Am nächsten Sonnabend: Marathonlauf auf der alten Itzehoer Störbrücke

shz.de von
31. Januar 2011, 03:59 Uhr

Itzehoe | Der Marathonsport steckt voller verrückter Geschichten, und eine weitere soll am kommenden Sonnabend geschrieben werden: Christian Hottas (54), Allgemein- und Sportmediziner aus Hamburg, plant einen Marathonlauf auf der Störbrücke im Zuge der Bundesstraße 5. Bereits in wenigen Wochen soll sie abgerissen werden und einem Neubau Platz machen.

Hintergrund "dieser außergewöhnlichen Laufidee": Der Glaube von Christian Hottas, "dass man eigentlich fast überall Marathon laufen kann". Deshalb kreierte der Hamburger im Frühjahr des vergangenen Jahres die Veranstaltungsreihe "Lost Places Marathons". Sie sieht vor, auf Strecken zu laufen, die als "vergängliche Orte" Orte einzustufen sind. So wurde bisher im ehemaligen Hamburger Stadtteil Altenwerder gelaufen, von dem nur noch die Kirche, der Friedhof und ein Geländestreifen mit Obstbäumen übrig geblieben ist, sowie auf einem nie in Betrieb gegangenen U-Bahn-Bahnhof plus Bahndamm bei Großhansdorf, auf dem Dannewerk bei Schleswig und auf der alten Rheinbrücke bei Wesel.

"Und nun ist die Störbrücke dran", betont Christian Hottas, der engagiert Marathons und Ultras sammelt und mit 1659 absolvierten Rennen die aktuelle Nummer zwei der weltweiten Rangliste ist. Dass organisatorisch etwas schief laufen könnte: diese Gefahr besteht nicht. Hottas hat bereits über 800 Laufveranstaltungen selbst organisiert. Allerdings: Ihm fehlen noch zwei Rundenzähler. Diejenigen, die diese Funktion auf der Störbrücke ausfüllen wollen, kontaktieren ihn unter folgender eMail-Adresse: chhottas2@yahoo.de.

Nach einem ersten Kontakt mit dem "Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr" (LBV SH) im Dezember folgten im Januar zwei Treffen mit Kai-Uwe Schacht (LBV-Niederlassungsleiter Itzehoe), Iris Dautwiz (Bereichsleiterin Straßenbau) und Claus Reese (Sachgebietsleiter Brückenbau). "Alle drei waren sehr aufgeschlossen und unterstützten diese etwas verrückte Laufidee sofort", freut sich Christian Hottas über das amtliche "go". Mit im Boot hat er auch die Freiwillige Feuerwehr Itzehoe, die am Veranstaltungsort für einen wetterfesten Unterstand sorgen will: für die Rundenzähler und für die Verpflegung.

Gestartet wird der "Störbrücken-Marathon" um 10 Uhr am Südende der alten Brücke. Die Zufahrt erfolgt über den Sanddeich zwischen Wellenkamp und Heiligenstedten. "Unter den beiden Störbrücken steht reichlich Parkraum zur Verfügung. Von dort führt dann eine Rampe an der Westseite der Brücken hinauf zum Start", erklärt Christian Hottas den Weg.

Gelaufen werden auf der ausgedienten Brücke 20 Runden mit einer Distanz von je 2120 Metern. Das Teilnehmerfeld für den 42,400 Kilometer langen Törn ist auf 50 Aktive begrenzt. Derzeit liegen dem Veranstalter 23 Anmeldungen. Drei kommen aus Dänemark, der Rest aus dem Bundesgebiet. Fünf Anmelder - Rüdiger Littwin, Udo Schurna und Wolfgang Olbrisch (NRW) sowie Peter Wieneke (SH) und Veranstalter Christian Hottas (HH) - sind bereits bestens für den "Störbrücken-Marathon" präpariert: "Wir haben bereits den Weseler Rheinbrücken-Marathon in unserer Laufsammlung", ist sich Christian Hottas sicher, dass das Quintett auch beim Lauf über die Stör erfolgreich sein wird.

Die Itzehoer Marathonwalkerin, Rita Brämer (48), bereitet sich im Zuge des Störbrücken-Marathons auf einen ganz besonderen "Meilenstein" vor. Christian Hottas: " Sie wird - übrigens in Sichtweite ihrer Wohnung - auf der alten Störbrücke ihren 50. Marathon bestreiten." Begleitet wird Rita Brämer bei ihrem Jubiläumslauf unter anderem von zwei Steinburgern: Kai Friedrich (43) und Torsten Selck (48), beide aus Hodorf, wollen ebenfalls mitlaufen. Außerdem dabei: Der ehemalige Itzehoer Leistungsschwimmer und Triathlet Jörg Hafner, der sich auf Extremläufe spezialisiert hat.

Meldeschluss für die Veranstaltung ist der 4. Februar. Gemeldet wird per Internet über die Adresse http://lost-places-marathons.myblog.de.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen