Pferdesport : Amerikanerin Lee Tanith hängt alle ab

Schnellste Zeit:  die US-Amerikanerin Lee Tanith flog im Stechen auf Zipper  förmlich über den Parcours.
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Schnellste Zeit: die US-Amerikanerin Lee Tanith flog im Stechen auf Zipper förmlich über den Parcours.

Die Siegerin des abschließenden M-Springens beim Breitenburger Reitturnier ist für ein halbes Jahr zu Gast bei Bo Kristoffersen.

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24. Juni 2014, 04:29 Uhr

„USA schlägt den Rest der Welt“, kommentierte Turniersprecher Georg Fritsche den Sieg der Amerikanerin Lee Tanith nach dem Stechen im abschließenden M**-Springen, dem Höhepunkt des Breitenburger Reitturniers am Sonntag. Insgesamt drei Tage lang stand der Schlosspark im Zeichen des Reitsports.

Am Start des beliebten ländlichen Turniers standen hauptsächlich Reiter aus der Region, aber auch internationale Konkurrenz, wie Lee Tanith, die ein halbes Jahr Gast des Dänen Bo Kristoffersen ist, der den Schlosspark ebenso wie der Schwede Göran Bengtsson zu seiner Wahlheimat erkoren hat. So beschränkte sich der „Rest der Welt“ auf einige derzeit in Breitenburg trainierenden Gäste aus Skandinavien und der hiesigen Konkurrenz.

Ein gewichtiges Wort um den Sieg mitreden wollte auch der in Bengtssons Diensten stehende Schweizer Andreas Erni, der sich der Amerikanerin zwar hauchdünn geschlagen geben musste, aber mit der zweitschnellsten Zeit des Stechens als Sieger der zweiten Abteilung gekürt wurde.

Ein Computerfehler hatte bei der Siegerehrung zunächst für Verwirrung gesorgt, als der Finne Mikko Pirala als Sieger der ersten Abteilung ausgerufen wurde. Es folgte jedoch schnell die Korektur und Lee Tanith nahm die Gratulation für ihren fantastischen Ritt auf Zipper entgegen. Die kleine Amerikanerin war förmlich über den Stechparcous geflogen. Bis dahin lagen mit Jessica Magens auf Livingston und Henrike Blohm auf Quillon zwei Steinburger Amazonen vorn, deren Zeiten die Amerikanerin aber um mehr als eine Sekunde unterboten hatte. Direkt nach Lee Tanith ritt Andreas Erni auf Paris ein, der es als einziger Reiter mit zwei Pferden ins Stechen geschafft hatte. Erni war ebenfalls sehr schnell unterwegs, musste sich aber am Ende um 16 Hundertstel geschlagen geben. Mit seinem zweiten Pferd Clickdown hatte der Schweizer die Konkurrenz zunächst angeführt, bevor ihn die drei Amazonen überflügelt hatten. Lohn waren für ihn Platz eins in der zweiten und Platz drei in der ersten Abteilung, womit Erni der erfolgreichste Reiter des abschließenden Springens war. Von insgesamt 49 Startern hatten 17 das Stechen erreicht.

Einen starken Eindruck hatte am Sonntagmorgen der Münsterdorfer Sven Otto auf Biscuit im ersten M-Springen der Veranstaltung hinterlassen. Mit der Wertnote 8,6 war er vor der Dänin Jennifer Fogh Pedersen (8,5) erfolgreich. Otto saß für die wegen Schwangerschaft pausierende Evi Penzlin im Sattel. „Ein hervorragender Ersatz“, wie Turnierchef Breido Graf zu Rantzau, bei dem Otto in die Lehre gegangen war, feststellte. Otto hatte zuvor bereits am Freitag ein L-Springen gewonnen. Erwähnenswert auch der Sieg von Katrin Albrechtsen auf Valeska in einem weiteren L-Springen, in dem sie fast zwei Sekunden schneller als ihre härteste Konkurrentin Paige Jacobs auf Ciccolino war.

Als beste Kombinierer der Junioren erwiesen sich Janne Dallmeier auf Dubai und Luisa Marie Losse auf Alula. Dallmeier hatte als Zehnte der Dressur und Dritte des Stilspringens die Nase nur knapp vor Losse, die Achte in der Dressur und Siebte im Stilspringen war. In der Dressur war Mirjam Kock am Brink auf Hollywood mit zwei Siegen erfolgreichste Teilnehmerin. An der Vorherrschaft der Amazonen gab es in Breitenburg nichts zu rütteln. Von 25 Prüfungen waren 20 von Reiterinnen gewonnen worden.

Breido Graf zu Rantzau zeigte sich mit dem Turnierverlauf hochzufrieden. Bis auf die kleine Panne bei der Siegerehrung des abschließenden M-Springens hatte alles hervorragend geklappt. „Wir hatten überhaupt keinen Stress, weil alles sehr gut vorbereitet war“, sagte der Schlossherr und sprach damit ein Sonderlob für die vielen Helfer aus. Auch sportlich sei es ein gutes Turnier gewesen.

Für Graf zu Rantzau sind die Turniertage damit aber noch nicht beendet., denn kurzfristig wurde heute zusätzlich ein CdS-Turnier für Profi-Reiter eingeschoben. Von 10 bis 18 Uhr werden drei Konkurrenzen (A-, L- und M-Springen) geritten, in denen die Creme der Reiter aus Schleswig-Holstein und Hamburg ihre Nachwuchspferde vorstellen wird. „Die Anfragen waren überwältigend, weshalb wir uns zu dieser Verlängerung entschlossen haben“, so Graf zu Rantzau. Warum das so ist, hatte Sören von Rönne schon vorher festgestellt. „Es ist immer etwas Besonderes hier zu reiten“, sagte der Mannschafts-Weltmeister von 1994. Der Neuendeicher ist diesmal allerdings nur Zuschauer im Schlosspark. Im kommenden Jahr, wenn Breido Graf zu Rantzau wieder ein großes Turnier plant, dürfte aber auch von Rönne wieder persönlich in Breitenburg satteln.


●Alle Ergebnisse und Turnierplan des heutigen CdS-Turniers auf www.mervestelle.de.

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