Mit Vollgas ins Rampenlicht

Norddeutscher Schüler-Meister Bosse Martensson mit seinem Siegerpokal.
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Norddeutscher Schüler-Meister Bosse Martensson mit seinem Siegerpokal.

Moto-Cross, Schülerklasse: Bosse Martensson rast erst zum Landesmeistertitel und fährt dann der norddeutschen Konkurrenz davon

shz.de von
30. Dezember 2017, 09:12 Uhr

Bosse Martensson ist erst acht Jahre alt, weiß aber allzu genau, wie der Gashahn aufgedreht wird. Das Moto-Cross-Talent aus Alt Duvenstedt, das für den MCE Tensfeld startet, ist im wahrsten Sinne des Wortes auf die sportliche Landkarte gefahren. Bosse wurde in diesem Jahr Landesmeister und norddeutscher Meister in der 50ccm-Klasse bei den Sechs- bis Neunjährigen.

Auf Landesebene gewann er die 6er-Rennserie. Auf norddeutschem Terrain hatte er nach acht Renntagen mit 13 Punkten Vorsprung knapp die Nase vorn. Ausschlaggebend war der Podiumsplatz in Tensfeld, als das Nachwuchstalent in eindrucksvoller Manier mit einem makellosen Lauf Nervenstärke bewies. Für den Achtjährigen, der sich seit seinem fünften Lebensjahr dem Moto-Cross-Sport verschrieben hat, waren die Titelgewinne seine bislang größten Erfolge, die ihn auch ins Bundesfinale führten.

Der Alt Duvenstedter Steppke fährt bereits seit Kindergartentagen Moto-Cross. „Das wollten mir die anderen Kinder gar nicht glauben“, erinnert sich der Zweitklässler. Bosse erinnert sich noch genau an die Anfänge seiner Laufbahn. Freund Lewe besaß ein kleines Motorrad und düste damit außerhalb von öffentlichen Straßen auf dem Gelände des AC Rendsburg in Lehmbek. Das begeisterte Bosse. Schon nach den ersten Runden in Lehmbek war ihm klar – das sei seine Sportart, er sei Feuer und Flamme gewesen. Schnell stellten sich in Clubrennen mit der Yamaha PW 50 erste Erfolge ein. Das Talent des Achtjährigen war unübersehbar. Ohne Fleiß aber keinen Preis – immer mehr Zeit investierte Bosse in seinen Sport. Viel Training war nötig, um die gut 15 PS starke und gut 40 Kilogramm schwere KTM-Maschine, die bis zu 60 Kilometer pro Stunde auf den jeweiligen Strecken bringt, zu beherrschen. Vater Sven übernimmt dann den Fahrdienst nach Lehmbek, Tensfeld und Bad Malente. „Im Sommer ist dreimal pro Woche Training angesagt. Zehn bis 15 Stunden pro Woche gehen dann schon drauf. Hinzu kommen circa 20 Rennen pro Jahr“, sagt Sven Martensson.

Zu Hause im Garten wird noch das Anheben der Maschine geübt, um schnell nach einem Sturz aufstehen zu können. Auch das Ankicken (Starten) will gelernt sein. Unter Trainer Sascha Eckert werden Sprünge und Kurvenfahren trainiert. Bei Letzterem ist die Balance zwischen Bremsen und Beschleunigen von großer Bedeutung. „Wichtig ist aber auch eine gute Fahrtechnik und ein gutes Körpergefühl“, klärt Vater Sven auf. „Man darf aber auch keine Angst haben“, bemerkt Bosse keck. Die kennt der Achtjährige trotz eines Trainingssturzes in Bad Malente nicht, als er eine Gehirnerschütterung davontrug und für zwei Tage im Krankenbett lag. „Daraus hat er gelernt und fährt jetzt noch cooler und erfolgreicher“, sagt Vater Sven nach 15 Siegen in 40 Rennen in den vergangenen zwei Jahren. Am liebsten sitzt Bosse auf seinem Motorrad. Doch sein Vater, der seinen Sohn als Schrauber unterstützt, führt den Filius auch an die Pflege des Motorrads heran: „Ölwechsel oder Wechsel der Bremsbeläge beispielsweise gehören einfach dazu.“

Moto-Cross im Hause Martensson ist ein Familiensport. Mutter Katja und die große Schwester Pauline (19) fiebern bei den Rennen mit. Schwester Frida (10), die auch Moto-Cross fährt, ist für die Fotos verantwortlich. Gern möchte Bosse einmal so fahren wie sein Vorbild Ken Roczen, der bereits mit zweieinhalb Jahren Moto-Cross fuhr und heute in den USA als Profi fährt. Profi zu werden, ist auch das erklärte Ziel des Alt Duvenstedters. Der Anfang ist gemacht.

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