreis Steinburg gestaltete. Und dazu gehörte dann auch das einmalige Training auf der Bergrunde von Oelixdorf. „Den einen Kilometer Anstieg auf der zwei Kilometer langen Strecke sind wir immer im schwersten Gang gefahren – zehnmal hintereinander während einer Einheit.“ Wie gesagt: Die Vorbereitung von Stefanie Wasmundt auf die Spiele in den USA war nicht optimal – erstaunlich, dass sie noch so viel daraus hatte machen können.

Vor Ort unterstützt wurde die Medaillengewinnerin von Lebenspartner Nils Sorof und Vater Roland Wasmundt. „Der Radsport“, so die Rennfahrerin, „ist eben auch ein Familienunternehmen.“  




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