zur Navigation springen

Herrendegen : Erste Schritte zur Fecht-Elite

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

SC Itzehoe präsentiert sich als guter Gastgeber der Degen-DM für den männlichen Nachwuchs.

Das Sportzentrum am Lehmwohld war zwei Tage lang Austragungsort für die Deutschen Meisterschaften der B-Jugend in der Kategorie Herrendegen. Qualifiziert waren für die Titelkämpfe über 130 Einzelfechter der Jahrgänge 2002 und 2003 sowie mehr als 25 Mannschaften aus den Landesverbänden. Für sie hatte der ausrichtende Sportclub Itzehoe (SCI) in zwei Hallen insgesamt zwölf Fechtbahnen hergerichtet. Am Ende gewannen Fabio Murru (OFC Bonn) bei den 14-Jährigen und Keanu Nagel (FSG Warendorf) bei den 13-Jährigen. Der Mannschaftstitel fiel an den Landesverband Nordrhein (siehe Ergebnisblock).

Unter den Beteiligten in Einzel- und Mannschaftswettbewerben waren auch fünf Jungen, die für den SCI startberechtigt sind: Toyon Oelte (13), Maximilian Knechtel (12), Tim Schiefelbein (12), Hans Frederic Nogueira Kordts (12) und Finn Blaschke (14). In den Kampf um die Medaillen konnten sie zwar nicht eingreifen, doch mit dem, was die Itzehoer Fechter bei ihrem ersten großen nationalen Turnier gezeigt hatten, war Abteilungsleiterin Ilka Linow dennoch zufrieden: „Alle waren motiviert und haben Erfahrungen gesammelt, mit denen sie sich weiterentwickeln können.“ Überrascht hätte insbesondere Toyon Oelde: „Er hat mehr gezeigt, als wir vorher gedacht hatten. Das betrifft auch seine Wettkampfhärte. Alle anderen haben im Rahmen ihrer Möglichkeiten gefochten.“

Dass die jungen Itzehoer im Kampf mit den Besten nicht mithalten konnten, sollte sie nicht zu sehr bekümmern, denn sie stehen erst am Anfang der Entwicklung. Das gilt insbesondere für Tim Schiefelbein und Hans Frederic Nogueira Kordts, die neu dabei sind und im März zum ersten Mal an einem Wettkampf teilgenommen hatten.

Auch wenn sie als Länderteam Schleswig-Holstein II keinen Mannschaftskampf gewinnen konnten, so waren sie dennoch zufrieden mit sich. Mannschaftskapitän Maximilian Knechtel sagte: „Ich denke, wir haben gut gekämpft und dabei viel gelernt. Nicht jeder kann von sich behaupten, dass er bei einer Deutschen Meisterschaft mitgefochten hat.“

Armin Stadter, Vizepräsident Breitensport im Deutschen Fechter-Bund, stellte mit Blick auf die B-Jugendlichen heraus, dass die Deutschen Meisterschaften für sie die ersten Schritte auf nationalem Parkett seien. „Das, was wir von ihnen gesehen haben, lässt sich nicht mit dem vergleichen, wozu A-Jugendliche in der Lage sind. Aber man sieht schon, wo innerhalb der Ausbildung technisch gut gearbeitet wurde.“ Viele, so Stadter, seien auf gutem Wege – und dazu gehörten auch die Itzehoer.

Veranstaltungen dieser Art seien für die Aktiven wichtig, „weil sie sich mit ganz vielen Fechtstilen auseinandersetzen müssen und weil ihnen im Turnier latent neue Herausforderungen begegnen, denen sie sich nicht entziehen können.“

Wohin die Entwicklung bei jedem einzelnen DM-Teilnehmer gehen könne, darüber ließen sich nach Worten von Armin Stadter keine verlässlichen Prognosen aufstellen. Nur soviel: „Der Übergang von der B- zur A-Jugend ist nicht ganz unproblematisch.“ Von denen, die jetzt vorne sind, werden erfahrungsgemäß in der höheren Altersklasse wohl nur noch 50 Prozent eine Spitzenposition einnehmen. Der Grund: „Viele sind in jungen Jahren noch zu instabil.“ Deshalb könne es auch vorkommen, dass der Bessere verliert. An der Wertigkeit der nationalen Titelkämpfe für die B-Jugend hatte Armin Stadter keine Zweifel: „Diese Deutschen Meisterschaften sind für beide Altersgruppen der erste Schritt auf dem Weg hin zum Leistungssport.“

Mit der Art und Weise, mit der die Itzehoer die Meisterschaften organisatorisch bewältigt hatten, war der Dachverbandsvertreter vollauf zufrieden: „Die Organisation war super und hat toll gearbeitet – da hatte ich vorher aber auch keine Zweifel.“

Rundum zufrieden war auch Ilka Linow, in deren Händen die Organisationsleitung lag. Das 50-köpfige Helferteam hätte tatkräftig angepackt und unentgeltlich mitgearbeitet. So auch die Doktoren Susanne und Christian Brinckmann als Turnierärzte.

Lob für die Gesamtorganisation kam von vielen Seiten. Sowohl Techniker, Kampfrichter, Betreuer einschließlich der Verbandsvertreter in Bund und Länder hätten positive Rückmeldungen gegeben. Einziges Manko aus Sicht von Ilka Linow: „Im Sportzentrum fehlten nur der Aufzug für die Rollis und angesichts der hohen Temperaturen die Klimaanlage.“ So blieb die wichtigste Ansage, ja viel zu trinken.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 08.Jun.2016 | 14:33 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen