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Portrait : Beim Oldendorfer Peter Janz dreht sich fast alles um Tennis

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

66-Jähriger war in allen Altersklassen Ranglistenerster in Schleswig-Holstein

von
erstellt am 03.Jan.2016 | 17:44 Uhr

In seinem Leben drehte sich die meiste Zeit fast alles um Tennis: Peter Janz war nicht nur in allen Altersklassen des Landes Ranglistenerster, sondern hat auch als Trainer und Besaitungsspezialist erfolgreich gearbeitet. Letzteres macht der 66-jährige Oldendorfer immer noch. Selbst Tennis spielen und Trainerstunden geben, ist allerdings aus gesundheitlichen Gründen deutlich weniger geworden. Ganz aufhören mit allem geht allerdings genauso wenig, wie beim Skatspielen fehlen. Jeden Montag drischt Janz in einer kleinen Skatrunde in Itzehoe die Karten. Und dann ist da ja auch noch Ehefrau Claudia sowie Haus und Garten in Oldendorf – Ausruhen gibt es für Janz nicht.

Seit 1979 ist Peter Janz verheiratet und hat mittlerweile drei erwachsene Kinder. Seine Frau Claudia hat er natürlich – wo sonst – beim Tennis kennen gelernt. Allerdings war es zunächst ein schwieriges Verhältnis, hatte Janz doch 1974 Claudias Bruder, den mehrfachen deutschen Meister Thies Röpcke, bei den Landesmeisterschaften ausgeschaltet. Beide waren damals zwar noch nicht befreundet, traten aber bei den Titelkämpfen zusammen im Mixed an. „Sie war ziemlich sauer auf mich und wollte nicht mehr mit mir zusammen spielen“, erinnert sich Janz lachend. Irgendwie ging es dann aber doch und die beiden wurden Mixed-Landesmeister.

Als Bezirks-Stützpunkttrainer hatte Janz aber nicht nur seine spätere Frau unter seinen Fittichen, sondern auch einen der ganz Großen der Deutschen Tennis-Geschichte. 1981 und 82 trainierte der spätere Wimbledon-Sieger Michael Stich als 13/14-Jähriger bei ihm. „Der wurde extra aus Elmshorn nach Itzehoe gefahren“, erzählt Janz. Bei den Bezirksmeisterschaften 1981 mussten beide sogar gegeneinander antreten. „Michael hatte damals als 13-Jähriger erstmals bei den Herren mitgespielt und wurde in der ersten Runde ausgerechnet gegen mich gelost.“ Der „Lehrmeister“ hatte damals standesgemäß die Oberhand behalten. „Zwei Jahre später hätte er mir das Fell über die Ohren gezogen“, ist sich Peter Janz ganz sicher.

1949 in Itzehoe geboren, begann die Tennis-Karriere von Peter Janz 1960, als er in den Itzehoer Tennisverein (ITV) eintrat, bei dem er noch heute passives Mitglied ist. Gleichzeitig war er allerdings auch beim MTV Itzehoe als erfolgreicher Tischtennis-Spieler aktiv. 1961 war er bereits TT-Kreismeister der Schüler im Einzel und Doppel. Schon als 16-Jähriger verstärkte er die Herren-Mannschaft des MTV, die in der höchsten Spielklasse des Landes spielte und wurde 1966 zweifacher Landesmeister der Junioren. „Wir haben mit dem MTV immer an der Spitze mitgemischt“, erinnert sich Janz gern an diese Zeit. Nach absolvierten Wehrdienst legte er den kleinen Schläger allerdings 1971 beiseite und konzentrierte sich ganz auf Tennis. „Weil es noch keine Hallen gab, hatte ich nur im Sommer Tennis gespielt und im Winter genug Zeit für Tischtennis.“ Er habe dann aber seine Zukunft mehr im Tennis gesehen.

In Steinburg gab es 1966 erstmals Kreismeisterschaften für Herren. „Neben ITVern waren dort nur Akteure des TC Kellinghusen und TV Fortuna Glückstadt am Start“, so Janz. Die wies der damals 17-Jährige alle in ihre Schranken. Den ersten Titel im Tennis hatte Janz aber schon zwei Jahre zuvor geholt, als er bei den Knaben Landesmeister wurde. 1967 holte er sich dann den Landestitel der Junioren und wurde Vize-Landesmeister bei den Herren. Damit geriet er auch in den Fokus größerer Vereine. Ein Angebot aus Stuttgart, in der Bundesliga zu spielen, schlug Janz damals jedoch aus. Er wollte lieber in der Heimat bleiben und auch noch Tischtennis spielen. „Da bin ich dann auf einem Niveau stehen geblieben“, gibt er zu. Dennoch wurde er 1970 nach dem Sieg im Landesranglistenturnier erstmals als Nr. 1 in der schleswig-holsteinischen Herren-Rangliste geführt.

Wegen des Studiums an der Sporthochschule Köln zog es Peter Janz von 1976 bis 1980 zum Regionalligisten Haus Wittringen Gladbeck, mit dem er westdeutscher Meister wurde. In der Bundesliga-Aufstiegsrunde scheiterten Janz und Co dann knapp am traditionsreichen Frankfurter Sportclub Sachsenhausen. „Ich habe mir damals mit dem Engagement in Gladbeck mein Studium finanziert. Als Nr. 6 angefangen, habe ich dort zum Schluss an eins gespielt.“

Als Diplom-Sportlehrer kehrte Janz 1980 nach Itzehoe zurück und machte seinen „Tennisladen“ auf. Zuvor war er noch schnell mal Deutscher Hochschulvizemeister in Konstanz geworden. Wegen der Arbeit im eigenen Geschäft spielte Janz nun aber erst einmal keine Turniere mehr. „Dafür hatte ich keine Zeit.“ Neben seiner Trainertätigkeit war er allerdings immer noch in der Mannschaft des ITV aktiv. Erst 1988 war die turnierfreie Zeit vorbei, als er erstmals wieder an einem Ranglistenturnier teilnahm. „Ich wollte einfach nur mal die Spieler, die ich von früher kannte, wiedersehen“, sagt Janz. Das Wiedersehen endete jedoch anders, als er es sich vorgestellt hatte. Janz schlug alle Kontrahenten und wurde Landesranglistensieger der Herren 35. Ein Jahr später war er als Erster der schleswig-holsteinischen Rangliste deutsche Nummer 13. „Das war mein bester Ranglistenplatz überhaupt“, so Janz. Mit 42 Jahren holte er sich schließlich 1991 den Herren 35-Landesmeistertitel. Im Finale hatte er dabei seinen Steinburger Kontrahenten und Freund Manfred Schütt geschlagen.

Bei den Herren 45 war Janz 1996 Landesranglistenerster. Sein letztes großes Turnier waren 1997 die Norddeutschen Meisterschaften in Bremen. Nach einem mühevollen Dreisatzsieg in der ersten Runde, traf Janz danach auf die Nr. 1 der Setzliste. Der sah beim 6:0, 6:0 keine Schnitte, was Janz zum Titelfavoriten machte. „Am nächsten Tag konnte ich mich aber wegen mangelnder Fitness vor Muskelkater kaum bewegen, sonst hätte ich auch das Endspiel gewonnen“, ist sich Janz sicher. Aber mit dem Training hatte er es offenbar zu locker genommen, was ihm im Bremer Finale zum Verhängnis wurde. Als Trostplaster durfte sich Janz aber immerhin norddeutscher Vizemeister der Herren 45 nennen.

Danach wurde es ruhiger um den mittlerweile seit 1983 im eigenen Haus in Oldendorf lebenden Tennissportler. Nach einem Bandscheibenvorfall musste Janz ab 1998 zwangsläufig kürzer treten, spielte nur noch bei den Herren des TSV Oldendorf und absolvierte Trainerstunden. Das hatte er als alter Fuchs trotz aller gesundheitlichen Probleme im Griff. Seine ersten Trainerstunden hatte er schließlich bereits als Jugendlicher gegeben und dabei im Laufe der Jahre reichlich Erfahrung in vielen Steinburger Vereinen und als Stützpunkttrainer gesammelt. Als Trainer ist er mittlerweile allerdings nur noch in Wilster tätig. Seinen „Tennisladen“ hatte Janz bereits 1995 „dicht gemacht“ und nur noch Schläger bespannt. Darin ist er Spezialist und besaitet auf seiner Heimanlage bis heute.

Als Spieler steht Janz dagegen nur noch selten auf dem Platz. „Wir haben in Oldendorf im nächsten Jahr keine Herren 60-Mannschaft mehr, deshalb spiele ich nur noch just for fun.“ Trotz gesundheitlicher Einschränkungen hat sich Janz durch Fitness- und Rehatraining wieder einigermaßen in Form gebracht. Ein Kämpfer war der 66-Jährige eigentlich schon immer, aber noch einmal richtig angreifen z. B. bei Kreismeisterschaften will er nicht mehr. „Es bleibt bei just for fun“, bekräftigt er.

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