1. Segel-Bundesliga : Abwärtstrend vor Travemünde gestoppt

Spannende Rennen vor Travemünde: Das Team der Seglervereinigung Itzehoe (links) führt vor dem Bodensee Yacht-Club und dem Segelclub Bayer Uerdingen.
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Spannende Rennen vor Travemünde: Das Team der Seglervereinigung Itzehoe (links) führt vor dem Bodensee Yacht-Club und dem Segelclub Bayer Uerdingen.

Itzehoer Team gibt sich mit Platz acht zufrieden – in der Tabelle auf den sechsten Rang vorgerückt

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22. Juli 2015, 05:00 Uhr

Abwärtstrend gestoppt: Mit dem achten Rang bei der vierten Regatta der 1. Segel-Bundesliga war die Crew der Itzehoer Seglervereinigung (SVI) am Ende doch noch zufrieden. Es war zwar einiges mehr drin, nachdem das Team am Sonntagabend noch ganz vorn gelegen hatte, doch in der Bundesliga-Tabelle kletterte die SVI immerhin vom zehnten auf den sechsten Platz. Wegen des abflauenden Windes konnten nur elf der insgesamt 15 Flights in Travemünde gesegelt werden.

Die Lockerheit zurück gewinnen, wollten die Itzehoer nach der schwachen Vorstellung in Warnemünde zwei Wochen zuvor. Das gelang sehr schnell, als das erste Rennen völlig überraschend als Sieger beendet wurde. Bei der letzten Halse waren Steuermann Christian Soyka und seine Crew nur Vierter, zogen dann aber noch komplett an der Konkurrenz vorbei. „Das war mehr Glück als Verstand“, urteilte Youngster Moritz Burmester hinterher schelmisch lächelnd. Es gab dem Quartett jedoch Sicherheit, auch wenn es im zweiten Durchgang nach völlig verschlafendem Start nur zum fünften Platz reichte. Die nächsten beiden Rennen wurden dagegen souverän gewonnen, womit man hinter dem Flensburger Segelclub am Sonnabend auf Rang zwei stand.

Der Sonntag wurde wegen Regen und abflauendem Wind zu einer Nervenprobe für alle Segler. Erst mittags entschloss sich die Wettkampfleitung zum Start. Allerdings konnten nur zwei komplette Flights gesegelt werden. Der SVI begann dabei gleich wieder, wie er am Vortag aufgehört hatte – mit einem Sieg. Das zweite Rennen beendeten Christian Soyka, Sören Petersen, Moritz Burmester und Hinnerk Müller schließlich als Vierter, womit das Itzehoer Team das Feld nach sechs Flights anführten.

Der Montag wurde dann allerdings zum „Chaostag“, wie es Christian Soyka bezeichnete. Im ersten Rennen wurde man nur Sechster und damit Letzter. „Wir haben auf der Kreuz komplett die falsche Seite gefahren und wurden vollkommen nach hinten durchgereicht. Das hat uns das Genick gebrochen.“ Es habe sich gezeigt, dass drei Prozent weniger Konzentration gleich zum Chaos führen würden.

Die Verunsicherung von Warnemünde war plötzlich wieder da. Den vierten Platz im achten Rennen konnte man zwar noch verschmerzen, doch danach folgte wegen eines Frühstarts der Tiefpunkt. „Wir hatten beim Start ein anderes Boot noch vor uns gesehen und sind deshalb weiter gesegelt. Sonst hätten wir natürlich umgedreht und wären noch einmal neu gestartet. Auch wenn wir dann wahrscheinlich nur Letzter geworden wären, hätten wir wenigstens nur sechs statt sieben Punkte auf unser Konto bekommen“, erklärt Christian Soyka. Die Itzehoer Crew war zu viel Risiko eingegangen und wurde dafür hart bestraft. Immerhin ging es danach mit zwei dritten Plätzen wieder aufwärts. Mit einem Punkt weniger, wäre man allerdings schon Sechster im Gesamtklassement von Travemünde gewesen.

Christian Soyka zog dennoch ein positives Fazit: „Jetzt hat jeder gemerkt, dass es nur mit vollster Konzentration bei uns rund läuft. Vielleicht hat sich nach den starken Vorstellungen am ersten und zweiten Tag am Montag etwas zu viel Zufriedenheit eingeschlichen, weshalb wir nicht am Limit gesegelt sind.“ Man sei noch nicht reif genug, um ein Rennen gewinnen zu können, weshalb weiter viel Trainingsarbeit nötig sei. „In den letzten beiden Rennen haben wir dann aber wieder gesehen, wie gut wir eigentlich segeln können, als wir noch Plätze gutgemacht haben.“ Das gebe wieder Auftrieb. Insgesamt sei es ein gutes Wochenende gewesen, was sich in der Bundesligatabelle nun mit Rang sechs widerspiegele.

Zum Schluss waren die Itzehoer sogar Zünglein an der Waage bei der Vergabe des Gesamtsieges in Travemünde. Nach einer Bootsberührung des Flensburger Segel-Clubs fiel dieser im letzten Rennen nach dem obligatorischen Itzehoer Protest auf Rang vier zurück, womit der Kieler Yacht Club ganz vorn lag. Nach vier von sieben Regatten führt nun der Hamburger Touring Club die Bundesliga vor Flensburg an. Kiel ist Dritter vor dem amtierenden Meister Norddeutscher Regattaverein, Berliner Yacht Club und der SVI.

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