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Triathlon : Der Reiz der langen Strecke

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Eine Gruppe von Triathleten des SC Itzehoe wagt in diesem Jahr den Sprung vom Sprint auf die Mittel- und Langdistanz.

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erstellt am 21.Jul.2017 | 05:15 Uhr

Vom Sprint zur Mittel- oder Langdistanz: Was für Läufer undenkbar erscheint, ist für Triathleten mit mehr Trainingsaufwand durchaus zu realisieren. Das beweist derzeit eine achtköpfige Gruppe von Aktiven des SC Itzehoe. Sie haben ihr Debüt auf einer längeren Strecke bereits gefeiert.

Sie waren bisher auf Jedermann- oder Sprintdistanzen an den Start gegangen. Nun lockte aber auch mal die größere Herausforderung. Sie alle wollten sich neue Ziele setzen wie zum Beispiel Christine Leppert: „Ich habe mal die Olympische Distanz ausprobiert, das hat mir wesentlich besser gefallen als der Sprint“, sagt die 47-Jährige. Dass auch im reiferen Alter Steigerungen möglich sind, hat Helga Böhm (49) für sich entdeckt: „Für die Schnelligkeit gilt das eher nicht, für die Ausdauer aber schon.“ Der Älteste aus der Riege ist mit 62 Jahren Andreas Pöhlmann. Er gestand offen ein, dass er schon großen Respekt vor dem ersten Start hatte. „Das Gesund-Ankommen steht natürlich immer im Vordergrund. Bei allem Ehrgeiz soll das Ganze ja auch immer noch Spaß machen.“

Alle hatten ihren Entschluss schon am Ende der vergangenen Saison gefasst. Denn um veränderte Ziele realisieren zu können, braucht es einen längeren Vorlauf. Trainingspläne müssen umgestellt und natürlich auch möglichst konsequent verfolgt werden. „Jeder für sich hat sich behutsam an höhere Umfänge herangetastet“, berichtet Helga Böhm. Im wöchentlichen Durchschnitt braucht es für die längere Distanzen zehn bis zwölf Stunden, während für den Sprint sechs bis acht genügt hatten. Trainiert wird allerdings in wöchentlich varierenden Blöcken, bei denen auch die Regeneration einen ganz wichtigen Platz hat. Insgesamt natürlich eine Herausforderung an das Zeitmanagement im Zusammenspiel mit Privatleben und Familie. Alle unterstreichen die Unterstützung durch den Verein. „Man kann sich hier wirklich jede Hilfe holen, die man braucht“, sagt Helga Böhm. Das gelte sowohl für Coach André Beltz wie auch für die einzelnen Disziplin-Trainer des SCI.

Sven Leppert betont auch die veränderte Achtsamkeit während des Wettkampfes. „Auf den längeren Strecken muss der Athlet unbedingt aufpassen, dass er genügend Verpflegung in fester und flüssiger Form zu sich nimmt. Wer will schon einen Hungerast kriegen oder gar dehydrieren?“, sagt der 49-Jährige. „Wenn der Kreislauf erstmal streikt, kannst du nichts mehr machen.“

Als eine der Ersten aus der Gruppe hatte Helga Böhm ihre Feuerprobe bereits hinter sich. Auf der Mitteldistanz in Lübeck war sie nach nach 5:22 Std. „trotz großer Hitze mit einem tollen Ergebnis und einem Lächeln ins Ziel gekommen“, wie sie selbst sagt. „Ich war zwar kaputt, aber am nächsten Tag schon wieder fit. Die Regeneration klappt also. Dafür haben sich die ganzen Monate Training wirklich gelohnt.“ Zur Gruppe der „Strecken-Verlängerer“ gehören neben den Genannten außerdem noch Jörg Eichholz (53), Franziska Warnke (51) und Ingo Sötje (54).

Das Gros der Gruppe bestritt im niedersächsischen Uelzen die erste Mitteldistanz am vergangenen Sonntag. Dabei waren alle ins Ziel gekommen. Ihre Ergebnisse: Jörg Eichholz (138. Gesamt/15. M55; 5:54,09 Std.), Sven Leppert (111./22. M50; 5:32,51), Christine Leppert (25./7. W45; 5:49,04), Andreas Pöhlmann (156./3. M60; 6:59,42). Weitere Starter des SC Itzehoe waren dort Michael Papert (79./9. M50; 5:03,20) und Steffen Horstmann (155./29.; 6:40,18).

Auch Pascal Jeworek, der für den SC Itzehoe im Regionalliga-Männerteam startet, hat seine erste Mitteldistanz bereits bestritten. Im dänischen Helsingör hatte er unter vielen Profi-Startern die eigenen Erwartungen klar übertroffen. „Es ist super gelaufen. Ich hatte mir in etwa eine Zeit von 4:15 Stunden vorgenommen. Umso glücklicher war ich am Ende über die 4:08,58. Und das, obwohl die Hitze mich beim Laufen auf der letzten von drei Runden ein wenig langsamer gemacht hat.“ Verdienter Lohn: Platz 24 der Gesamtwertung und Vierter in der Altersklasse. Im gleichen Rennen hatte auch Franziska Warnke ihr Debüt auf der Mitteldistanz gefeiert. Im Ziel strahlte sie dann über sehr beachtliche 6:18,27 Stunden.

Doch für Pascal Jeworek ist es damit nicht genug: Am 20. August will der 25-Jährige in Kopenhagen auch seinen ersten Ironman in Angriff nehmen. „Nach den Eindrücken von Helsingör bin ich optimistisch, dass auch das gut funktioniert. Wenn alles gut läuft, hoffe ich auf eine Zeit von neun Stunden glatt.“  

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