Handball-Oberliga der Männer : Westerrönfelder Freud, Hohner Leid

Freie Bahn: Schülp/Westerrönfelds Dennis Schrader nutzt die Lücke in der Hohner Deckung zum erfolgreichen Torwurf. Fotos: hobke
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Freie Bahn: Schülp/Westerrönfelds Dennis Schrader nutzt die Lücke in der Hohner Deckung zum erfolgreichen Torwurf. Fotos: hobke

Glücklicher 26:25-Erfolg im Derby. Gäste lassen Ausgleichschancen in der Schlussminute ungenutzt.

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18. Februar 2013, 08:48 Uhr

westerrönfeld | Die Freude der HSG Schülp/Westerrönfeld war an diesem Wochenende das Leid der HSG Hohn/Elsdorf. Mit 26:25 (15:14) gewann Schülp/Westerrönfeld das Derby in der Handball-Oberliga der Männer gegen den Kreisrivalen. Doch leicht hätte es auch andersherum enden können. "Es war schon ein sehr glücklicher Sieg der Westerrönfelder", sagte Hohn/Elsdorfs Trainer Thies Schmalfeld, traf damit aber nicht ganz die Meinung seines Gegenüber. "Es hätte durchaus auch anders ausgehen können, aber mit Glück haben wir nicht gewonnen", meinte Schülp/Westerrönfelds Coach Gunnar Kociok. Fest steht auf jeden Fall, dass seine Mannschaft gewonnen hat und damit die zurückliegende "englische Woche" mit vier Punkten aus drei Partien positiv hinter sich gebracht hat. "Wir überlegen schon, im nächsten Jahr nur noch englische Wochen anzumelden, dann sind wir Weihnachten durch", flachste ein gut gelaunter Kociok nach dem Derbysieg. Als derzeit Tabellenfünfter lässt es sich auch gut flachsen. Anders ist die Stimmung bei Schmalfeld. "Es war wie verhext. Die wichtigen Würfe gingen einfach nicht rein", ärgerte er sich, denn durch die Niederlage und Herzhorns gleichzeitigem Sieg ist sein Team nur noch zwei Punkte von einem Abstiegsplatz entfernt.

Auch wenn es beiden Trainern in erster Linie um Punkte für den Nichtabstieg ging, war deutlich das "Derbyprickeln" zu spüren. Das empfand auch Philipp Petriesas. Eigentlich spielt er nur noch in der zweiten Mannschaft, aber hin und wieder fragt er bei seinem alten Trainer Gunnar Kociok an, ob er noch mal in der "Ersten" mitmachen dürfe. "Wenn wir einen Platz frei haben, ist er immer gern willkommen", sagte Kociok, der froh darüber sein dürfte, dass Petriesas da war. Er war es nämlich, der letztendlich das entscheidende Tor zum 26:25 nach einer Mann-gegen-Mann-Aktion erzielte.

Vom Anpfiff an sahen die Zuschauer eine enge Begegnung. Zunächst führte Hohn mit 3:0, dann Westerrönfeld 6:4, dann stand es unentschieden (7:7) und 15:14 zur Pause, als Westerrönfeld ein Zwischenhoch erfolgreich nutzte. Während die linke Hohner Seite um Patrick Möller und Lorenz Plöhn das Spiel vorantrieb, passierte auf rechts wenig. Erwähnenswert waren nur die drei Zeitstrafen für Eike Möller, für die er die Rote Karte sah. Bei Westerrönfeld waren vor allem die Rückraumspieler Patrick Petriesas und Janek Fisch erfolgreich. Den Spekulationen um Fischs Wechsel zum DHK erteilte Kociok übrigens im Rahmen des Derbys eine Absage. "Für ihn ist es kein Thema, obwohl der DHK tatsächlich bei ihm angerufen hat."

In der zweiten Halbzeit lag zunächst Westerrönfeld vorn (18:14). Dann führte Hohn jeweils mit einem Tor vom 21:20 bis zum 24:23, bevor die entscheidenden Schlussminuten begannen. Nachdem er vorher alle Siebenmeter getroffen hatte, scheiterte Jörg Gosch kurz vor dem Ende an Florian Töllner und Lorenz Plöhn vergab zwei freie Würfe, einen Tempogegenstoß und einen vom Kreis. "Wir hatten es selbst in der Hand, einen oder zwei Punkte mitzunehmen", ärgerte sich Schmalfeld. "Für uns waren die Punkte überlebenswichtig", sagte Kociok mit Blick auf das Restprogramm. Die HSG muss noch gegen alle vier Topteams antreten, während Hohn fast nur noch gegen die Mannschaften des unteren Tabellendrittels spielt. "Wir können es aus eigener Kraft schaffen, die Liga zu halten. Jeder muss aber begreifen, dass es harte Arbeit wird", so Schmalfeld.

HSG Schülp/Westerrönfeld: Töllner, Martensen - Hohnsbehn (4), Schrader (1), Jüschke (3), Ph. Petriesas (1), Fisch (5), Pa. Petriesas (6/3), Woldt (4), Seehase (2), Hennigs, P. Schöler, K. Schöler.

HSG Hohn/Elsdorf: Dreller, Dobratz - Asbahr (2), Thöming (1), E. Möller, P. Möller (2), Oeltjen, Hohnsbehn, Küch (2), Bendixen (4), Müller (1), Petersen, Plöhn (6), Gosch (7/3).

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