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Reitturnier in Kellinghusen : Carletto zu schnell für die Konkurrenz

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Spanier Guillermo Gonzalez-Alonso gewinnt S*-Springen nach Stechen – Steinburger Erfolge in M-Prüfungen

von
erstellt am 19.Aug.2015 | 05:00 Uhr

34 Prüfungen in Springen und Dressur standen beim Turnier der Reit- und Fahrschule Kellinghusen auf dem Veranstaltungsprogramm. Für das Finale und den Höhepunkt der vier Turniertage, ein Springen der Klasse S*, ritten 48 Paare in den 420 Meter langen Umlauf ein. Zehn von ihnen blieben über den 11 Hindernissen mit 13 Sprüngen fehlerfrei und machten Sieger und Platzierte in einem sehenswerten Stechen aus. Auf verkürztem Parcours (300 Meter/sieben Hindernisse – acht Sprünge) war am Ende der in Elmshorn lebende Spanier Guillermo Gonzalez-Alonso auf Carletto der Glücklichste. Er bewältigte den Stechparcours fehlerfrei in 38,54 Sekunden und war damit Schnellster unter den sechs Nullern.

Einfach war das Siegen für ihn aber nicht. In Inga Czwalina von der Insel Fehmarn hatte der Sieger eine starke Gegnerin. Sie brachte gleich drei Pferde ins Stechen. Mit ihrem schnellsten Pferd, Armata, war die Amazone lediglich eine Sekunde langsamer als Gonzalez-Alonso. Das bedeutete für sie Rang zwei. Zudem belegte Inga Czwalina auf Va Bene Rang drei (40.47) und mit Syndicate Platz fünf (42.17). Vierte wurde die Elmshornerin Kristin Kirchner auf Helios (41.61), die den sechsten Rang auf Carlotta sicherte.

Nach der Siegerehrung ein gelöster Gewinner: „Ich war gut drauf und mein Pferd war gut in Schuss.“ Angesprochen auf Inga Czwalina betonte Guillermo Gonzalez-Alonso: „Sie ist ganz gefährlich und kann als letzte Reiterin das Stechen noch für sich entscheiden.“ Aber auch der Spanier ist von gutem Kaliber: Vor einer Woche sicherte er sich nach zehn Siegen in Springen der Kategorien S* und S** das Goldene Reitabzeichen. Nicht nur deshalb lobte er sein Pferd: „Es ist ein gutes Pferd, und es stammt von Caretino und Capitol II ab.“

Mit sehr viel Beifall begrüßt und verabschiedet wurde in Kellinghusen Weltklassespringreiterin Janne Friederike Meyer, die in M**- und S*-Springen junge Pferde vorstellte, die sie relativ neu im Stall hat. Auch wenn sie sich mit Cellagon Anna im S*- und Soccero und Cascanda in dem M**-Springen nicht platzieren konnte, so hatte ihr Ausflug nach Kellinghusen einen wichtigeren Grund „Ich wollte die guten Bedingungen hier nutzen, um meine Pferde an die Turnieratmosphäre zu gewöhnen.“ Und das alles noch vor den Europameisterschaften in Aachen, wo sie in dieser Woche als Ersatzreiterin für den „Preis der Nationen“ nominiert worden ist. Auch wenn Janne Friederike Meyer dort möglicherweise nicht zum Einsatz kommen wird: Für sie sei das „ein tolles Ergebnis“. Grund: „Mein Pferd ‚Goja’ ist erst neunjährig und wird von mir erst seit diesem Jahr bei ‚Fünf-Sterne-S-Springen’ eingesetzt. Es ging so komplett im Nationenpreis, dass wir in den A-Kader berufen worden sind.“ Für sie sei das „der erste Schritt in Richtung Rio“ zu den Olympischen Spielen 2016. „Toll, dass wir jetzt Teil der Mannschaft sind.“

Auch wenn sich Steinburger Reiter beim S*-Springen nicht platzieren konnten, den weitesten Sprung nach vorn machte in dieser Konkurrenz die Breitenburgerin Veronika Gylthe mit Quintex auf Platz 13 bei 1,75 Zeitfehlern im Umlauf, so war das Wochenende keineswegs für sie verloren. Schadlos hielten sich die Steinburger insbesondere bei Prüfungen der Kategorien M* und M**. So auch Steffen Dehmelt (RuFV Nutteln) auf Coximo und Lena Timm (RV Breitenburg) auf Carmencita, die in den M**-Springen am Abschlusstag siegten (Dehmel) beziehungsweise Platz zwei (Timm) belegten. Platz eins in einer M*-Konkurrenz belegte auch Jessica Magens (RV Breitenburg) auf Nautilus.

Erfolgreich waren am Tag zuvor bereits Frederick Reimers (RuFV Nutteln) und Sarah-Jane Keßler (RFSch Kellinghusen), die die Zwei-Phasen-Springen der Klasse M* in erster beziehungsweise zweiter Abteilung gewannen. Dabei setzten sich die Steinburger jeweils in schnellster Zeit gegen weitere zwei (Reimers) beziehungsweise fünf (Keßler) Nuller durch. Für Frederick Reimers (24) war es erst das siebte Turnier, auf dem er seinen Niederländer (KWPN) Vancouver vorstellte. In Hademarschen (5.) und Kropp (4.) waren sie bereits platziert. „Ich bin mit gutem Gefühl in die Prüfung gegangen, denn beim Abreiten wirkte mein Pferd frisch. Mein Plan war deshalb auch, im Umlauf auf Null zu reiten und im Laufe der zweiten Phase das Tempo zu steigern.“ Nachdem er das Gefühl bekommen hatte, dass er auch im Stechen fehlerlos bleiben könnte, „habe ich höheres Tempo riskiert“. Mit Erfolg auf dem nach seinem Dafürhalten anspruchsvollen Parcours „mit vielen Distanzen, wo man Entscheidungen treffen musste“.

Zufrieden war auch Sarah-Jane Keßler (25), die zusammen mit Royano seit sechs Jahren ein Paar bildet: Dass ihr Holsteiner Hengst, den sie selbst eingeritten hat, „gut gehen“ wird, damit habe sie gerechnet – doch nie mit dem Sieg. Im Parcors selbst habe sie immer ein gutes Gefühl gehabt: „Er ging ja so schön“, bescheinigte sie ihrem Pferd, sich exzellent präsentiert zu haben. Ob die Saison für sie weitestgehend abgeschlossen ist, könne sie noch nicht genau sagen: „Für die Landesmeisterschaften in Bad Segeberg fehlt mir noch eine M**-Platzierung.“ Ansonsten richte sie ihren Blick bereits jetzt auf das nächste Jahr: „Im Winter will ich mit ‚Royano’ darauf hintrainieren, dass wir 2016 an S-Springen teilnehmen können.“

Seit geraumer Zeit mit im Programm der Kellinghusener Veranstaltung – ein Stilspringen der Klasse L im Rahmen der Warsteiner Reitsport-Förderung. Gewonnen wurde es von Tomke Sievers (RFV Husberg) auf Easy Way mit der Wertnote 8.3. Auf dem Weg zum Halbfinale in Havekost ist das ein sehr gutes Ergebnis, das Tome Sievers vor Svea Malin Lienau (7.6) und Jördis Kröger (7.5) erreicht hatte.

Ein Reiter, der die Halbfinal-Luft in Havekost im Jahre 2009 nach seiner Qualifikation in Kellinghusen in sich aufgenommen hatte, ist Christoph Wulf (RuFV Husberg). Er sicherte sich in dem von Fredrick Reimers gewonnenen Zwei-Phasen-Springen Platz drei auf L’acorada und war zuvor in einem Punktespringen der Klasse L mit demselben Pferd erfolgreich.

Über die Warsteiner Reitsportförderung äußerte sich Christoph Wulf so: „Ich finde die Serie total toll, sie ist eine Chance für junge Reiter, denn für Erwachsene gibt es Vergleichbares nicht.“ Den Teilnehmern am Halbfinale wünsche er, „dass sie den Moment genießen und realisieren, dass das etwas Besonderes ist“. Für ihn, der seit 2007 auf Turnieren reitet und schon M-Springen gewonnen hat und 2011 das Finale der Sparda-Bank-Trophy auf M-Niveau in Kiel mitgeritten war, sei auch Kellinghusen 2015 „etwas Besonderes für mich“ gewesen. Erstmals hatte er mit L’acorada in einer M*-Konkurrenz einen Podiumsplatz belegt. „Ich war jetzt zum dritten Mal in Kellinghusen und komme immer wieder gerne nach hier. Es ist ein sehr gutes Turnier.“  

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