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Box-Landesmeisterschaft : Fliegende Fäuste in Edendorf

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Der Boxclub Itzehoe richtet Landesmeisterschaften aus. Dabei gab es hochklassige Kämpfe, aber es fiel auch so manches Gefecht ins Wasser. Einige Finalisten hatten zwischen Halbfinale und Endkampf nur einen Tag.

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erstellt am 05.Okt.2017 | 05:58 Uhr

Im zweiten Teil der Box-Landesmeisterschaften bekamen die etwa 200 Zuschauer in der Edendorfer Sporthalle doch noch hervorragenden Boxsport zu sehen. Vor der Pause waren dagegen gleich drei Kämpfer zu Titelehren gekommen, weil ihre Gegner nicht angetreten waren. Der einzige Titelkampf im ersten Abschnitt der Veranstaltung endete außerdem auch noch vorzeitig in Runde eins. Erst im neunten der zwölf angesetzten Kämpfe flogen so richtig die Fäuste. Der Titelkampf im Weltergewicht-Finale war absolut hochklassig und wurde danach sogar noch vom Halbschwer-Endkampf übertroffen.

Ausrichter Box-Club Itzehoe konnte einem leid tun. Der kleine Verein hatte sich wieder einmal große Mühe bei der Organisation der Finalkämpfe gegeben. Dafür, dass gleich fünf Kämpfe nicht zustande kamen, konnten die Itzehoer jedoch nichts. Die Terminplanung des Schleswig-Holsteinischen Amateurboxverbandes (SHBV) erwies sich als kontraproduktiv, denn tags zuvor hatten erst die Halbfinalkämpfe in Kiel stattgefunden. Die Strapazen waren deshalb für einige Boxer zu hoch. Noch nicht wieder im Vollbesitz ihrer Kräfte verzichteten sie in Itzehoe auf ihre Titelkämpfe.

Angetreten war Keno Lohse vom SC Itzehoe, der sich am Freitag in Kiel im Gegensatz zu seinem Vereinskameraden Dominic Molzahn nach hartem Fight durchgesetzt hatte. Lohse hatte im Finale des Mittelgewichts gegen den bärenstarken Eckernförder Glory Mayasi jedoch vor Heimpublikum keine Chance. Mayasi machte gleich mächtig Druck und überrumpelte den Itzehoer, dem es nicht gelang, sich auf seinen Gegner einzustellen. Nach einem Trefferhagel ging Lohse sehr zum Verdruss seiner Itzehoer Fans zu Boden, und der Kampf war schon in der ersten Runde beendet.

Neuling Mirmohammad Azizi vom Ausrichter BCI sollte eigentlich im ersten Kampf des Abends gegen einen Lübecker antreten, der jedoch nicht erschienen war. Nach großen Bemühungen wurde dann doch noch ein Gegner gefunden, so dass wenigstens ein Sparring angeboten werden konnte. Daraus wurde für beide Kämpfer ein überraschendes Wiedersehen, denn sie hatten sich bei ihrer Ankunft in Deutschland in einem Flüchtlingslager kennengelernt. Mirmohammad wollte seinem Freund nicht wehtun und kämpfte deshalb sehr reserviert. Letztlich war das egal, denn Sparringskämpfe werden ohnehin nicht gewertet.

Bezeichnend war, dass der beste Kampf im ersten Teil der Veranstaltung ein Einlagegefecht des Lübecker Alexis Valdes gegen den Heider Stefan Ta war. Weil beim Dithmarscher in dem offenen Schlagabtausch in der dritten Runde die Konzentration ein wenig nachließ, war er am Ende knapp unterlegen.

Nach einer Pause kamen die Zuschauer dann aber doch noch so richtig auf ihre Kosten. Zunächst standen zwei Frauenkämpfe auf dem Programm. Vor allem der zweite mit der ehemaligen Itzehoerin Tamira Steffen hatte es in sich. Die jetzt für Kadgamala Heide startende Kämpferin war ihrer Gegnerin Juliane Zweers aus Kiel zwar technisch überlegen, die glich dies jedoch mit unbändigem Kampfgeist nahezu aus. Am Ende hatten sich beide Kontrahentinnen total verausgabt. Steffen hatte gegen ihre den Nahkampf suchende Gegnerin mehr Treffer gesetzt und durfte sich über einen knappen Punktsieg freuen.

Ebenfalls knapp ging es im Weltergewicht der Männer weiter. Der Kieler Jusuf Artmis nutzte schließlich seine Reichweiten-Vorteile gegen den Schleswiger Firat Tekin. Danach gab es einen weiteren kampflosen Titelgewinner, ehe der Raisdorfer Antonio Martinovic und der Kieler Razmik Harutjunan für den Höhepunkt sorgten. Nach einem mitreißenden Fight hatten die Kampfrichter den Kieler hauchdünn vorn gesehen. Ein Ergebnis, das auch andersherum hätte ausfallen können. Jedenfalls hatten viele Zuschauer den Raisdorfer vorn gesehen. Als bester Techniker wurde später Razmik Harutyunyan ausgezeichnet.

Der abschließende Schwergewichtskampf endete für den Heider Jan Dührsen schließlich vorzeitig. Nach schweren Treffern des Pinnebergers Daniel Gerl wurde die Dithmarscher in der zweiten Runde zweimal angezählt und der Kampf vom Ringrichter beendet.

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