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Leichtathletik : Disziplinen werden kindgerechter

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Der DLV geht mit der „kindgerechten Leichtathletik“ neue Wege. Der SC Itzehoe setzt dies bei den Kreismeisterschaften im Einzel mit großem Engagement um.

Meisterschaften des Kreisleichtathletikverbandes Steinburg (KLV) in den Einzeldisziplinen: Ausgerichtet wurden sie von Sportclub Itzehoe (SCI), der alle Hände voll zu tun hatte: Galt es doch, die traditionelle Leichtathletik mit dem Strukturprogramm des Deutschen Leichtathletikverbandes (DLV) zu vereinigen, das für die jüngeren Jahrgänge die so genannte „kindgerechte Leichtathletik“ in den Vordergrund des Wettkampfprogramms stellt. Optisch sichtbar wurde sie durch die Disziplinen Bananenkistenlauf, Hochweitsprung, Heuler-Schlagwurf, Stadioncrosslauf und Hindernisstaffellauf. Neu war auch, dass die Sprintläufe über 30 und 40 Meter zweimal zu absolvieren waren: einmal im Hochstart und einmal im Start aus der Bauchlage – die jeweiligen Zeiten wurden danach zu einem Endergebnis addiert. Am besten waren die Aktiven, die sich durch kurze Reaktionszeit und gutes Koordinationsvermögen auszeichnen.

Insgesamt herrschte eine angenehme Wettkampfatmosphäre, die bei den Aktiven auch dadurch nicht geschmälert werden konnte, dass der Zeitplan für die vielen Disziplinen mit über 400 Nennungen von Leichtathleten aus Itzehoe (SCI), Hohenlockstedt (Lola), Glückstadt (ETSV), Schenefeld (STS) und Kellinghusen (VfL) etwas zu eng ausgelegt war. So konnten nicht alle Siegerehrungen an Ort und Stelle vorgenommen, nicht alle Urkunden sofort ausgegeben werden. Letztlich war es aber so, dass die Gesamtveranstaltung nur wenige Minuten länger als geplant dauerte.

Dass sich die Verantwortlichen des SCI aber überhaupt an die Mammut-Aufgabe herangetraut hatten, die Kreismeisterschaften im Sinne des DLV auszurichten, ist aller Ehren wert. Eine solche Veranstaltung zu organisieren bedarf eines langen Vor- und nicht weniger intensiven Nachlaufs. Nicht alle Vereine in Schleswig-Holstein werden aufgrund personeller Gegebenheiten dazu in der Lage sein.

Wie groß die Begeisterung im Stadionrund war, ließe sich an mehreren Beispielen festmachen: Da gab es die Hindernisstaffel, die für die Aktiven auf dem Hinweg zum Wendepunkt über Bananenkisten und auf dem Rückweg bis ins Ziel über die flache Bahn führte. Jeder Läufer hatte es dabei naturgemäß mit Gegnern zu tun, doch die Anfeuerungsrufe von allen Seiten dürften ihm zusätzliche Motivation gegeben haben, das Beste aus sich herauszuholen. Und dann war da ja auch noch der Stadioncrosslauf über 800 Meter. Als Lauffläche genutzt wurden dabei die Kunststoffbahn, die Rasenfläche und die Weitsprunggruben. Markiert war sie mit Flatterband, Stangen und Pylonen. Das Erstaunliche an diesem Rennen, das Altersklassen übergreifend war: Kein Aktiver machte schlapp oder kam überfordert ins Ziel. Das kennt man auch anders: Kinder, die vor Überanstrengung weinend ins Ziel kamen, sah man bei den Kreismeisterschaften nicht.

Natürlich gab es auch die klassische Leichtathletik. Und in ihr stach insbesondere Anna Gehring (SCI) hervor: Die Jugendliche legte die 800 Meter in 2:13,5 Minuten zurück und sorgte mit der Zeit für ein Landesspitzenergebnis der Extraklasse. „Bei den niedrigen Temperaturen und vorausgegangenem Wettkampf am Wochenende bin ich zufrieden“, sagte die Athletin unmittelbar nach dem Zieleinlauf.

Am spannendsten dürfte wohl der Weitsprung der weiblichen U14 gewesen sein, bei dem sich Nina Gründel (ETSV) mit 4,16 Meter im vierten Durchgang doch noch den Sieg holte, nachdem Jennifer Liedert (STS) kurz zuvor 4,04 Meter gesprungen war. Vor dem Finaldurchgang hatte noch Marike Liedert mit 3,97 Meter die Konkurrenz angeführt.

Nach den Meisterschaften sprach KLV-Vorsitzender Hermann Hüser von einer gelungenen Veranstaltung: „Die Stimmung war gut, und für die Jüngeren ist diese Form der Leichtathletik sicher ein guter Einstieg in das Wettkampfwesen.“ Positiv bewertete der Kreisvorsitzende auch den Stadioncross: „Wenn man auf unterschiedlichem Belag und dann auch noch über Hindernisse oder durch Sand läuft, dann kann das für Kinder nur interessant sein.“

Querfeldein sei eben etwas Anderes, als im Kreis oder hin und her zu laufen: „Das ist für viele im jüngeren Alter einfach zu stumpfsinnig.“

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erstellt am 18.Sep.2013 | 05:00 Uhr

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