Dressurturnier-Serie beendet : „Ein Grund zum Wiederkommen“

Höhere Ziele: Samantha Schade – hier auf Lloyd bei der Teilaufgabe „Arbeitstrab“ – nutzte das Hohenlockstedter Hallenturnier für die gezielte Vorbereitung auf den Bundesnachwuchs-Vierkampf.
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Höhere Ziele: Samantha Schade – hier auf Lloyd bei der Teilaufgabe „Arbeitstrab“ – nutzte das Hohenlockstedter Hallenturnier für die gezielte Vorbereitung auf den Bundesnachwuchs-Vierkampf.

Reiterverein Hohenlockstedt plant auch für die kommende Wintersaison mehrere Veranstaltungen

shz.de von
12. April 2018, 05:00 Uhr

„Wenn es nach den Reitern ginge, würden sie jeden Monat zu uns kommen, um an einem Turnier teilzunehmen. Aber das können wir natürlich nicht leisten“, sagte Holger Brandt nach Abschluss der Turnierserie für Dressurreiter. Von September bis in den April hinein stand der Vorsitzende des Reitervereins Hohenlockstedt an der Spitze der Organisation von insgesamt sechs Hallenturnieren. Das waren zwei mehr als in der Saison davor.

Auch bei der Abschlussveranstaltung zeigten die Dressurreiter, dass ihnen die Serie entgegenkommt und geizten deshalb auch nicht mit Nennungen. Das Gros kam aus Schleswig-Holstein, aber es zeigten im Laufe der Monate auch Reiter aus Hamburg, Bremen, Niedersachsen und Dänemark Interesse. „Im Schnitt“, so Holger Brand, „hatten wir 440 Nennungen und 60 bis 70 Prozent Startbereitschaft. Damit sind wir sehr zufrieden.“

Natürlich freue es ihn, dass der Ruf nach einem Mehr an Hallenveranstaltungen in Hohenlockstedt laut geworden ist. Doch der Vorsitzende machte auch deutlich, dass die Grüne Saison, die im Kreis Steinburg Ende April vom RV Kollmar in Horst-Horstmühle mit einem mehrtägigen Turnier eröffnet wird, auch den Dressurreitern viel bietet. „Das Angebot in den nächsten Monaten ist ja da, da gibt es genug zu reiten.“ Sein Verein werde, was Turnierveranstaltungen betrifft, wieder in der dunklen Jahreszeit aktiv sein.

Bei der Abschlussveranstaltung wurden 13 Prüfungen gerichtet, manche auch in mehreren Abteilungen. Die wertigste Prüfung, eine Dressurreiterprüfung der Klasse M*, gewann die Hamburgerin Susanne Krohn auf Titolas. Ihr gaben die Richter die Wertnote 7.30. Die Siege in den drei Dressurprüfungen der Klasse L*/Trense sicherten sich Liv Malin Heite auf Nanho, Stefanie Weinert auf Lavario und Leonie Gehrkens auf Lancio.

Ein Blick in die Ergebnislisten zeigt, dass auch Steinburger Reiter eine gute Rolle spielten. Siege erritten sich Pamela Jähnke (RV Hohenlockstedt) auf Bambadoo und Ramona Bohm (RFSch Kellinghusen) auf Proud Real Black, Zweite wurden Kirstin Wichers (RuFV Nutteln) auf Allegro und Lara Nehring (RV Kollmar) auf Gwen.

Viel Raum wurde auch diesmal dem Nachwuchs eingeräumt. In der Dressurreiterprüfung Klasse A präsentierte sich die erst zehnjährige Samantha Schade aus Sieverstedt den Richtern. Auf Grandy platzierte sie sich mit der Wertnote 6,4 als Fünfte. Die Juniorin, die bereits als Vierjährige erstmals einen Führzügelwettbewerb gewann und in Dressur, Springen und Vielseitigkeit gleichermaßen zuhause ist und Vierbeiner schon ausgebildet hat, steht aktuell im Team des Pferdesportverbandes Schleswig-Holstein, das für den Bundesnachwuchs-Vierkampf in Hessen nominiert ist. Das Hohenlockstedter Turnier nutzte sie, um sich gezielt auf die Herausforderung im Süden vorzubereiten. Auch wenn sie sich gewünscht hätte, vom Richterkollegium mit mehr Punkten bedacht zu werden, ganz unzufrieden war Samantha Schade mit ihrem Abschneiden nicht: „Das war eine gute Vorbereitung auf Hessen, und platziert zu sein, habe ich mir auch verdient“, meinte sie und zollte auch ihrem Vierbeiner großes Lob: „Das hast du gut gemacht“, sagte sie zu Grandy.

Gewonnen wurde die Prüfung von Marie Möllhoff (17) auf Bookelhopperin. Ihr gaben die Richter die Wertnote 7,5. Obwohl die Ricklingerin auf demselben Pferd an anderen Orten schon häufiger ganz vorne lag, hatte sie mit dem Sieg in Hohenlockstedt nicht gerechnet. Umso mehr freue sie sich aber und lobte ihre Stute: „Bookelhopperin war gut drauf, ich war sehr zufrieden mit ihr.“

Wie Samatha Schade ist auch Marie Möllhoff eine Allrounderin, die springt und für die Vielseitigkeit Sympathien hat. Eines ihrer Nahziele: „Ich möchte bei einer A-Vielseitigkeit durchkommen. Bisher hatte das nicht geklappt.“ Nachhilfeunterricht könnte da Samantha Schade geben. Die Reiterin macht sich Hoffnung, in das Landesteam aufgenommen zu werden, das im Sommer an der Prüfung um die Goldene Schärpe, ein Nachwuchs-Championat für Pony-Vielseitigkeitsreiter, teilnehmen wird. Über die Veranstaltung in Hohenlockstedt äußerte sich Marie Möllhoff positiv: „Das war ein schönes Turnier mit einer guten Organisation.“ Für sie „ein Grund zum Wiederkommen“.

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