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Basketball : Dramatik in der Schlussphase

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

In der 2. Bundesliga ProB drehen die Sportclub Itzehoe Eagles die Partie gegen Braunschweig mit einem begeisternden Schlussviertel zum 74:70.

von
erstellt am 24.Nov.2014 | 04:25 Uhr

So etwas geht, wenn ein Team einen Lauf hat. Lange sahen die Sport-Club Itzehoe Eagles gegen die DRUFF! Baskets Braunschweig wie die Verlierer aus. Doch dann rissen sie die Partie der 2. Basketball-Bundesliga ProB aus dem Feuer mit einem begeisternden Schlussviertel inklusive Dreierserie. Endstand: 74:70 (19:22, 13:20, 13:15, 29:13).

Aggressiv, schnell, hervorragende Einzelspieler – so war die junge Braunschweiger Bundesliga-Reserve erwartet worden, und so agierte sie auch. Da brauchte es volle Energie und vollen Einsatz bei den Gastgebern, aber auf dem Feld sah es anders aus. Bezeichnend gleich der erste Angriff der Niedersachsen: Gefühlte zehn Mal holten sie den Offensivrebound, bis die Punkte endlich da waren. „Wir hatten in jeder Situation in der Defense Probleme“, sagte Eagles-Coach Paul Larysz. Das hätten die Gäste gnadenlos ausgenutzt und ihre Spielzüge durchgebracht. Deutlich sichtbares Zeichen: Mehrmals schlugen krachende Dunks im Eagles-Korb ein, weil die Verteidigung ausgehebelt worden war. „Es wirkte, als ob wir das Jugendteam wären“, kritisierte Larysz. Und die Gäste hatten Dominique Johnson, der in der ersten Hälfte traf, wie er wollte. 21 Punkte steuerte er bei zur Braunschweiger 42:32-Halbzeitführung.

Der Start in die zweite Hälfte gelang auch nicht besser. Das Wurfpech blieb den Eagles treu, auch Leistungsträger Jonathon Williams verzweifelte beim Abschluss. Das änderte sich in einer kurzen Phase des Aufbäumens bis zum 38:44, doch die Gäste zeigten ihre Qualität und stellten mit mehreren Dreiern den zweistelligen Abstand wieder her. Immerhin: Diese kamen nicht mehr von Johnson, den Williams und Kosta Karamatskos nun gut verteidigten. Dennoch stand es vor dem letzten Viertel 45:57.

30 Minuten lang habe sein Team nur sporadisch zum Spielfluss gefunden und die nötige Energie gesucht, sagte Larysz. Im letzten Abschnitt wurden die Eagles fündig. Beispiel: Nach einem Fehlwurf erkämpften sie mit großem Einsatz den Rebound, Williams traf mit Foul. Der fällige Freiwurf ging daneben, doch ausgerechnet Aufbauspieler Nick Tienarend holte den Rebound und ermöglichte so Karamatskos den Korbleger zum 50:57, der ansonsten selbst als Vorlagengeber glänzte. Die Aufholjagd lief, wurde aber noch gebremst durch gute Braunschweiger Aktionen und eigene Fehler der Eagles.

Dann dies: Yannick Evans wurde beim Wurf geblockt, doch direkt danach klaute Patrick Wischnewski den Ball, Williams traf den Dreier zum 60:64. Seine unglückliche Leistung bis dahin hatte er abgeschüttelt und erzielte insgesamt 13 Punkte im Schlussviertel. Und es ging weiter: Dreier von Tienarend zum 63:64, und als Wischnewski zwei Dreier zum 69:64 versenkte, ließen die mehr als 500 Zuschauer die Halle explodieren. Zweimal war Johnson noch für die Braunschweiger per Dreier zur Stelle, doch auch Tienarend traf noch einmal. Fünf Eagles-Dreier in Folge in der Schlussphase – „jeder hat sich mehr Verantwortung zugetraut“, kommentierte Larysz. So sei dann auch wieder als Einheit verteidigt worden. Die Rebounds wurden geholt, viele kleine Dinge richtig gemacht, alles leichter dank der Unterstützung der Fans. Nun schwammen die Gäste, hatten aber 9,3 Sekunden vor Schluss noch die Chance beim 72:70 für die Eagles. Doch statt eines Wurfs verloren sie den Ball gegen Wischnewski, Evans setzte den Schlusspunkt. Der Rest war Jubel. Nach dem sechsten Sieg in Serie bleiben die Eagles Dritter in der Tabelle – allerdings nun punktgleich mit Rist Wedel und Rostock auf den ersten beiden Plätzen, die beide Heimniederlagen kassierten. Am kommenden Wochenende fahren die Itzehoer zum Spitzenspiel nach Rostock.

Eagles: Jonathon Williams (21, 2 Dreier, 12 Rebounds), Yannick Evans (19, 9 Rebounds), Patrick Wischnewski (11, 3 Dreier), Jeff Wherry (9, 1 Dreier), Nick Tienarend (8, 2 Dreier), Kosta Karamatskos (4, 12 Assists, 3 Ballgewinne), Clayfell Harris (2, 2 Blocks), Lars Kröger, Johannes Konradt, Robert Daugs, Levi Levine.

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