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Großer Sieg in Klein Flottbek

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18-jähriger Springreiter vom RV St. Hubertus Rendsburg gewinnt Prüfung beim Traditionsturnier in Hamburg

shz.de von
erstellt am 18.Mai.2013 | 03:59 Uhr

hamburg | Diese Siegerrunde hat Bastian Müller genossen. Mit dem 18-Jährigen vom RV St. Hubertus Rendsburg an der Spitze flog das Teilnehmerfeld über das satte Grün auf der Reitanlage in Klein Flottbek und holte sich den verdienten Applaus der zahlreichen Zuschauer auf der gut besetzten Tribüne ab. Beim traditionsreichen Spring- und Dressurderby im Herzen Hamburgs hatte Müller das Springen der Medium-Tour, einer internationalen Springprüfung für Amateurreiter, am ersten Veranstaltungstag gewonnen. Müller und sein zwölfjähriger Holsteiner Wallach "Clark" blieben wie sieben andere Paare ohne Abwurf, aber so schnell wie sie war keiner. In 63,95 Sekunden nahmen die beiden die zehn bis zu 1,25 Meter hohen Hindernisse, die zweitplatzierten Lisa Kowalski und "Latino" benötigten eine halbe Sekunde mehr. "Klasse, einfach klasse", strahlte Müller, nachdem bei Ines Villmann-Doll und "Chowamber" als letztem Paar eine Stange fiel und der Sieg in trockenen Tüchern war.

Allein das Gefühl, auf dem wohl berühmtesten Parcours der Welt starten zu dürfen, verursachte dem Teenager eine Gänsehaut. Denn wie die Profis mussten die Amateure auf den 450 Metern bis ins Ziel so bekannte Hindernisse wie den Tchibo-Wall, die Bahnschranken und Pulvermanns Grab überwinden. Lediglich der große Wall und der große Wassergraben wurden ausgespart, um Pferd und Reiter nicht zu überfordern. "Wann hat man einmal die Chance, auf so einem Parcours zu reiten? Das war einmalig und hat unheimlich Spaß gemacht. Vor allem vor so einer Kulisse." Und als bei der anschließenden Siegerehrung dann auch noch die deutsche Nationalhymne für den Westerrönfelder erklang, war das Glück perfekt. "Besser hätte es nicht laufen können."

Damit hatte sich das intensive Springtraining mit Karsten Huck in der Woche vor dem Wettkampf bezahlt gemacht. Auf der Anlage des ehemaligen Nationenpreis-Reiters und Mannschafts-Vizeweltmeisters von 1990 in Borstel (Kreis Segeberg) hatten sich Müller und "Clark" den letzten Feinschliff für das Derby geholt und zudem Ausdauer gebolzt. "Beim Derby sind die Wege länger als bei anderen Turnieren. Und man muss mit einem ganz anderen Grundtempo an die Hindernisse heranreiten. Das haben wir trainiert", erklärt Müller, der aber auch die gute Grundlagenarbeit von Trainer Jörn Biemann daheim auf dem "Klint" nicht unerwähnt lassen wollte. "Auch Jörn hat einen großen Anteil am Erfolg."

Fast wäre dem Westerrönfelder, der bereits 2011 in Klein Flottbek am Start war, damals aber ohne ein nennenswertes Ergebnis blieb, noch ein weiterer Coup gelungen. Zwei Tage nach dem Triumph bei der Medium-Tour mussten sich Müller und "Clark" bei der Large-Tour, einem Springen mit einer Hindernishöhe von 1,40 Metern, nur dem Polen Maksymilian Wechta und "London" geschlagen geben. 28 Hundertstelsekunden fehlten auf das Siegerpaar, was Müller aber nicht weiter störte. "Platz zwei ist auch ein schöner Erfolg." Und wenngleich er diesmal nicht an der Spitze ritt, so genoss der 18-Jährige auch diese Siegerrunde.

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