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Zwei Goldmedaillen und ein Deutscher Rekord für Florian Kahllund

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erstellt am 23.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Ljubljana | Der erste Wettkampftag endete für Florian Kahllund mit einem kleinen Schrecken. Beim "European Junior Cup" der Bogenschützen im slowenischen Ljubljana standen für den 18-Jährigen vom SSC Fockbek am Ende der Qualifikation 269 Ringe auf dem Tableau. 269? Dabei hatte Kahllund doch 296 Ringe geschossen. Einem weißrussischen Schützen, der das Protokoll führte, unterlief allerdings ein Zahlendreher, den der Fockbeker zu spät bemerkte, um noch einen Einspruch einlegen zu können. "Auf meiner Scheibe haben wir in einer Dreiergruppe geschossen. Mit dabei war noch ein Türke, der mit seinem Ergebnis nicht einverstanden war und deshalb entstand eine rund zehnminütige Diskussion. Am Ende ging es drunter und drüber, weil die anderen beiden nicht so gut Englisch sprechen konnten. Dabei ist dann der Zahlendreher entstanden", berichtete Kahllund und konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen.

Der Fockbeker hatte gut Lachen, denn der Fauxpas seines Mitbewerbers blieb ohne weit reichende Folgen. Zwar beendete Kahllund die Qualifikation im Einzel als Elfter und mit der Nationalmannschaft hinter den Türken auf Platz zwei, doch für den weiteren Verlauf der Wettbewerbe entstand daraus kein Nachteil. Und dass Kahllund sein Handwerk mit Pfeil und Bogen exzellent versteht, bewies er nach der Qualifikation vor allem im Einzelwettbewerb. In der ersten Runde eliminierte er den Österreicher Alexander Bertschler mit 6:2. Jeweils drei Schuss mussten die Kontrahenten pro Durchgang abgeben. Der Sieger bekam zwei Punkte, hatten beide Schützen die gleiche Anzahl an Ringen, erhielt jeder einen Zähler. Im Achtelfinale hatte Valentyn Kutsyy (Ukraine) mit 2:6 das Nachsehen, im Viertelfinale musste sich der Weißrusse Uladzimir Kardzialiuk mit 1:7 geschlagen geben. Lediglich die Vorschlussrunde verlief etwas knapper. Doch mit 6:4 bezwang der Fockbeker auch den Kroaten Vedran Orlic. Im Finale gegen den Ungarn Arpad Banda lief Kahllund dann zu ganz großer Form auf. "Im Finale haben wir auf einer Extra-Anlage mit einer großen Tribüne geschossen. Da herrschten andere Windverhältnisse als vorher, wo wir auf einem freien Feld geschossen hatten", berichtete Kahllund. Während Banda mit den Windverhältnissen überhaupt nicht zurecht kam, bewies Kahllund ein gutes Auge, eine ruhige Hand und große Nervenstärke. Mit 6:0 holte sich der Fockbeker die verdiente Goldmedaille. Titel Nummer zwei gab es mit der Mannschaft. Lediglich beim 220:219-Erfolg im Viertelfinale gegen Georgien mussten Kahllund, Felix Wiesner (Oberstdorf) und Felix Wieser (Trostberg) das Glück bemühen, die anderen Duelle gewann das deutsche Juniorenteam souverän, so auch das Finale gegen die Türken (220:213). Und zu guter Letzt verbesserte Kahllund im Rahmen der Wettbewerbe auch noch den Deutschen Juniorenrekord über 50 Meter auf 338 Ringe. Da war der Zahlendreher vom ersten Tag schon längst wieder vergessen.

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