Rückblick : Als Neuling auf Platz vier gesegelt

Über ein eigenes Trainingsboot  der J70-Klasse verfügt seit Juli die Seglervereinigung Itzehoe. Nun können die Bundesliga-Akteure der SVI um Skipper Christian Soyka einzelne Manöver noch intensiver üben.
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Über ein eigenes Trainingsboot der J70-Klasse verfügt seit Juli die Seglervereinigung Itzehoe. Nun können die Bundesliga-Akteure der SVI um Skipper Christian Soyka einzelne Manöver noch intensiver üben.

Die Itzehoer Bundesliga-Segler haben sich auch für 2015 viel vorgenommen.

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02. Januar 2015, 04:13 Uhr

Fast ganz nach oben gespült auf einer unerwarteten Erfolgswelle fühlten sich in diesem Jahr die Segler der Itzehoer Seglervereinigung. Schon die erfolgreiche Qualifikation für die 1. Bundesliga war für die Störstädter ein Riesenereignis, als man sich im April vor Glücksburg unter 61 Konkurrenten durchsetzte und sich als drittbestes Team einen der fünf vakanten Erstliga-Plätze sicherte. „Wir hatten uns für die Saison dann den sicheren Liga-Erhalt vorgenommen“, erinnert sich Skipper Christian Soyka. „Entsprechend war dann auch jeweils unsere Renntaktik. Wir haben uns im Zweifel eher mit weniger Punkten zufrieden gegeben als bei unseren Manövern zuviel Risiko in Kauf zu nehmen.“

Das klingt recht verhalten angesichts dessen, was sich zwischen Mitte Mai und Anfang November bei den sechs Regatten der deutschen Segel-Elite-Liga auf dem Starnberger See, vor Travemünde, auf dem Wannsee, auf der Kieler Förde, auf dem Bodensee sowie auf der Außenalster ereignet hat. Am Ende belegte die SVI-Crew in der Gesamttabelle den vierten Rang und war damit das beste Team aus Schleswig-Holstein – vor der Konkurrenz aus Flensburg, Kiel und Lübeck und nur einen Rang von der Qualifikation für die Champions League der Segler entfernt. Soyka: „Bei unserer stragegischen Ausrichtung war dieses Resultat das Optimum dessen, was möglich war.“

Gesegelt wird in der Einheitsklasse J70 und die Boote werden zwischen den Wettfahrten unter den Teams ausgetauscht, damit die Chancengleichheit unbedingt gewahrt bleibt.

Wie ausgeglichen und ohne große Ausschläge die Crew der Störstädter bei ihren Auftritten gesegelt ist, belegt dabei die Tatsache, dass ihr bestes Einzelergebnis Rang fünf war. Erkämpft hatte sich das Team dieses Resultat beim letzten Event auf der Außenalster, als es für viele noch um Verbleib oder Abstieg aus der 1. Liga ging und andere ihre Plätze noch verbessern wollten wie zum Beispiel der Yacht-Club Berlin-Grünau. Die Hauptstädter hatten dabei mit Jochen Schümann die absolute seglerische Groß-Kompetenz aufgeboten.

Zum Einsatz kamen in dieser Bundesliga-Saison neben dem Skipper Christian Soyka noch Sören Petersen, Leon Stolp, Moritz Burmeister, Stefan Schimkowski, Hinnerk Müller, Kai Harder und Ole Stücker. Gesegelt wird auf der J70 zu viert und die Team-Besetzung richtet sich dann nach den Gegebenheiten vor Ort, die je nach Segelrevier vor allem in Bezug auf den Wind sehr unterschiedlich sein können. Bei schwächerem Wind hat eine leichtere Besatzung Vorteile und bei Starkwind machen mehr Kilos auch mehr Speed. „Im Idealfall reist man mit sechs Leuten an und entscheidet dann erst am Freitag, wer letztlich im Boot sitzt“, sagt Christian Soyka. „Aber das ist natürlich immer auch eine Kostenfrage.“ Für die neue Saison bleiben alle bei der Stange und mit dem Rostocker Medizin-Studenten Timm Kremer, mit dem Soyka schon zu alten X99-Weltmeisterzeiten zusammen segelte, sowie mit Bendix Hügelmann gibt es weiteren Zuwachs für die Crew.

Der große Ehrgeiz war schon immer das „Markenzeichen“ von Christian Soyka. „Wir werden in der nächsten Saison noch deutlich mehr trainieren und früher beginnen“, kündigt der Skipper an. „Wenn wir uns bei den Wettfahrten nicht mehr groß auf die Segel-Manöver konzentrieren müssen, können wir auch mehr Risiko nehmen, um vielleicht auch mal die eine oder andere Spitzenplatzierung herauszufahren.“ Übungsfahrten, um einzelne Manöver zu verinnerlichen, sind mit dem vereinseigenen J70-Boot „Voice of Itzehoe“ schon vor Laboe sowie bei Kurzwettfahrten am Bodensee geplant. Da auch der Bundesliga-Regattakalender erweitert wurde, wächst der zeitliche Aufwand: An bis zu 30 Wochenenden wird die SVI-Crew in 2015 wohl unterwegs sein.

Segel-Bundesliga 2015

1. bis 3. Mai: Tutzing (Starnberger See)

5. bis 7. Juni: Kiel (Innenförde)

4. bis 6. Juli: Warnemünde (Ostsee)

18. bis 20. Juli: Travemünde (Ostsee)

21. bis 23. August: Berlin (Wannsee)

25. bis 27. September: Überlingen (Bodensee)

29. bis 31. Oktober: Hamburg (Außenalster)

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