Bilanz Fußball-Kreisliga West : Favorit Wilster setzt sich am Ende durch

„Doppelaufstiegsmeister“:  In Wilster wurde  man sogar sprachschöpferisch, um die Titelgewinne der ersten und zweiten Männer-Mannschaft  in Worte  zu fassen.
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„Doppelaufstiegsmeister“: In Wilster wurde man sogar sprachschöpferisch, um die Titelgewinne der ersten und zweiten Männer-Mannschaft in Worte zu fassen.

Trainer Horst Schmidt schafft mit dem SVA zum Abschied den direkten Wiederaufstieg und die Meisterschaft

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28. Juni 2014, 05:00 Uhr

Mit Alemannia Wilster gelang einem der Saisonfavoriten der Titelgewinn in der Saison 2013/14 in der Fußball-Kreisliga West. Ein Jahr nach dem Abstieg aus der Verbandsliga führte Trainer Horst Schmidt die Mannschaft zurück in die Süd-West-Staffel. Der Heider SV II wird nach dem Verzicht der Dithmarscher Konkurrenten SC Neuenkirchen und Marner TV in die Nord-West-Staffel aufsteigen. Bei den Absteigern verbleibt es bei den drei Regelabsteigern. Der SV Hemmingstedt, die SG Vaale/Wacken und das während der Saison zurückgezogene Team des FC Itzehoe II müssen in die jeweilige A-Klasse runter.

Nach langem Kampf um die Spitze mit den starken Dithmarscher Konkurrenten Neuenkirchen, Marne und Buchholz bis in die Frühjahrsserie haben sich die Alemannen letztlich noch souverän durchgesetzt. Bereits vier Wochen vor dem Saisonende stand der SV Alemannia nach einem 1:0-Erfolg gegen Blau-Weiß Wesselburen am 27. April als Verbandsliga-Aufsteiger fest. Der Abstand zu dem bis dahin als einzigem vermeintlichen Steinburger Konkurrent geltenden TSV Heiligenstedten war uneinholbar angewachsen.

An den verbleibenden vier Spieltagen ging es aber noch um den Titelgewinn. Hier redeten der SC Neuenkirchen und der Marner TV noch ein Wörtchen mit. Schlussendlich ließen sich die Wilsteraner trotz eines Patzers gegen Inter Türkspor (1:2) am 4. Mai Rang eins aber nicht mehr nehmen. Mit drei Siegen im Endspurt verwies das Schmidt-Team die Konkurrenz endgültig auf die Plätze.

Vizemeister wurde der starke Aufsteiger SC Neuenkirchen. Auffallend bei den Burmeister-Schützlingen, dass das Leistungsvermögen in der zweiten Saisonhälfte von Formschwankungen begleitet war. Vielleicht spielte aber auch eine Rolle, dass die Motivation im Team nach der frühzeitigen Erklärung, dass der Aufstieg in die Verbandsliga für den NSC nicht in Frage kommt, gelitten hat. Ähnlich erklärt sich das Auf und Ab beim Marner TV und TSV Buchholz. Auch diese Klubs verzichteten frühzeitig auf ein mögliches Aufstiegsrecht. Bei den Marnern wurden zudem immer wieder personelle Probleme für teils überraschende Rückschläge ins Feld geführt.

Ganz anders die Ausrichtung beim Heider SV II. Die Reserve des „kleinen HSV“ profitierte von den starken Nachwuchskräften aus der A-Junioren-Mannschaft. Unter Mitwirkung dieser Talente spielten die Dithmarscher Kreisstädter bisweilen stark auf, fuhren in der Rückrunde acht Siege ein. Dass man aufsteigen will, daraus machten die Heider Verantwortlichen kein Geheimnis. Durch den Verzicht der genannten Konkurrenten kann der HSV II nun selbst als Vierter im Endklassement in die Verbandsliga Nord-West aufrücken.

Steinburgs zweitbestes Team war über weite Strecken der Saison der TSV Heiligenstedten. Fehlende Kontinuität war aber schon zur Winterpause ein großes Problem am Juliankadamm. In ernsthafte Konkurrenz mit Alemannia Wilster kamen die Hennings-Schützlinge dadurch nie. Im Gegenteil: In der Frühjahrsserie ließ sich der TSV auf den letzten „Saison-Metern“ vom VfL Kellinghusen sogar noch den Rang abjagen.

Der Aufsteiger von der Kellinghusener Eichenallee ging als Tabellenzwölfter in die zweite Saisonhälfte und verfolgte eigentlich nur das Ziel, sich im Mittelfeld der Tabelle zu stabilisieren. Sensationell verlief die Rückrunde. Mit acht Siegen und vier Unentschieden bei zwei Niederlagen kam das Team von Elmar Czekalla auf die gleiche Rückrundenbilanz wie Alemannia Wilster und steht in der Rückrunden-Tabelle aufgrund der besseren Tordifferenz gegenüber dem SVA sogar auf Rang eins. Im Gesamtergebnis bedeutet dies Platz sieben und der Einzug in die Relegation zum Verbandsliga-Aufstieg als zweitbestes Steinburger Team.

Eine unauffällige Mittelfeldrolle ist ABC Wesseln zuzuschreiben. Der Achte der Hinrunde machte im Frühjahr noch zwei Plätze gut und schloss das Spieljahr als Sechster ab.

Zu den Enttäuschungen dieser Kreisliga-Saison zählt zweifellos das Abschneiden von Blau-Weiß Wesselburen. Der Verbandsliga-Absteiger leistete sich einige böse Ausrutscher (unter anderem Heimniederlagen gegen Vaale/Wacken und Kellinghusen) und strapazierte oftmals das Nervenkostüm von Trainer Michael Diekmann. Am Ende war BWW auf Rang neun mit 35 Punkten weit weg von einem erhofften Wiederaufstieg. Der FC Offenbüttel pendelte dagegen erwartungsgemäß mit der gleichen Punktzahl auf Rang zehn im gesicherten Mittelfeld ein.

Ab Rang elf zählten alle weiteren Teams dann schon zum Kreis der abstiegsgefährdeten Klubs. Lange Zeit bangen musste Inter Türkspor Itzehoe. In der Frühjahrsserie fand das Team von Trainer Sevket Kilic jedoch rechtzeitig auf die Erfolgsspur. Mit wertvollen Siegen bei der SG Vaale/Wacken, gegen Geest 05 und sogar bei Alemannia Wilster und gegen den Heider SV II setzten sich die Itzehoer im April und Mai von den akut bedrohten Teams ab.

Tabellenzwölfter SG Geest 05 brauchte da schon etwas länger, um den Kopf noch aus der Schlinge zu ziehen. Endgültig erst am letzten Spieltag mit dem 3:1 bei der SG Vaale/Wacken war der Klassenerhalt für die 05er unter Dach und Fach.

Der BSC Brunsbüttel II war dagegen nach dem 2:3 am 24. Mai gegen Neuenkirchen praktisch abgestiegen, profitiert nun aber davon, dass es in der Kreisliga bei drei Regelabsteigern bleiben wird, weil der Rückkehrer aus der Verbandsliga-Süd-West, TuS Krempe, nicht für die Kreisliga in der kommenden Saison melden wird.

Nach einer enttäuschenden Rückrunde mit nur zwei Siegen und zwei Unentschieden muss der SV Hemmingstedt als Mannschaft mit der schlechtesten Bilanz der zweiten Saisonhälfte in die A-Klasse Dithmarschen absteigen. Steinburgs A-Klasse wird nach nur einem Jahr in der Kreisliga die SG Vaale/Wacken aufnehmen. Trotz des Abstieges muss den Vaale/Wackenern für eine beeindruckende Aufholjagd Anerkennung gezollt werden. Hoffnungslos ohne Sieg mit nur zwei Unentschieden stand der Neuling nach der Hinrunde da. In der Rückrunde gelangen dem Team unter dem neuen Trainer Hermann Bornholdt, der Guido Jenssen abgelöst hatte, noch fünf Siege. Die Hypothek, praktisch jedes Spiel in der Frühjahrsserie gewinnen zu müssen, war dann aber doch zu hoch.

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