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Boxen : Aller guten Dinge sind drei

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Bei den deutschen Meisterschaften im Frauen-Boxen in Weißenburg erhofft sich die Itzehoerin Gizem Gümüs einen Sieg.

Gizem Gümüs (19), zweifache Deutsche Vizemeisterin der Jugend-Boxerinnen, blickt erwartungsvoll nach Weißenburg. Grund: Im Mittelfränkischen werden Ende August die Deutschen Meisterschaften für Frauen, Juniorinnen und für die weibliche Jugend veranstaltet. In den Ring steigen wird die nun für den Box Club Hanseat Hamburg startberechtigte Itzehoerin bei den Frauen im Halbfliegengewicht (bis 48 Kilogramm). Das Ziel, das sich Gizem Gümüs für die Titelkämpfe gesetzt hat, ist beachtlich und wird von ihr auch nicht unterschätzt: „Nach zwei vergeblichen Anläufen möchte ich in diesem Jahr den Titel holen.“

Anders als in den Vorjahren, weiß die Sportlerin im Moment aber noch nicht, wo sie sich sportlich selbst einordnen kann. Zwar war das Training bei dem wohl erfolgreichsten Frauentrainer in Deutschland, Hussein Ismail, gut, doch aufgrund verschiedener Umstände konnte die Itzehoerin in den vergangenen zwölf Monaten nicht so trainieren, wie sie es sich selbst vorgestellt hatte. Und: Ihr fehlt die Kampfpraxis, denn seit dem Medaillengewinn im vergangenen Jahr hatte Gizem Gümis nur einen Kampf absolviert, und den verlor sie gegen eine Kämpferin in Berlin.

Die Ursachen für die Defizite sind begründet in einem zwischenzeitlich vorgenommenen Vereinswechsel, der Gizem Gümüs vor einem halben Jahr vom AC Einigkeit Elmshorn zum BC Hanseat führte, sowie in der lange Zeit eingeschränkten Möglichkeit, den Trainingsort Hamburg regelmäßig zu erreichen. „Ich hatte einfach nicht das Geld, um mehrmals die Woche nach Hamburg zu fahren. Und meine Familie, die es gern gemacht hätte, konnte meinen Sport auch nicht finanzieren“, erklärte sie in einem Gespräch mit unserer Zeitung. Dank der Unterstützung von Senada und Baris Bulut, die in Itzehoe in der Reichenstraße ein Frisörgeschäft führen und die Gizem Gümüs seit zwei Monaten als Sponsor zur Seite stehen, sind die Fahrkosten aber nun keine Hürde mehr. „Ich bin Senada und Baris sehr dankbar, dass sie mich sponsern. Wenn ich in diesem Jahr mit einer Medaille nach Hause komme, dann habe ich es ihnen zu verdanken.“

Qualifiziert für die nationalen Titelkämpfe in Weißenburg war die Itzehoerin aufgrund ihrer Platzierung bei den Deutschen Meisterschaften im vergangenen Jahr.

Doch so selbstverständlich, wie man meinen könnte, war ihre Nominierung durch den Hamburger Boxsportverband dann doch nicht. „Die Verantwortlichen in Hamburg trauten mir einen Medaillengewinn nicht zu und wollten die Reise zu den Meisterschaften und das Startgeld nicht finanzieren. Doch mein Trainer hat sich für mich eingesetzt. Er traut mir eine erfolgreiche Teilnahme zu und übernimmt für den Verband die Kosten für den Fall, dass ich ohne Medaille bleibe.“

Wenige Tage vor der sportlichen Herausforderung hatte Gizem Güsmüs aber noch einen wichtigen Termin wahrzunehmen: „Meine langen Haare mussten eingeflochten werden. Voraussetzung im Ring ist, dass die Haare der Kämpferinnen nicht aus dem Kopfschutz heraus uns ins Gesicht fallen können. Das wäre nämlich ein Disqualifikationsgrund.“ Erledigt wurde die einstündige Prozedur auf dem Frisierstuhl von Senada Bulut, die dafür aber kein Entgelt beanspruchte: „Das gehört zum Sponsoring dazu.“

Ein Blick in die Erfolgsliste von Gizem Gümüs zeigt, dass die „Boxerin des Jahres 2013 in Schleswig-Holstein“ Vergleiche mit anderen Wettkämpferinnen nicht zu scheuen braucht: Von 2010 bis ins vergangene Jahr hinein sammelte sie bei Landes- sowie regionalen und nationalen Meisterschaften Gold- und Silbermedaillen. Dass das auch in diesem Jahr kommt, das hofft sie: „Aller guten Dinge sind bekanntlich drei.“


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