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65. Störregatta : Auf der Rückfahrt kommt der Wind

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Mit seiner „X-Tours“ gewinnt Andreas Dahm das „Blaue Band der Stör“. Schnellstes Schiff nach berechnter Zeit ist erneut die „Esperanza“ von Björn Offermann.

Wo bleibt der starke Wind? Das dürften sich alle gefragt haben, die an der 65. Auflage der Störregatta teilgenommen hatten. Bei Windstärken bis maximal drei mussten sich die Mannschaften der beteiligten 30 Segelboote lange Zeit in Geduld üben. Insbesondere auf der Hintour von Kasenort nach Wewelsfleth war für sie langsames Vorankommen auf dem Ebbstrom angesagt. Zu dem Zeitpunkt hatte sich über dem Tidenfluss noch kaum Wind aufgebaut. Und so war es erklärlich, dass eine Zuschauerin den Besatzungen der Großschiffe vom Ufer aus zurief: „Sollen wir pusten?“ Zurück ging es aber deutlich flotter voran, so dass die Teams auf dem 15 Kilometer langen Törn am Nachmittag 45 bis 65 Minuten schneller unterwegs waren als zuvor am Morgen.

Der guten Laune konnten die widrigen Segelbedingungen jedoch nichts anhaben: Bei der Seglerparty mit Pokalübergabe abends am Langen Rack freuten sich alle mit Andreas Dahm und Sabine Maas, die sich mit ihrer „X-Tours“ das Blaue Band der Stör ersegelt hatten. Sie waren sowohl auf der Hin- als auch auf der Rücktour jeweils am schnellsten nach gesegelter Zeit unterwegs.

Beifall auch für Björn Offermann, der als Steuermann der „Esperanza“ zusammen mit Jan Burmeister und Robert Rutkowski das im vergangenen Jahr gewonnenen Grüne Band der Stör für den Schnellsten nach berechneter Zeit auch diesmal in Empfang nehmen durfte.

Dass sich die „X-Tours“ doch noch so klar gegen die von Karl-Heinz Faust gesegelte „Lotta“ durchsetzte, sah zunächst nicht so aus. Nach dem Start noch etwas zurück, überholte Andreas Dahm das neue Schiff von Karl-Heinz Faust erst am Ausgang des Langen Racks – und war danach eindeutig der Schnellste. Am Ende der Hintour lag zwischen beiden ein zeitlicher Abstand von 5:15 Minuten. Optimal lief es für die „X-Tours-Crew“ auch danach: „Nachdem sich der Rückstart entzerrt hatte, waren wir vorn“, freute sich Andreas Dahm über den herausgefahrenen Vorsprung von 2:49 Minuten in Regattateil zwei. Der Steuermann der „X-Tours“ sieht den Erfolg von sich und Sabine Maas darin begründet: „Es war heute unser Wind. Wir mussten viel kreuzen, und Sabine hat gut gesegelt. Meine Vorschoterin war perfekt.“ Dass letztlich doch noch etwas Wind da war, freute den Skipper: „So wurde es keine Treiberegatta.“

Börn Offermann bezeichnete es als „Glück“, als Sieger aus dem Grünen Band der Stör hervorgegangen zu sein: „Ich freue mich, denn so etwas ist nie vorherzusehen.“ Entscheidend sei sein guter Rückstart gewesen. „Der war wichtig, denn es ist schwer, auf der Stör zu überholen. Deshalb muss man schon von Beginn an eine gute Position haben, um mit freiem Wind segeln zu können.“

Ganz angetan waren viele vom Engagement der Piratsegler: Elf Boote hatte es lange nicht auf der Stör gegeben. „Das ist der Nachwuchs, den wir für unseren Sport brauchen“, freute sich Andreas Dahm über die Resonanz bei den jungen Leuten. Begünstigt wurde die Quantität übrigens durch die Zusammensetzung der Mannschaften: Ein erfahrener Piratsegler segelte mit einem noch unerfahrenen Regattasegler zusammen.

Zu den so Gelobten zählten auch Philip Reich und Vincent Walser, die in der „don’t panic“ am schnellsten unterwegs waren. Den Grund für ihren Erfolg sieht Philip Reich darin: „Wir bringen nicht viel Körpergewicht mit. Ein Vorteil für uns war auch, dass wir keine Grundberührungen hatten.“ Besonders zufrieden war Vorschoter Vincent Walser, der im vergangenen Jahr gar nicht und davor ausnahmslos im Optimisten segelte: „Für mich war es heute die erste Regatta überhaupt.“ Dass er dabeibleiben und weiterhin im Piraten segeln will, dürften die Verantwortlichen in der Seglervereinigung Wilster mit Freude zur Kenntnis genommen haben.

Den Pokal für die schnellsten Piratsegler nach berechneter Zeit nahmen Christian Niefert und Merle Maas entgegen. Sie bildeten eine Crew in der „First Aid“ und feierten bei ihrem Debüt einen weiteren Erfolg als schnellste Rückstarter. Dass sie Erfolg haben würden, das hatte sich Merle Maas vorher so ausgerechnet, „weil Christian Niefert ein guter Steuermann mit vielfältigen Erfahrungen ist“: Landesjugendmeister, Bronzemedaillengewinner bei nationalen Titelkämpfen, WM-Teilnehmer – das war das, was der erfahrene Segler mit zur Störregatta brachte. Insofern war auch keine Überraschung, dass die Segel an seinem Boot richtig getrimmt waren und dass der richtige Kurs gefunden wurde: „Nicht zu dicht am Ufer fahren, sich von anderen Booten frei halten und nicht in der Windabdeckung fahren“, seien wichtige Garanten für den Erfolg.

Und den hatten auch Svea Petersson, Henrik Lödiger und Malte Biedermann, die mit dem restaurierten Kielboot Ellidi Dritte nach berechneter Zeit im Gesamtklassement wurden.

Ergebnisse



65. Störregatta
Blaues Band der Stör (Wertung nach gesegelte Zeit): 1. X-Tours/BSV (Eigner A. Dahm/S. Maas), 2:53:38 Std.; 2. Lotta/SVW (K. H. Faust), 3:01:42; 3. Esperanza/SVW (B. Offermann), 3:02:09; 4. Tracy/SVW (K. Kaiser), 3:02:51; 5. Susewind/SVW (H. Reese), 3:03:49; 6. Yggdrasil/BSV (M. Thiessen), 3:05:52.
Grünes Band der Stör (Wertung nach berechneter Zeit): 1. Esperanza/SVW (B. Offermann), 2:56:51; 2. Tracy/SVW (K. Kaiser), 2:59:16; 3. Ellidi/BSV (S. Petersson), 3:02:57; 4. don’t panic/SVW (P. Reich/V. Walser), 3:03:43; 5. Nina/BSV (J. Haack), 3:10:35; 6. X-Tours/BSV (A. Dahm/S. Maas), 3:10:48.
Gruppensieger (Wertung nach berechneter Zeit): Gruppe 1: X-Tours/BSV (A. Dahm/S. Maas), 3:10:48; Gruppe 2: Fräulein Smilla/SVW (O. Bielenberg), 3:14:29; Gruppe 3: Esperanza/SVW (B. Offermann), 2:56:51; Gruppe 4: Nina/BSV (J. Haack), 3:10:35, Gruppe 5: don’t panic (P. Reich/V. Walser ); Gruppe 6: Ellidi/BSV (S. Petersson), 3:02:57; Gruppe 7: Verandi/BSV (H. Meyer), 3:29:33.
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erstellt am 26.Sep.2013 | 05:00 Uhr

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