Itzehoerin Spitze im Judo : Das Nationalteam im Blickfeld

Zum Lehrgang ins Bundes-Leistungszentrum nach Kienbaum eingeladen: Lilli Wojta.
Zum Lehrgang ins Bundes-Leistungszentrum nach Kienbaum eingeladen: Lilli Wojta.

Lilli Wojta legt auch ältere Konkurrentinnen auf die Matte

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25. Mai 2018, 05:00 Uhr

Wer drei Jahre ältere Mädchen auf die Matte legt, muss einiges drauf haben – wie die Itzehoerin Lilli Wojta. Die 14-Jährige war unlängst bei den norddeutschen Meisterschaften im Judo Dritte in der Altersklasse U18 geworden und hatte sich für die Deutschen Meisterschaften qualifiziert, wo sie immerhin in zwei von vier Kämpfen erfolgreich war. „Das Halbfinale bei den Norddeutschen habe ich gegen die deutsche Vizemeisterin verloren und den ersten Kampf bei den deutschen Meisterschaften gegen die spätere Dritte“, erzählt Lilli, auf die nun auch Bundestrainerin Lena Göldi aufmerksam geworden ist, die die Itzehoerin zu einem Lehrgang ins Bundes-Leistungszentrum nach Kienbaum eingeladen hat.

In der Gewichtsklasse bis 63 kg war Lilli Wojta in ihrer Altersklasse U15 2017 bereits Landes- und Norddeutsche Meisterin geworden. Deutsche Titelkämpfe gibt es in dieser Altersklasse aber nicht, weshalb Lilli in diesem Jahr bei der U18 an den Start ging. „Eine wichtige Erfahrung für mich, denn bei der U16 sind einige Griffe und Würfe noch nicht erlaubt“, sagt Lilli, der die Umstellung sehr gut gelungen ist. Im Januar holte sie gleich den Landesmeistertitel bei den U18-Mädchen. Dass sie dann auch noch bei den norddeutschen Meisterschaften Dritte wurde, sei nicht zu erwarten gewesen. Umso mehr habe sie sich darüber gefreut.

Schon im Dezember vergangenen Jahres hatte sie bei den älteren Mädchen getestet und war bei den Bremen Open Dritte geworden. Das gab schließlich den Ansporn in dieser Altersklasse weiterzumachen. Der Erfolg hat der 14-Jährigen Recht gegeben. Aber Lilli hat auch die Nationalmannschaft im Blickfeld, weshalb sie im April am Bundessichtungsturnier in Bottrop und dem Thüringer Messecup in Erfurt für U16-Kämpferinnen teilgenommen hat. In Bottrop stand sie schließlich als Siegerin ganz oben auf dem Treppchen und in Erfurt wurde sie Zweite. Kein Wunder, dass die Bundestrainerin Lilli nun ganz genau unter die Lupe nehmen will.

Bereits im Kindergartenalter hatte Lilli Wojta, von ihrer Familie und vor allem ihren Bruder inspiriert, damals noch beim MTV Itzehoe mit dem Judo angefangen. Die Grundlagen brachte ihr Birgit Philipp bei und nun hat Heiner Philipp das Talent als Trainer beim SC Itzehoe unter seinen Fittichen. „Ich verdanke beiden sehr viel. Sie haben mich zu vielen Lehrgängen, Trainingslagern und Sichtungs-Wettbewerben mitgenommen“, erzählt Lilli. Es habe ihr immer Spaß gemacht, was ihr neben der Fitness ganz wichtig sei. „Inzwischen kennt man sich im Land und es sind zwischen den Vereinen Freundschaften entstanden. Aber es gab dadurch auch immer Ansporn und neue Herausforderungen.“ Es sei neben der Schule zeitlich sehr anspruchsvoll, das Training wie gewünscht an verschiedenen Standorten nicht nur in Schleswig-Holstein planen zu können. Der Spaß dürfe dabei auf keinen Fall verloren gehen, so Lilli. Sie hofft nun, auf dem Sichtungslehrgang in Kienbaum, die Bundestrainerin weiter auf ihr Talent aufmerksam zu machen.

Allerdings wird die 14-Jährige ab August erstmal eine „Zwangspause“ einlegen, weil sie ein Jahr zum Schüleraustausch in die USA fliegen wird. Dort dürfte sie den Judosport sicher nicht in der derzeitigen Intensität betreiben können. „Natürlich werde ich mich weiter fit halten und weiß auch schon, welchen interessanten Sportarten und Workouts ich nachgehen will“, blickt Lilli in die Zukunft. Sicherlich werde sie auch die Kontakte zu ihren Freunden halten und pflegen, aber was nach diesem Jahr genau sein wird, wisse sie natürlich nicht. „Da möchte ich mich ganz bewusst auch noch gar nicht festlegen.“ Bis sie in den Flieger nach Amerika steigt, will Lilli aber im Judo noch einmal richtig durchstarten, damit die Bundestrainerin ihren Namen so schnell nicht wieder aus ihrem Notizblock streicht.

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