Fußball-Strukturreform : Abschaffung der Kreise stößt auf breite Ablehnung

Werner Papist.
Werner Papist.

Steinburg, Dithmarschen und Nordfriesland federführend bei Erstellung eines neuen Konzept-Vorschlages

von
30. Juni 2014, 05:00 Uhr

Es ist etwas ruhiger geworden um die neue Strukturreform im Fußball. Das vom Schleswig-Holsteinischen Fußballverband (SHFV) im Frühjahr vorgestellte Konzept, das die Abschaffung der Kreisfußballverbände (KFV) zum Ziel hat, ist allerdings fast im ganzen Land auf breite Ablehnung gestoßen. Es ist die Ruhe vor dem Sturm, denn hinter den Kulissen wird jetzt von mehreren Kreisen fieberhaft an einem neuen Konzept-Vorschlag gearbeitet. Federführend sind dabei die Kreise Steinburg, Dithmarschen und Nordfriesland, die mittlerweile eine Arbeitsgruppe mit Segeberg, Neumünster, Ostholstein, Lübeck und Lauenburg gebildet haben. „Wir freuen uns, dass wir so viele Mitstreiter gefunden haben, damit wir unsere Vorstellungen einer Strukturreform auf eine breite Basis stellen können“, sagt KFV Steinburgs Vorsitzender Werner Papist. Praktisch wöchentlich werde in Treffen mit den Vorsitzenden und Ausschussmitgliedern an einem Konzept gefeilt, das dem SHFV bis zum 20. August vorliegen muss. Bis dahin hatte der Beirat des SHFV nach einem schriftlichen Umlaufverfahren die Frist für Stellungnahmen der Kreise verlängert.

Steinburg, Nordfriesland und Dithmarschen waren die ersten, die sich zu einer gemeinsamen Stellungnahme entschlossen hatten. Dabei wurden einige Kernpunkte festgelegt, denen die Beibehaltung der Kreisfußballverbände voransteht. Fusionen, wie die geplante Zusammenlegung von Steinburg und Dithmarschen, seien jedoch erwünscht und förderungswürdig. Die KFV-Vorstände sollen im Kern erhalten bleiben. Bei der Umsetzung der Struktur müsse ferner Kostenneutralität gewährleistet sein.

Der Spielbetrieb solle, wie auch seinerzeit vom SHFV vorgeschlagen, über die Kreisgrenzen hinaus variabler gestaltet werden. Die Kernkompetenzen, wie die Organisation des Spielbetriebes, seinen weiterhin in den Kreisen besser aufgehoben als in einem zentralen Spielausschuss in Kiel. Um die Kreisvorstände zu entlasten, müsse man Zusatzaufgaben wie EDV-Angelegenheiten oder Förderung von Schulfußball an den SHFV abgeben. Der Vereinsservice sei auf jeden Fall zu verbessern, um mehr Nähe zu den einzelnen Clubs herzustellen. Außerdem müssten Konzepte erarbeitet werden, um das schnelle Umsetzen des DFB-Masterplans in Sachen Zukunftsstrategie im Amateurfußball gewährleisten zu können.

Alle Vereine seien dazu aufgerufen mitzuarbeiten, um möglichst viele Meinungen in die abschließende Stellungnahme mit einfließen lassen zu können. „Wir wollen einen breiten Konsens und den Vereinen nichts von oben herab überstülpen“, erklärt Werner Papist. Die Zusammenarbeit mit den anderen Kreisen würde zügig vorangehen. Am Ende stehe eine Power-Point-Präsentation, die den Vereinen Anfang August auf einer Arbeitstagung vorgestellt werden soll. Auf dieser basiere dann die an den SHFV gerichtete Stellungnahme, die auf der Tagung entsprechend der Diskussion angepasst werden könne. „Ich bin mir sicher, dass es keine Mehrheit für die Abschaffung der Kreise geben wird. Das zeigen die Reaktionen aus den anderen Kreisverbänden deutlich.“ Dennoch müsse man konstruktiv an Strukturverbesserungen im SHFV arbeiten. Das sei aufgrund der demografischen Entwicklung unumgänglich, so Papist.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen