Kanu : Fünf mal Gold beim Wesermarathon

Erpaddelten beim Wesermarathon Goldmedaillen für den IKC (v.l.:) Sonja und Carmen Ehlers, Dirk und Ulf Schiefelbein.
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Erpaddelten beim Wesermarathon Goldmedaillen für den IKC (v.l.:) Sonja und Carmen Ehlers, Dirk und Ulf Schiefelbein.

Aktive vom Itzehoer Kanu-Club und der Kanugruppe Wilster beweisen Kraft und Kondition.

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11. Juni 2015, 16:37 Uhr

Außerordentlich erfolgreich sind die Steinburger Kanuten vom 45. Wesermarathon zurück gekehrt. Viermal Gold für den Itzehoer Kanu-Club holten auf der 135 Kilometer langen Strecke von Hannoversch-Münden bis Hameln Mutter und Tochter Carmen und Sonja Ehlers im Zweierkajak sowie die Zwillingsbrüder Dirk und Ulf Schiefelbein, ebenfalls im Zweierkajak. Im Einerkajak brachte für die Itzehoer Wasser-Wanderer Holger Brasche-Willmer eine Goldmedaille mit nach Haus.

Beim internationalen Wesermarathon wird keine Zeit gestoppt, keine Unterscheidung nach Alter und Geschlecht vorgenommen, sondern die Bewältigung eines der drei möglichen Ziele an einem Tag innerhalb einer vorgegebenen Zeit mit Bronze-, Silber- oder Goldmedaillen ausgezeichnet. Es sind Entfernungen von 53 Kilometern, 80 und 135 Kilometern. Die längste Strecke trauen sich die wenigsten Kanuten zu.

Kanusport im Kreis Steinburg ist in erster Linie Breitensport: Naturnahes Wasserwandern zumeist mit Einer- oder Zweierkajaks. Doch es gibt durchaus herausragende sportliche Einzelleistungen wie diese. Das stellte IKC-Vorsitzender Thorsten Ehlers fest, der den Marathon-Teilnehmern seines Vereins gratulierte. „Zwölf Stunden in einem Törn paddeln – das ist schon Hochleistungssport.“

Nur um kurz auszutreten, hatten die Frauen ihr Boot verlassen; gegessen und getrunken wurde im Wechsel beim Paddeln. „Bei Kilometer 105 hatte ich eine kurze schwächelnde Phase“, bekennt Sonja Ehlers. Doch nach einer kleinen Treibpause bei Cola ging es wieder. Ihre Mutter: „Das Ganze ist eine Kopfsache, wenn der Kopf nicht mehr will, ist es aus. Aber am Ende ist man dann doch mächtig stolz.“ Die Brüder Schiefelbein waren nach zehn Stunden im Ziel; Mutter und Tochter erreichten Hameln unter Applaus der Zuschauer nach zwölf Stunden. Das Damenduo legte im Finish noch einmal zu und überholte im Schlussspurt den Rennzweier eines englischen Teilnehmerpaares, das sichtlich mit den Strapazen zu kämpfen hatte. „Aber das Überholen war mehr als ein Spaß gemeint“, sagte Sonja Ehlers. „Nach unserer Kenntnis war Sonja mit 16 Jahren die jüngste Kanutin auf der Goldstrecke“, erklärte Thorsten Ehlers nicht ohne Stolz auf die Leistung seiner jüngeren Tochter. Ihre ältere Schwester, Pia, war diesmal nicht am Start der jährlichen internationalen Großveranstaltung; sie feierte ihren 18. Geburtstag zu Haus.

Mutter und Tochter in einem Boot, die beiden Brüder im Zweier und auf der Bronzestrecke (53 Kilometer) Ehepaar Jutta und Joachim Rahn im Kajak – das passe zum Jahresmotto des IKC „Familien in Bewegung“, sagte der Vorsitzende. Unter diesem Motto werde der Verein in dieser Saison Aktivitäten für alle Generationen, auch Anfänger, anbieten.

Zwei Tage Zeit ließen sich für die Goldstrecke die IKC-Paddler Fatima Behncke, Rebecca Ziegenbein, Mirko Looft, Daniel Schütze und Lydia Schmidt sowie ihr Vater Uwe Anders. Sie verzichteten damit auf eine Wertung, hatten dafür aber Muße für die schöne Landschaft.

Mehr als 1450 Teilnehmer, Kanuten und Ruderer aus etlichen Ländern, waren am Weserstein in Hannoversch-Münden an den Start gegangen. Darunter auch zwei Frauen von der Kanugruppe Wilster: Conny Nimz und Doris Neumann paddelten 80 Kilometer auf der Silberstrecke bis Holzminden. Am Tag zuvor hatten sie bereits 28 Kilometer auf der Fulda zurück gelegt.

Zu den größten Vereinsgruppen zählten mit 19 Teilnehmern wieder die Itzehoer Wasser-Wanderer, von denen die meisten auf der Weser Silber und Bronze erpaddelten. Gleich drei Flüsse hatte sich der IWW an drei Tagen vorgenommen: neben den Fahrten auf Fulda und Weser auch die Werralandrallye. Wanderwart Jörg Lüschow: „Eine nette Frühlingstour. Deutlich merkt man die wärmeren Temperaturen gegenüber dem Kreis Steinburg.“

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