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Kropp : Viel Arbeit für den neuen Coach

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Randolf Weyland übernimmt zum 3. Juni die HSG Kropp/Tetenhusen und soll sich nicht nur um die 1. Frauenmannschaft kümmern.

shz.de von
erstellt am 22.Mai.2013 | 08:27 Uhr

kropp | Bei der HSG Kropp/Tetenhusen weht ein frischer Wind. Randolf Weyland heißt der neue starke Mann in der Handball-Spielgemeinschaft nach dem Abgang von Thomas Bleicher. Die Arbeitsplatzbeschreibung des 60-jährigen A-Lizenz-Inhabers aus Berlin-Neukölln umfasst ein großes Spektrum an vielfältigen Aufgaben. Weyland wird sowohl die Oberliga-Mannschaft trainieren als auch die "Zweite" in der Schleswig-Holstein-Liga betreuen sowie den Trainern im Jugendbereich unter die Arme greifen. Außerdem soll er nach den Vorstellungen von HSG-Leiter Jann Wichmann Kooperationsprojekte zwischen Verein und Schule ins Leben rufen. Viel Arbeit für den Vollblut-Trainer, der sich als Vorruheständler voll auf die HSG konzentrieren kann. Am 3. Juni geht es mit der ersten Einheit los. "Beschnuppern" konnten sich Trainer und Spielerinnen bereits am letzten Oberliga-Spieltag in Kronshagen. "Ich bin sehr nett empfangen worden. Eine sympathische Truppe. Man möge mir nachsehen, dass ich mir noch nicht alle Namen merken konnte", schmunzelt Weyland im Gespräch mit der Landeszeitung.

Der Coach wird eine kleine, möblierte Wohnung in Kropp beziehen, um von Dienstag bis zum Spieltag am Wochenende ständig vor Ort zu sein. "Nach dem Spiel fahre ich dann in meine Berliner Wohnung", erzählt der getrennt lebende Familienvater zweier erwachsener Kinder. Von seiner zukünftigen Mannschaft ist Randolf Weyland schwer begeistert: "Die HSG hat einen hervorragenden zweiten Platz belegt. Viel falsch gemacht haben sie nicht."

Trotzdem wisse er schon jetzt, welche Schwerpunkte er im Training setzen will: "An der Abwehr, am schnellen Spiel nach vorne und an der schnellen Mitte will ich gemeinsam mit der Mannschaft arbeiten." Über seinen künftigen Kader könne er noch nicht viel sagen. Die Planung liegt größtenteils in den Händen von Jann Wichmann. Fest stehen bislang nur der Zugang von Caja Lübker (Kiel/Kronshagen) sowie die Abgänge von Svenja Maelzer und Rike Kasperlik. Lena Leptien wird dem neuen Coach als "Co" unterstützend zur Seite stehen.

Randolf Weyland blickt auf fast 50 Jahre Handball-Erfahrung zurück. Seine Karriere als Spieler und Trainer schillert in bunten Farben. Aufgewachsen in West-Berlin spielte der Kreisläufer zunächst für den Polizei SV. Er schaffte den Sprung in die Berlin-Auswahl und brachte es auf einen Einsatz in der Junioren-Nationalmannschaft. "Hätte ich mehr gewollt, hätte ich damals in den Westen ziehen müssen. Dazu fehlte mir als junger Kerl der Mut", plaudert Weyland. Stattdessen wurde er Zweitliga-Spieler beim BSV 92 und beim SV Grunewald. 1985 beendete er seine aktive Laufbahn. Unzählige Stationen als Trainer pflastern seinen Weg. Gerne erzählt Weyland die Geschichte von seinem Job als deutscher Nationalcoach bei den Europameisterschaften für Post- und Telekommunikationsmannschaften 1993 in Budapest. Weyland, der als Kommunikationselektroniker für die Post und später für die Nachfolge-Organisation Telekom arbeitete, führte die Truppe zur Silbermedaille. Ein Gegner bei dem Turnier: die Auswahl der schwedischen Postler mit einem gewissen Brief-Zusteller namens Magnus Wislander, der später zum Jahrhundert-Handballer gekürt wurde.

Auch mit Schleswig-Holstein - seiner neuen Wahlheimat - verbindet Weyland viele Erinnerungen. Als Kind verbrachte er einige Sommerferien an der Ostseeküste. 2009 durfte er zudem beim großen THW Kiel hospitieren. Weyland lernte THW-Trainer Alfred Gislason 2001 beim A-Lizenz-Lehrgang kennen. Darüber hinaus leitet Weyland Handball-Camps in Schleswig-Holstein - unter anderem die des Ex-Bundesliga-Spielers Mannhard Bech aus Owschlag.

Weyland trainierte auch selbst schon eine Mannschaft in Schleswig-Holstein. In der Saison 2008/09 stand er bei den Oberliga-Handballern der HSG Red Blue unter Vertrag, eine Spielgemeinschaft aus Bergedorf/Kirchwerder und Aumühle-Wohltorf. Weyland musste den Verein jedoch vor Saisonende verlassen. Genauso wie bei seiner jüngsten Trainerstation in der 3. Liga Ost der Frauen. Im Februar dieses Jahres trennten sich der MTV Altlandsberg und Weyland. Nun will Weyland mit der HSG Kropp/Tetenhusen angreifen. Von Platz eins bis fünf sei alles möglich, sagt der Coach. Dass der Aufstieg voraussichtlich auch in der kommenden Serie finanziell nicht zu stemmen ist, demotiviert Weyland nicht: "Der Verein hat das von vornherein klar kommuniziert. Es liegt ja nicht nur am Geld. Auch die Spielerinnen müssten den Mehraufwand in der dritten Liga mittragen."

Jann Wichmann verspricht sich viel vom neuen Trainer: "Die Verpflichtung von Randolf Weyland sehe ich auch als Investition in die Jugend", sagt er. Aus Weylands Einsatz für den Nachwuchs ergebe sich dessen Hauptamtlichkeit. Bis auf die weibliche B- und A-Jugend hat die HSG in allen Altersklassen Mannschaften gemeldet. Hinter vorgehaltener Hand klingen jedoch einige kritische Stimmen durch, die sich fragen, weshalb die erste Mannschaft aus finanziellen Gründen nicht in die 3. Liga aufsteigen durfte, trotzdem aber ein teurer hauptamtlicher Trainer eingestellt wurde. Wie passt das zusammen? Für Jann Wichmann ist das absolut kein Widerspruch: "Die dritte Liga kostet ein Vielfaches mehr als der neue Trainer."

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