reitsport : Amazonen sichern sich den „Hattrick“

Lena Witt und Lando gewannen das L-Springen mit Stechen.
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Lena Witt und Lando gewannen das L-Springen mit Stechen.

„Turbo Schnecken“ gewinnen Mannschaftsspringen in Kremperheide zum dritten Mal in Folge. Lena Witt auf Lando ist die Beste im L-Springen mit Stechen.

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15. Juli 2015, 05:33 Uhr

Wenn es um das Mannschaftsspringen beim dreitägigen Turnier des Pferde- und Breitensportvereins Kremperheide geht, dann kommt die Konkurrenz an den Amazonen des RuFV ‚von Zieten’ Bokel nicht vorbei. Unter dem Namen „Turbo Schnecken“ waren Jennifer Metschulat, Jenny Rudolph, Michelle Brammann und Cora Bartholomäus auch diesmal so erfolgreich wie schon 2013 und 2014. Am Ende hatten die Leistungsrichter für die Sieger lediglich einen Springfehler und die schnellste Gesamtzeit notiert. Auf den Plätzen folgten das Team Andalö (Kremperheide) und der Reitstall Krause (Bekmünde).

Das beste Ergebnis aller Reiterinnen stammt von Sandy Kracht. Die Kremperheiderin war eine von sechs Reiterinnen, die ohne Abwurf über den Parcours kam. Zudem war sie Schnellste in der Zeit, knapp vor Teamkameradin Saskia Zielke, die ebenfalls genullt hatte. Die weiteren fehlerfreien Ritte zeigten Ann-Kathrin Böge, Jennifer Metschulat, Cora Bartholomäus und Jenny Rudolph.

Nach der Prüfung Freude im Lager der „Turbo Schnecken“: „Wir hatten gehofft, hier zu gewinnen“, sagte Trainerin Martina Rehder, doch ganz sicher sei sie sich vorher nicht gewesen. Heike Bartholomäus schon eher: „Wir gehen immer mit Siegeswillen in die Prüfung“, machte die Mutter von Cora Bartholomäus deutlich, dass die guten Mannschaftsresultate aus den Vorjahren die Erwartungen eher erhöht, als gedämpft hätten.

Guter Sport auch beim L-Springen mit Stechen, das als Höhepunkt für die Springreiter dem Mannschaftswettbewerb vorausgegangen war. Den Umlauf aufgenommen hatten zehn Paare. Drei von ihnen blieben fehlerfrei und qualifizierten sich dabei für das Finale: Alexandra Beil auf Cat, Hannah Memenga auf Feuerstein und Lena Witt auf Lando. Nachdem Alexandra Beil gerissen und Hannah Memenga mit null Fehlern in 38,39 Sekunden über den Stechparcours gekommen war, lag es an Lena Witt, die Prüfung als letzte der Finalteilnehmerinnen für sich zu entscheiden. Und die Reiterin aus Diekhusen-Fahrstedt machte ihre Sache sehr gut: Null Fehler in 37,42 Sekunden bedeuteten für die noch 17-Jährige den Sieg. Ganz begeistert von dem, was seine Enkelin gerade geleistet hatte, war Klaus Ulrich: „Dass war einer der besten Ritte, die ich bisher von dir gesehen haben“, rief er der Siegerin von den Zuschauerplätzen zu. Ganz begeistert von dieser Präsentation war auch Monika Wilhelms: „Wie ein Weltmeister bist du geritten“, freute sich die Partnerin von Klaus Ulrich mit der Reiterin, die ebenfalls ganz glücklich war: „Wir haben alles gegeben, alles riskiert, und heute hat es geklappt“, freute sich Lena Witt auch über die Leistung ihres Holsteiner Wallachs: „Mit 18 Jahren ist er ja nicht mehr der Jüngste, deshalb bin ich auch super stolz auf ihn.“ Hoffnungen auf den Sieg habe sie sich zwar gemacht, „aber daran geglaubt hatte ich nicht wirklich“. Der Grund für die Zurückhaltung leuchtet ein: Bisher hat Lena Witt, sie reitet seit elf Jahren, erst zwei L-Springen gewonnen – 2012 in Heide und in diesem Jahr in Horst-Horstmühle. Und auch in Kremperheide war sie noch nie so erfolgreich wie in diesem Jahr: „Ich komme schon seit vier Jahren zum Turnier, doch gewonnen hatte ich hier noch nie eine Prüfung.“

Unter Wert geschlagen wurde Jo-Hanna Krause, der auf Columbus Point bis zum vorletzten Sprung alles gelang, ehe sich Fehler am vorletzten und infolge der Unaufmerksamkeit auch am letzten Hindernis ergaben: „Bis dahin hatte ich ein super Gefühl, und dann hat mein Pferd wohl in den Busch geguckt, obwohl es ja sonst ganz zuverlässig ist. Aber man steckt ja nicht drin, sind ja Tiere.“ Dass die „Zweifache“ dennoch kein Problem für Columbus Point sein muss, zeigte der elfjährige Holsteiner nach einem Steher: Zwei Sprünge und das Hindernis war überwunden. Ähnlich wie beim L-Springen in der Woche zuvor, als Marne auf ihrem Turnierplan stand und sie sich in der Prüfung platzierte. Dass der Erfolg schon am kommenden Woche zurückkehrt, das erhofft sie sich: Bei den Kreismeisterschaften in Herfart will Jo-Hanna Krause in den Prüfungen der Leistungsklasse 4 + 5 möglichst weit nach vorn kommen.

L-Springen mit Stechen: 1. Lena Witt (TSG Westerdeich) auf Lando, *0 Fehler/37,42 Sekunden; 2. Hannah Memenga (RFV Ahrenlohe) auf Feuerstein, *0/38,39; 3. Alexandra Beil (RV Aukrug) auf Cat, *4/40,40; 4. Dörte Junge-Moldaenke (RFSch Kellinghusen) auf Tine, 4/54,20; 5. Henrike Tönsing (RuFV Nutteln) auf Cedro, 4/62,46; 6. Anika Stein (RFV Elmshorn) auf Calimero, 7,25/88,54; 7. Sandy Kracht (PBSV Kremperheide) auf Pageno, 8/51,09; 8. Jo-Hanna Krause (RuFV Nutteln) auf Columbus Point, 17,50/81,90.

Mannschaftsspringen: 1. Turbo Schnecken (RuFV „von Zieten“ Bokel), 4/177,24 (Jennifer Metschulat auf Amurat, Jenny Rudolph/Castello, Michelle Brammann/Cortex, Cora Bartholomäus/Lollipopp); 2. Team Andalö (Kremperheide), 12/179,74 (Sandy Kracht/Pageno, Saskia Zielke/Queenly Choice, Ann-Kathrin Hartmann/Ronja, Hanne Dattner/Beautiful Wonder); 3. Reitstall Krause (Bekmünde), 18,75/254,17 ( Saskia Petersen/Goleo; Eyleen Biehler/Giro, Ann-Kathrin Böge/Corlanda, Madeleine Struve/Terry).

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