zur Navigation springen

Reitsport : Erfolgreiches Duo im Dressur-Viereck

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Kremperheiderin Nina Rösch will mit Stallone bald S-Prüfungen reiten.

shz.de von
erstellt am 23.Okt.2014 | 05:35 Uhr

Lackschwarz, langbeinig und bewegungsstark ist er – und ein echter Glücksgriff: Der erst siebenjährige Hannoveraner-Wallach Stallone ist unter seiner Besitzerin Nina Rösch derzeit im Dressurviereck sehr erfolgreich. Mehrere Platzierungen und einen Sieg in Klasse M haben die beiden in dieser Saison bereits erreicht.

Ihr gemeinsamer Weg begann vor fünf Jahren. Nina Rösch, die als Fünfjährige mit dem Reiten begann und für den Pferde- und Breitensportverein Kremperheide startet, war auf der Suche nach einem neuen Pferd. Im Internet entdeckte sie den damals zweieinhalbjährigen Hengst von Stedinger aus einer Graf Grannus-Mutter und fuhr von Krempermoor kurzerhand mit ihrem Vater in die Nähe von Bremen zum Züchter. „Als ich ihn auf der Stallgasse stehen sah, wusste ich: Das ist er“, erinnert sie sich. „Er hätte auch auf drei Beinen laufen können.“

Das tat er aber zum Glück nicht. Ganz im Gegenteil: Er entwickelte sich prächtig. „Eigentlich habe ich ein ganz normales Pferd gekauft“, erklärt Nina schmunzelnd – inklusive Flegelphase und Schwierigkeiten mit dem Gleichgewicht. Sie selbst ritt ihn ein und bildete ihn aus. Nach dem Anreiten wurde Stallone gelegt und durfte den Sommer auf der Weide genießen. Mit etwa 4,5 Jahren zeichnete sich ab, „dass er es kann und will“, berichtet Nina. In dieser Zeit trainierte sie zum ersten Mal bei Ausbilder und Olympiasieger Uwe Sauer, in dessen Stall sie und ihr Pferd heute zuhause sind. Ein halbes Jahr später, im Sommer 2012, wurden der erst fünfjährige Stallone und seine Reiterin Kreismeister in der kleinen Dressur-Tour.

„Bis dahin bin ich nie mehr als A geritten“, erzählt Nina. Das sollte sich schnell ändern: Im gleichen Jahr gewann Stallone unter ihr Dressurpferdeprüfungen in Klasse L, ein Jahr später platzierten sie sich in Klasse M, aktuell gewannen sie eine M-Dressur in Marne und sammelten mehrere Platzierungen in dieser Klasse. Zuletzt belegten sie in einer M*-Dressur in Kellinghusen den dritten Rang.

„Eigentlich ist er ehrgeizig“, erzählt Nina Rösch über ihr Pferd. Aber manchmal habe auch er seine Allüren – wie jedes andere Pferd auch. „Es sind eben keine Maschinen“, betont die 25-Jährige, die im Schichtdienst in der Produktion eines pharmazeutischen Unternehmens arbeitet. Die Qualitäten ihres Wallachs weiß sie sehr zu schätzen.

Ebenso die Fachkenntnis und Erfahrung ihres Trainers: „Hätte ich Uwe nicht gehabt, hätte ich das gar nicht geschafft“, erzählt Nina. „Wesentliche Fortschritte“ hätten bereits die ersten Trainingseinheiten gebracht. Seit Nina und Stallone in Sauers Stall wechselten, haben sie fast täglich Hilfe. „Mit so einem Vorbild hat man eine ganz andere Motivation, es entwickelt sich ein ganz anderer Ehrgeiz“, so die Dressurreiterin. Dementsprechend gestaltete sich auch das tägliche Training. „Ein gutes Pferd und eine ganz talentierte Reiterin“, urteilt Sauer, der zahlreiche Pferde bis auf höchstem Niveau ausbildete und 1984 Mannschaftsgold bei der Olympiade in Los Angeles holte.

Inzwischen beherrscht Stallone fliegende Galoppwechsel bis zu zwei Sprüngen, Traversalen in allen Gangarten, Ansätze von Pirouetten, Piaffe und Passage. Die erste S-Dressur ist für das kommende Jahr geplant. Mit Vorfreude, aber auch mit Respekt blickt Nina Rösch in die Zukunft: „Das wird nochmal eine ganz andere Konkurrenz.“

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen