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19. Brokstedter Dorflauf : Alexander Schilling wieder das Maß der Dinge

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Carolin Johannsen schnellste Frau über zehn Kilometer / Ute Krause und Tobias Klähn über fünf Kilometer vorn

Rund 250 Aktive zog die 19. Auflage des Brokstedter Dorflaufes an. Die spannendsten Rennen beobachteten die Zuschauer auf den längeren Strecken. Über zehn Kilometer waren Carolin Johannsen und Alexander Schilling die Schnellsten, und auf dem halb so langen Törn dominierten Ute Krause und Tobias Klähn.

Es bleibt dabei: Alexander Schilling (33:51) ist innerhalb der Konkurrenzen für viele das Maß der Dinge. Der Seriensieger beim Steinburg-Cup gewann auch diesmal den zehn Kilometer langen Lauf. Schon nach wenigen hundert Metern setzte er sich von dem späteren Zweiten Kai Neumann (36:36) ab und lief einem ungefährdeten Sieg entgegen.

Dass Schilling als Erster die Ziellinie überqueren könnte, damit war bereits nach fünf Kilometern zu rechnen, denn der Vorsprung des Hingstheiders betrug da schon eine gute Minute. In der zweiten Runde baute er die Führung sogar noch deutlicher aus. Nach dem Rennen, das der lange allein laufende Stefan Hintze (38:32) als Dritter beendete, sagte Kai Neumann: „Ich habe Alexander ziehen lassen. Sein Tempo war für mich deutlich zu hoch.“ Genau genommen hätte es sogar noch extremer sein können. Dass es anders kam, lag an den überrundeten Walkern, die den Tatendrang des Siegers bremsten. „Da war zuviel los auf der Strecke. Walker, die den Weg nicht frei machten, und Pfützen bremsten mich. Mein Lauf war nicht optimal.“

Hinter den drei Führungsläufern, ging es relativ spannender zu. Und dafür sorgten insbesondere Bodo Praefke (40:14) und Paul McNally (40:15), die sich bis zum Schluss nicht aus den Augen ließen. Nachdem sich das Duo im Verlaufe des Rennens von Marc Reimers (40:28) abgesetzt hatte, war Bodo Praefke beim Endspurt der Stärkere.

Im Rennen der Frauen war Carolin Johannsen (43:23) eine Klasse für sich. Nach ihrem zweiten Platz vor einer Woche in Glückstadt drehte die Itzehoerin diesmal noch weiter auf und lief neue persönliche Bestzeit. Hinter ihr bemühten sich die anderen Akteure vergeblich um Anschluss. Das gilt auch für Johanna Goldschmidt (44:32) und Rike Friedrichs (44:55), die als Zweite und Dritte bis Kilometer sieben nebeneinander kämpften, ehe sich Johanna Goldschmidt zu spät für eine ernsthafte Verfolgung hin zur Führenden entschied. Keine Gefahr für das Verfolgerduo drohte durch Astrid Reining (45:19) und Friederike Liu (47:19), die nach flottem Beginn später nachließen.

Im Ziel eine glückliche Siegerin, die mit dem Erfolg gar nicht gerechnet hatte: „Ich dachte, es kommt noch jemand mit“, war Carolin Johannsen von der Zögerlichkeit ihrer Gegnerinnen überrascht. Notgedrungen orientierte sie sich an Bernd Wiggers (43:19), dem sie gut folgen konnte.

Von einem Tempomacher auf den letzten Kilometern profitiert hätte auch Johanna Goldschmidt gern. Die Hamburgerin, die kürzlich in Heide über zehn Kilometer noch 43:12 Minuten schnell war, konnte sich in Brokstedt nicht wie gewünscht in Szene setzen. Sie lief zwar im Bereich der fünf Kilometer Marke zu Rike Friedrichs auf, hatte ihr meistes Pulver da aber schon verschossen: „Es war mir nicht möglich, mit der Führenden mitzugehen“, bekannte Johanna Goldschmidt im Ziel. Aber gerade deshalb: „Ich komme wieder, denn ich bin ein Wiederholungstäter“, kündigte die Zweite an, es der Konkurrenz bei einem neuerlichen Start beim Dorflauf schwerer zu machen.

Der fünf Kilometer Lauf bei den Männern war recht unterhaltsam, denn viele Positionsverschiebungen machten ihn zu einem interessanten Wettbewerb. Zunächst ergriff Philipp Steinke (19:00) die Initiative und legte gleich nach dem Startschuss gut zehn Meter zwischen sich und die Konkurrenz. Lange erfreuen konnte sich der spätere Dritte seiner Führung aber nicht, denn er wurde schon bald von Stephan Kretschmer (19:10) passiert. Doch Philipp Steinke und insbesondere Tobias Klähn (18:40) wollten sich nicht frühzeitig geschlagen geben und blieben an dem Führenden dran, zu dem sie nach rund 600 Metern gänzlich aufschlossen. Weitere 700 Meter später entschloss sich der taktisch klug laufende Tobias Klähn, sein Heil in der Flucht nach vorn zu suchen. Mit Erfolg, denn die Nachfolgenden kamen nicht mit oder entschlossen sich zu spät, das hohe Tempo von Tobias Klähn anzunehmen. Und zu denen zählte insbesondere Patrick Hintze (18:51), der 700 Meter vor Schluss an Philipp Steinke vorbeizog und so seinen zweiten Platz sicherte. Nach dem Zieleinlauf sagte Patrick Hintze: „Ich bin mit meinem Platz sehr zufrieden, auch wenn ich gewinnen wollte.“ Berechtigte Hoffnungen habe er sich dahingehend gemacht: „In Schenefeld lag ich noch vor Tobias.“ Dass Tobias Klähn sich diesmal nicht einholen ließ, hatte einen entscheidenden Grund: Er verpulverte seine Kräfte nicht durch unüberlegtes Vorpreschen: „Ich habe das Rennen diesmal langsamer als noch in Schenefeld begonnen“, klärte er seinen jüngeren Gegner auf. Deshalb habe er zum Schluss auch mehr Kraft gehabt.

Die Frauenkonkurrenz über fünf Kilometer wurde letztlich zu einer einsamen Angelegenheit von Ute Krause (20:51). Als letzten Test für die Deutschen Seniorenmeisterschaften am kommenden Wochenende in Zittau wählte die Langstrecklerin diesmal die kürzere Strecke, auf der sie bis weit in den zweiten Kilometer hinein von Caroline Than (22:14) begleitet wurde. Während die spätere Siegerin ihr Tempo hielt und die Zeit lief, die sie sich vorher vorgenommen hatte, wurde Caroline Than langsamer und musste sich sogar noch lange Zeit gegen die läuferische Hartnäckigkeit von Lina Rohwer (22:27) wehren. Dass sie es konnte, lag an ihrer Kondition, die sie insbesondere auf den letzten 500 Metern ausspielte. In der Phase des Rennens vergrößerte sie den Abstand zur Dritten von 15 auf gute 60 Meter. Keine Chance, mit dem Führungstrio mitzuhalten, hatte diesmal Martje Labuj (23:16), die als Vierte eine bessere Zeit durch einen konditionellen Einbruch auf dem letzten Kilometer verpasste.

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