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Fußball : Auf den Titel folgt die Trotzreaktion

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Der frischgebackene Verbandsliga-Meister FC Reher/Puls will in der nächsten Saison als TSV Reher neuen Anlauf auf die SH-Liga nehmen.

Einen wahrlich würdigen Rahmen hatte der FC Reher/Puls am vorletzten Spieltag in der Fußball-Verbandsliga Süd-West für sein Meisterstück. Das Team des Trainerduos Hans-Heinrich und Jörg Fischer triumphierte in dem für den FC letzten Punktspiel der Saison 2013/14 mit einem 6:0 im Steinburger Derby bei Rot-Weiß Kiebitzreihe. Bei strahlendem Sonnenschein brachten mindestens 150 eigene Fans unter den rund 250 Besuchern die Stimmung im allerbesten Sinne zum Brodeln.

Ganz besondere Partylaune herrschte nach dem Spiel noch auf dem Platz, aber nicht zuletzt auch auf der Rückfahrt im Bus nach Reher. Spieler und Fans schmetterten unter anderem „Ein Tag so wunderschön wie heute“, bis die Stimmbänder heiser wurden. „Wir haben in Kiebitzreihe die beste Mannschaft der Verbandsliga gesehen, wir haben den Titel nach einer sensationellen Saison geholt“, strahlte FC-Pressesprecher Guido Bolln und erinnerte daran, dass der FC fast das Triple erreicht hätte. „Das Kreispokalendspiel haben wir leider gegen den FC Itzehoe verloren, aber wir haben den Fielmann-Cup im Hallenfußball gewonnen und jetzt die Verbandsliga-Meisterschaft.“

Christian Sievers bilanzierte: „Meine erste Saison beim FC und gleich den Titel geholt. Wir haben uns für unsere Leistung belohnt – Weltklasse. Und nächstes Jahr geht es jetzt erst recht um den Aufstieg in die SH-Liga.“

Einer im Team des FC hatte übrigens schon vor dieser Saison alles vorausgeahnt. Frank Loßmann prognostizierte den Titelgewinn bereits beim Trainingslager in Anklam. „Damals wurde ich von den anderen noch belächelt“, erzählt der Mittelfeldmann.

Trainer Jörg Fischer führte den Erfolg auf eine gute Saisonvorbereitung zurück. „Wir haben uns im Vergleich zu den Vorjahren defensiv stark verbessert, waren im Kader in der Breite besser aufgestellt und konnten so verletzungsbedingte Ausfälle kompensieren.“

Nach einem zweiten Tabellenplatz nach Abschluss der Spiele bis zur Winterpause sorgte das Team mit weiteren sechs von insgesamt 15 Siegen bei einem Unentschieden und drei Niederlagen in der Frühjahrsserie für den Titelgewinn. Lediglich im April hatte Reher/Puls mit zwei aufeinanderfolgenden Niederlagen gegen den VfR Horst (0:2) und bei der Kaltenkirchener TS (0:3) eine kurzzeitige Schwächephase zu überstehen. Im Mai ließen die Fischer-Schützlinge mit drei abschließenden Erfolgen in Wankendorf (2:1), gegen Nortorf (4:2) und jetzt in Kiebitzreihe (6:0) nichts mehr anbrennen.

RWK erwies sich übrigens als ausgesprochen fairer und sympathischer Verlierer. Viele Stunden feierten beide Teams sogar zusammen. Erst gegen 10 Uhr abends kam die Mannschaft am vergangenen Sonnabend wieder zu Hause an.

„Die Vorstände des TSV Reher und des SV Puls sind rundum zufrieden mit dieser Saison“, zog Vorsitzender Klaus Peter Wiesenberg sein Fazit und ergänzte: „Eigentlich wollten wir in dieser Spielzeit den Kreispokal holen, das Westküstenturnier gewinnen und im oberen Drittel mitspielen. Das mit dem Kreispokal haben wir nicht geschafft. Dafür ist uns nun der Titel in der Verbandsliga gelungen.“

Klaus Peter Wiesenberg führt den Erfolg auf ein geringeres Serienprogramm durch die „Rückzieher“ TSV Gadeland, TS Einfeld und TuS Krempe zurück. „Ich habe den Eindruck, dass es für unsere Mannschaft durch den fehlenden Konkurrenzdruck vielleicht etwas einfacher war.“

Für die Mannschaft täte es ihm nur leid, dass es nun mit dem Aufstieg nicht klappen kann. Es habe zwar eine Anfrage beim SHFV gegeben, doch alle Bemühungen des FC sind beim Verband letztendlich gescheitert. Auf ein Klageverfahren wollte es Reher/Puls nicht ankommen lassen.

Noch einmal will der Klub allerdings nicht mit der Gefahr an den Start einer Saison gehen, aufgrund von SHFV-Statuten nicht aufsteigen zu können. Mit Beginn der kommenden Spielzeit heißt die erste Mannschaft des FC Reher/Puls offiziell TSV Reher und wird aus der sonst weiter bestehenden Spielgemeinschaft beider Klubs ausgekoppelt. „Ich weiß zwar nicht, ob wir noch einmal eine so erfolgreiche Saison hinlegen können, aber wir sind uns mit dem SV Puls für diese Veränderung einig“, sagt Wiesenberg.

Inoffiziell würde man allerdings gerne in der Öffentlichkeit weiter als Fußballclub Reher/Puls bezeichnet werden. Wiesenberg: „Schließlich ist das, was nachher im DFBnet oder auf offiziellen Papieren steht, rein den Statuten geschuldet.“

Die Philosophie, was den rein sportlichen Teil angeht, bleibt unverändert. Mit jungen Talenten aus der Jugend und dem nahezu komplett zusammenbleibenden Kader (nur Ersatzkeeper Marco Schön trägt sich mit Abwanderungsgedanken) wird Reher/Puls in die nächste Saison gehen und einen neuen Anlauf in Richtung Schleswig-Holstein-Liga versuchen.

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