zur Navigation springen

Leichtathletik : Favoriten setzen sich souverän durch

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

200 Teilnehmer gehen beim Liliencronlauf in Kellinghusen an den Start. Dabei sichern sich Iris Koch, Alexander Schilling, Paulina Kayßer und Yannick von Soosten die Streckensiege.

Keine Überraschungen beim gut organisierten Liliencronlauf des VfL Kellinghusen: Sowohl über die knapp zehn Kilometer lange Strecke als auch über den etwa halb so langen Törn setzten sich mit Iris Koch (44:12) und Alexander Schilling (34:43) sowie mit Paulina Kayßer (18:47) und Yannick von Soosten (16:04 ) die Favoriten durch.

Der „Zehner“ begann mit einem ungewohnten Bild: Nicht Abonnementsieger Alexander Schilling führte das Feld der 80 Läuferinnen und Läufer an, sondern Xhevat Krasniqi (35:41). Grund: Der Führende im Steinburg-Cup der Männer war noch im Gespräch mit Vereinskamerad Viktor Kirsch versunken, als der Startschuss schon gefallen war. Doch auch das verspätete Überlaufen der Startlinie konnte Schilling nicht vom Siegen abhalten. Nach einem knappen Kilometer hatte er Xhevat Krasniqi schon eingeholt, und nach zwei Kilometern war der Hingstheider wieder Herr des Geschehens und setzte sich peu á peu vom späteren Zweiten ab. Im Ziel trennten beide eine knappe Minute.

Wesentlich spannender verlief der Kampf um die Plätze drei bis fünf: Zunächst hielt sich Bodo Praefke (40:24) allein hinter den beiden Führungsläufern auf. Doch das änderte sich bald durch Peter Wyhnanek (40:07) und Martin Blöcher (40:17), die nach etwa vier Kilometern zu ihm aufgeschlossen hatten. Gemeinsam strebte das Trio dem Ziel zu – bis Kilometer acht in geschlossener Gruppe. Danach gelang es Peter Wyhnanek und Martin Blöcher, sich von Bodo Praefke abzusetzen – mit dem besseren Ende für Peter Wyhnanek. „Die Beiden haben mich nach vorne gepeitscht“, freute sich der der Dritte im Ziel.

Trotz seiner Unaufmerksamkeit zu Beginn: Alexander Schilling war mit sich zufrieden: „Ich musste nicht bis an die Grenze gehen, lief knapp darunter. Wenn ein Gleichstarker im Feld gewesen wäre, hätte ich sicher noch Kräfte für ein etwas schnelleres Tempo gehabt.“

Bei den Frauen war Iris Koch das Maß der Dinge, auch wenn Katja Pohlmeyer (44:57) im ersten Viertel der Strecke die Führungsarbeit leistete. „Ich habe sie vorbeiziehen lassen und mich dran gehängt und sie beobachtet“, sagte Iris Koch später. Als Mittelstrecklerin könne sie jedes Tempo unter den Volksläuferinnen mitgehen: „Die Frage ist nur, ob ich es halte.“ Die Antwort für den Liliencronlauf: Es hielt, und zwar so, dass Iris Koch drei Viertel der Strecke allein auf sich gestellt war. Gelöst hatte sie sich von Katja Pohlmeyer im Bereich kleiner Steigungen. Die größte Überraschung für die Siegerin: „Ich konnte bis zum Schluss durchziehen und habe mir damit gezeigt, dass ich nicht nur 800 Meter, sondern auch zehn Kilometer laufen kann.“

Dass Katja Pohlmeyer ihr schnelles Anfangstempo nicht auf Dauer würde halten können, das sei ihr bewusst gewesen. „Deshalb habe ich Iris auch ziehen lassen.“ Und zwar in der Hoffnung, dass Iris Koch einbricht. „Aber da war nichts“, betonte die Zweite im Ziel, die sich locker von Ilka Malze (47:16) und Uta Sjut (49:24) gelöst hatte.

Beim „Fünfer“ der Männer setzte sich Yannick von Soosten schon bald von der übrigen Konkurrenz ab. Weder Philip Krützelmann (17:26) noch Marcel Krüger (18:02) hatten das läuferische Vermögen, um den U20-Läufer daran zu hindern. Während Philip Krützelmann nach einem Kilometer passen musste, tat sich die Lücke für Marcel Krüger schon bald nach dem Start auf. Mit seinem Lauf, den er als „kleiner Test für die Deutschen Straßenmeisterschaften“ am kommenden Wochenende in Bad Liebenzell bezeichnete, war der Sieger zufrieden: „Ich habe keinen Druck von hinten gespürt“, betonte er.

Für Philip Krützelmann sei es „ein ziemlich langweiliger Lauf“ gewesen: „Ich hatte vor mir und hinter mir niemanden und damit alle Zeit der Welt, denn an Yannick komme ich sowieso nicht heran“, sagte Krützelmann, für den es aber „kein lockeres Training gewesen“ sei. „Es war schon anstrengend für mich.“ Ebenso für Marcel Krüger: „Es ist schwer, Tempo zu finden, wenn man alleine läuft.“ Der Nächste Marten Möller (19:55) lag deutlich zurück.

Mit Paulina Kayßer, Deutsche Meisterin in der U16 über 3000 Meter, kann momentan keine weibliche Läuferin im Kreis Steinburg konkurrieren. Deshalb war es auch keine Überraschung, dass die Itzehoerin deutlich vor Johanna Grell (20:12) und Mia Böthern (20:44) lag. Wenn es für Paulina Kayßer überhaupt so etwas wie Wettkampf gab, dann im Bereich der ersten 1000 Meter. Da hielten die späteren Zweit- und Drittplatzierten noch annähernd Anschluss. Während Mia Böthern das gesamte Rennen auf sich allein gestellt war, das aber nicht als problematisch empfand („Ich laufe immer so, und bin von Anfang an schnell weggekommen“), hatte Johanna Grell mehr Glück. Die Glückstädterin hatte in Pekka Strote (20:11) einen gleichstarken Laufpartner, gegen den sie sich auf der Zielgeraden ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen lieferte. Angesprochen auf den Abstand zur Führenden betonte sie: „Heute war nicht mein Tag.“

Einen großen Auftritt hatten beim Liliencronlauf auch 15 Kinder, die den Sportplatz beliefen und für die die Teilnahme an sich das Ziel war. Organisationsmitglied Birgit Dethlefs: „Für uns sind alle Kinder, die gelaufen sind, Sieger.“ Deshalb sei für sie auch keine spezielle Siegerehrung durchgeführt worden. „Der Leistungsdruck beginnt für die Kurzen noch früh genug.“ Die Tatsache, dass auf allen Strecken Kinder unterwegs waren, kommentierte Paulina Kayßer so: „Schön, wenn Kleinere zum Wettkampf kommen und sich dafür begeistern. Die Leichtathletik im Kreis kann Nachwuchs gebrauchen.“

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen