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Leichtathletik : Eilige Favoriten, gute Premiere

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Beim Hohenlockstedter Pellkartoffellauf sind Alexandra Kattge und Alexander Schilling beim „Zehner“ vorn.

Die Favoriten hatten es bei der 16. Auflage des Pellkartoffellaufes eilig. Während Johanna Grell (20:59) und Viktor Kirsch (16:36) der Konkurrenz über fünf Kilometer enteilten, machten Alexandra Kattge (44:14) und Alexander Schilling (34:40) ebenfalls schnell deutlich, dass nur sie für den Sieg über die doppelte Distanz infrage kommen werden. Schnellste über die erstmals ausgetragene Distanz von 7,2 Kilometer waren Leonie Jensen (31:21) und Robin Muxfeldt (28:33).

Gut vier Kilometer ruhig und erst die letzten 900 Meter richtig schnell: Das war die Vorgabe des Trainers für Viktor Kirsch, der bereits im Bereich des Lohmühlenwegs für die Nachfolgenden außer Reichweite war. Da waren erst knapp 1000 Meter gelaufen. Die Überlegenheit des Gegners über fünf Kilometer erkannte Tobias Klähn (18:39) im Ziel unumwunden an: „Ich hatte keine Chance, mit Viktor mitzugehen“, sagte der Zweite aus Itzehoe, der bis Kilometer 1,5 zusammen mit Stephan Kretschmer (19:05) lief, ehe er sich vom späteren Dritten leicht absetzen konnte. Stephan Kretschmer gelang es zwar, den nächsten Kilometer an Tobias Klähn dranzubleiben, doch danach fiel der Brokstedter peu á peu zurück. Nicht weil sein Vordermann zulegte, sondern weil er selbst langsamer wurde.

Viktor Kirsch machte im Ziel nicht nur wegen seines Sieges einen fröhlichen Eindruck. „Ich habe jetzt zwei Wochen Pause.“ Und das bedeute für ihn: „Beine hoch, Wein und Käse. Jetzt darf ich“, sagte der ambitionierte Langstreckler aus Hingstheide mit einem Augenzwinkern.

Auf den Sieg von Johanna Grell konnten sich die Zuschauer ebenfalls frühzeitig einstellen. Mitkonkurrentin Iris Koch (21:29) brachte es so auf den Punkt: „Es ging nicht ganz so schnell wie in der Vorwoche in Wilster los, aber irgendwie waren alle schnell weg“, sagte die Zweite und schloss dabei auch die männliche Konkurrenz ein, mit der sie in früheren Rennen auf Augenhöhe gelaufen war. „Es war mir nicht möglich, an sie heranzukommen.“ Dritte im Rennen wurde Petra Kayßer (21:52). Die Seniorenläuferin (W50) hatte einen ganz starken Tag erwischt, und erreichte deutlich vor Martje Labuj (23:26) das Ziel. Dabei musste die Glückstädterin aber mächtig kämpfen, denn knapp hinter ihr versuchten Annika Jennes (23:31) und Caroline Than (23:34), ebenfalls Platz auf vier vorzulaufen. Dieses Bemühen hatte innerhalb des Rennens einen besonderen Reiz.

Über zehn Kilometer ein schon bekanntes Bild: Alexander Schilling zog nach dem Startschuss los, und Kai Neumann (39:41) versuchte, solange wie möglich Anschluss zu halten. Einen Kilometer klappte das auch passabel, dann verließen den späteren Zweiten die Kräfte. Im Ziel lagen zwischen beiden Topläufern fünf Minuten. Mit seiner Leistung im Vorfeld der Landesmeisterschaften über die Halbmarathondistanz war Alexander Schilling zufrieden. „Ich bin zügig gelaufen, ohne Reserven zu aktivieren.“

Hinter den beiden Führenden lief Paul McNally (40:20) ein taktisch kluges Rennen. Der spätere Dritte rannte nicht zu schnell los, sondern beobachtete das Feld zunächst mit langsameren Schritten. Das sparte Kräfte für das, was noch kommen sollte: Und das war die erste Podiumsplatzierung für den Hingstheider, der bei Kilometer drei an Tobias Klähn (41:45) vorbei lief und sich so schon frühzeitig über seinen dritten Rang freuen durfte. Anerkennung für die läuferische Übersicht von Paul McNally kam von Clubkameradin Iris Koch: „Paul ist nicht wie sonst wie ein gestochenes Wildschwein losgerannt, sondern hat sich die Kräfte diesmal gut eingeteilt.“ Eine Woche zuvor in Wilster hätte das noch ganz anders ausgesehen.

Geburtstagskind Alexandra Kattge feierte an ihrem 23. Geburtstag einen ungefährdeten Sieg. Dass es so kommen würde, hätte sie zuvor aber nicht gedacht. Um gut über die Runde zu kommen, habe sie sich frühzeitig an Sven Leppert (44:15) gehalten, der ihr ein guter Laufpartner gewesen war. „Wir haben ein Tempo gefunden. An den Bergen war Sven zwar schneller, aber Berg ab habe ich aufgeholt“, bedankte sich die Siegerin bei ihrem Hasen, der auch den Grund für die Schnelligkeit von Alexandra Kattge auf den abschüssigen Passagen kannte: „Da kam ihr noch junges Alter durch“, frotzelte der Langstreckler.

Auf verlorenem Posten war da Rieke Friedrichs, die in 45:55 Minuten auf Platz zwei einlief und dabei nicht wahrnehmen konnte, was hinter ihr passierte: Natalie Willsch (46:52) hatte sich im Vorfeld des Laufes über die Stärken ihrer Gegnerinnen informiert und dabei herausgefunden, dass Friederike Liu (46:57) ähnlich stark wie sie selbst läuft. Also hängte sie sich Kilometer lang an die spätere Vierte an und stürmte erst auf den letzten 150 Metern an ihrer Gegnerin vorbei. Im Ziel eine unzufriedene Friederike Liu: „Das war taktisch nicht ganz klug von mir. Ich hätte meine direkte Konkurrentin zwingen müsse, auch mal nach vorn zu gehen, das wäre schlau gewesen.“ Dass Windschattenlaufen seine Vorteile hat, das wusste aber auch Natalie Wilsch. „Es ist ein strategischer Vorteil, Jäger zu sein.“ Überrascht habe sie dennoch, dass Friederike Liu im Endspurt chancenlos war: „Ich dachte, sie sprintet mit.“

Während Leonie Jensen im Rennen der Frauen über 7,2 Kilometer einen klaren Sieg vor Dörte Siebke (33:04) und Stefanie Trede (33:47) herauslief, war der erste Platz bei den Männern mächtig umkämpft. Das es so war, lag in erster Linie an Jürgen Handwerger (28:51), der Robin Muxfeldt lange auf den Fersen blieb. Fünf Kilometer lang kämpften sie Seite an Seite, erst danach setzte sich das läuferische Vermögen des späteren Siegers durch. Den dritten Podiumsplatz erlief sich Holger Lüdtke (29:55), der bis Kilometer zwei an der Spitze gelegen hatte.

Ein schönes Bild beim Einlauf von Frauensiegerin Leonie Jensen, der die Kräfte hinter dem Zielstrich merklich abhanden gekommen waren. Um sie kümmerte sich Laufpartner Tim Lüders rührend: „Komm, wir gehen etwas trinken“, ermunterte der erfahrene Läufer die am Boden sitzende Jugendliche, wieder auf die Beine zu kommen.

Stark im Einsatz waren auch die Jüngsten über 2,8 Kilometer. Es gewannen Sophie Profé (11:58) und Lucas Leon Fritz (12:02).

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