Fußball-Oldie Fred Albers erinnert sich : „Der Keller bei uns war voller Fußballschuhe“

Fred Albers heute.
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Fred Albers heute.

Zum krönenden Abschluss mit dem FC Reher/Puls nochmal Meister zusammen mit beiden Söhnen

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22. Oktober 2019, 17:30 Uhr

Reher | Der mittlerweile fast 60-jährige Fred Albers schrieb vor elf Jahren in der Saison 2007/08 als einer der ältesten aktiven Fußballer in Schleswig-Holstein auf Verbandsebene mit 48 Jahren Geschichte. Mit seinen beiden Söhnen André und Timo gewann der Oldie im Team des FC Reher/Puls in der Bezirksliga West die Meisterschaft und feierte den direkten Aufstieg in die damalige Verbandsliga Süd-West. Der damals noch top-fitte Libero der Steinburger war dabei nicht nur für die beiden Söhne (André war damals 20 Jahre jung und agierte im offensiven Mittelfeld und Timo war 18-jährig und spielte im Angriff) ein wichtiger „Kommando-Geber“. Die gesamte Mannschaft hörte auf den erfahrenen Fred Albers, der mit seiner 40-jährigen Erfahrung als aktiver Fußballer damals längst noch nicht müde war. Erst mit 50-Jahren (Fred Albers: „Ich habe bis 2010 immer noch mal wieder ausgeholfen.“) beendete Albers dann endgültig seine Karriere.

Einmaliges Erlebnis

„Mit meinen beiden Söhnen den Titel in der Bezirksliga zu holen war natürlich ein Höhepunkt meiner Laufbahn. Ein einmaliges Erlebnis“, freut sich Fred Albers noch heute. Seine Fitness holte er sich damals nicht nur auf dem grünen Rasen, sondern bewies bei Volkslauf-Wettbewerben über die 10 Kilometer-Distanz mit Zeiten um die 45 Minuten, dass er mit jüngeren Generationen allemal mithalten konnte. Außerdem probierte er sich am 21. April 2002 beim Hamburg-Marathon aus und absolvierte die 42.195 Kilometer in einer beachtlichen Zeit von drei Stunden und 45 Minuten.

Glanzzeit beim Itzehoer SV

Fred Albers wurde beim SV Puls und TSV Reher „groß“, hatte in den 1980er Jahren dann beim Itzehoer SV (1983 bis 1988) seine Glanzzeit. Gerne erinnert sich der 59-Jährige an Zeiten, wo er mit dem ISV in die 1. DFB-Pokalhauptrunde einzog. So war er am 24. August 1985 dabei, als die Itzehoer quer durch die Republik zur niederbayrischen SpVgg Plattling (0:2) reisten. „Das war trotz der Niederlage ein tolles Erlebnis“, erzählt Fred Albers. Aber auch Spiele mit dem ISV im Oktober 1985 beim VfB Lübeck vor über 5.000 Zuschauern auf der Lohmühle (Fred Albers: „Trotz dieser Kulisse mit überwiegend natürlich VfB-Fans gewannen wir mit 3:0.“) und ein Freundschaftsspiel mit dem ISV im Juli 1984 gegen Bundesligist Werder Bremen (1:2) unter Trainer Otto Rehhagel (mit Völler, Schaaf, Reinders Burdenski und Meier) am Itzehoer Lehmwohld sind für Fred Albers Highlights seiner aktiven Zeit. Ende der 1980er Jahre zog es ihn zurück zu seinen Wurzeln, wo er dann als Ur-Gestein des FC Reher/Puls noch viele Jahre nicht mehr wegzudenken war.

Ältester Aktiver in Verbandsliga Süd-West

„Eigentlich hatte ich schon mit dem Gedanken gespielt aufzuhören, doch man hat mich immer wieder überredet, weiterzumachen“, sagt Albers, der sich auch der Herausforderung „Verbandsliga Süd-West“ stellte und in dieser Spielklasse zu einem der ältesten Aktiven dieser Zeit wurde. Eine der Grundvoraussetzung war neben seiner Fitness zweifellos die Akzeptanz in der Mannschaft und dies nicht nur ausgehend von seinen beiden Söhnen. In der familiären Gemeinschaft beim FC mit Akteuren, die seit Jahren von der Jugend an zusammen spielten, schätzte jeder die Führungsqualitäten eines Fred Albers auf und neben dem Platz.

Fußball beherrscht den Alltag

Im Hause der Familie Albers beherrschte damals das Thema Fußball den Alltag. Neben seinen beiden Söhnen Andre und Timo gehörte mit Tochter Dania (heute 28) noch ein Familienmitglied zum „Kicker-Kreis“, die sich dem Frauenfußball verschrieben hatte. Fred Albers: „Der Keller bei uns war voller Fußballschuhe..“ Das hat sich in den Jahren nun geändert. Die Kinder sind inzwischen alle ausgezogen. Dania ist seit eineinhalb Jahren mit Mirco Göttsche – bezeichnenderweise auch ein Fußballer des FC Reher/Puls – verheiratet.

Ruhestand ohne Verpflichtungen

Im beschaulichen Reher in seinem wunderschön gelegenen Einfamilienhaus genießt Fred Albers heute zusammen mit seiner Ehefrau Angelika die Zeit ohne Fußballverpflichtungen. Eine Trainerlaufbahn oder eine Tätigkeit auf Funktionärsebene wollte Albers nicht einschlagen. Der 59-Jährige war beruflich bis zu seinem 55. Geburtstag Zivilangestellter bei der Bundeswehr in Hohn. Am 28. November 2014 wurde er im Rahmen einer Härtefall-Regelung „frei gestellt“ und kann bereits vor seinem offiziellen Renteneintritt seine freie Zeit genießen. „Als mir das Angebot von der Bundeswehr gemacht wurde, habe ich sofort ja gesagt und gefragt, wo soll ich unterschreiben“, erzählt Fred Albers, der als Tischler tätig war und nun sein handwerkliches Geschick in die baulichen Vorhaben seiner Söhne stecken kann, die inzwischen für eigene Immobilien Bedarf für väterliche Unterstützung haben. Das Ehepaar Albers hat sich zudem ein Wohnmobil zugelegt und bereist damit die schönsten Ecken Deutschlands.

Fußball nicht mehr ein so dominantes Thema wie früher

Auch wenn seine Ehefrau, die er vor 31 Jahren – natürlich auf dem Fußballplatz – kennen gelernt hat, der „schönsten Nebensache“ der Welt ebenfalls sehr nahe steht und immer dabei ist, wenn zum Beispiel die Kinder wichtige Spiele bestreiten, ist der Fußball heute im Hause der Albers nicht mehr ein so dominantes Thema, wie früher. Angelika Albers schränkt aber ein: „Es sei denn, die Jungs und Dania sind bei uns zu Hause zu Besuch.“
 

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